Étienne Eustache Bruix

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Biographien.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811.

(1816) Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.


Bruix.

Bruix, Admiral von Frankreich, Colonelgeneralinspector der Küsten des Oceans, und Chef der 13ten Cohorte der Ehrenlegion, gebohren zu Domingo aus einer ausgezeichneten Familie.

In dem Amerikanischen Kriege befand er sich bey dem Treffen, das der Graf von Grasse den 12ten April 1781 lieferte: und zeichnete sich so aus, daß er alsbald darauf den Oberbefehl einer Fregatte erhielt. Er ward sodann in die Akademie des Seewesens aufgenommen.

Die Revolution verschafte ihm ein noch schnelleres Avancement; er ward nach und nach Generalmajor, Admiral, hierauf Marine-Minister, Staatsrath und Generalkommandant der Flottille.

Aus zu großer Uneigennützigkeit vernachläßigte er seine Vermögensumstände. Er starb zu Paris den 18ten März 1805 und hinterließ seinen Vater, seine Gemahlin und Kinder beynahe in der Dürftigkeit.


Eustache de Bruix.

Bruix (Eustache de), einer der kenntnißreichsten Seemänner des neuern Frankreichs, ward 1759 auf St. Dominigue von adelichen Aeltern geboren.

Nachdem er in den Lehranstalten des Mutterlandes sich durch gründliche Studien zu seiner Bestimmung vorbereitet hatte, trat er unter die Garden der Marine, und machte seinen ersten Seezug unter dem Admiral Grasse gegen die Engländer. Auch im Frieden setzte er seine Studien und Dienste fort, und commandirte auf der Station von St. Domingue.

Erst verlor er durch die Revolution als Adelicher seine Stelle, wurde aber nachher als Unterbefehlshaber bei der Expedition nach Irland unter dem Viceadmiral Morard de Galles angestellt; später erhob ihn das Anerkenntniß seiner Verdienste bis zum Posten eines Seeministers. Er commandirte dann eine Flotte, die von Brest auslief, im mittelländischen Meere wichtige Dienste leistete, und ohne Verlust wieder nach Brest zurückkam.

Nachdem er eine Weile als Privatmann zu Paris gelebt hatte, eröffnete ihm der 18te Brumaire eine neue Laufbahn. Er ward Befehlshaber einer Escadre in Rochefort, dann Staatsrath, endlich Befehlshaber der Flotte zu Boulogne und Inspector der Küsten. Er starb am 18ten März 1805.

Seine Tactique navale und andere wichtige Memoires sind ungedruckt; dagegen besitzt das Publicum seine Abhandlung über die Verproviantirung der Flotte mit den Producten des französischen Bodens. Auch sind die das Seewesen betreffenden Artikel in der Encyclopédie method, von ihm.

Neben seinen großen Verdiensten war Bruix ein sehr menschenfreundlicher und edler Mann.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.