1795

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Chronologische Tafel über die wichtigsten Begebenheiten des Jahres 1795, die Bezug auf den Krieg haben.


Januar.

Die englische Fregatte Daphne, von 32 Kanonen, wird durch 2 fränkische Fregatten im Ozean genommen.

5. Mehrstündiges Gefecht zwischen der englischen Fregatte Blanche, von 36 Kanonen, und der fränkischen Fregatte la Pique, von 38 Kanonen, in den Gewässern von Amerika: diese wird, mit 170 Todten und Verwundeten, genommen.

6. Einnahme des Forts la Trinite', oder Bouton de Roses, durch die Franken (OstPyrenäenArmee, Divis.General Sauret) mit 9 FeuerSchlünden und vielen Munition.

10. Die fränkische Fregatte Iphigenie durch die Spanier, im MittelMeere, genommen.

11. Einnahme von Tiel, und von 6 Forts, mit 300 Kanonen, 19 Fahnen, und vieler Munition, durch die Franken (NordArmee, Divis.General DeWinther).

13. Einnahme von Heusden, mit 173 Kanonen und 1500 Centnern Pulver, durch die Franken (NordArmee, Haupt.Gen. Pichegru); die 1200 Mann starke Besazung kriegsgefangen auf ihr EhrenWort.

16. Uibergang der Franken (NordArmee, HauptGen. Pichegru) über den Lek. Einnahme der Linien an der Grep, mit 80 Kanonen.

17. Einnahme von Utrecht und Amersfort durch die Franken (NordArmee, HauptGen. Pichegru).

18. Einnahme von Gertruidenberg nach 4tägigem Bombardement, und Eroberung aller seiner Forts, durch die Franken (NordArmee, HauptGen. Pichegru und Divis.Gen. Bonneau). Die Besazung kriegsgefangen auf ihr EhrenWort.

19. Einzug der Franken in Amsterdam (NordArmee, Divis.Gen. Dändels).

21. Uibergabe von Gorkum, mit 82, und von Dortrecht, mit 632 Kanonen, an die Franken (NordArmee, Haupt.Gen. Pichegru).

29. Von der mitten in den Stürmen des Winters ausgelaufenen fränkischen Brester Flotte versinken die LinienSchiffe: Scipio und der Neunte Thermidor (ehedem l'Auguste) von 80, und Superbe, von 74 Kanonen. Der Neptun, von 74 Kanonen, scheitert an den Küsten Frankreichs.

30. Besezung von Berg op Zoom xc. xc. durch die Franken (NordArmee). Das darin in Besazung gelegene 78ste englische Regiment wird gefangen gemacht.

31. Die Franken (NordArmee) rüken in Zwoll ein, und nehmen Besiz von der ganzen Provinz OberYssel. Das englische Geschwader an den westlichen Küsten Frankreichs, unter Commodore Warren, nimmt und zerstört 20 fränkische KauffahrteiSchiffe.


Februar.

3. Einnahme von Roses, nach 27tägiger Belagerung, mit 60 FeuerSchlünden und 541 Gefangenen, durch die Franken (OstPyrenäenArmee, Divis.Gen. Sauret).

8. Schluß des NationalConvents, daß die Ehre des Pantheons keinem Bürger eher zuerkannt, noch dessen BrustBild an öffentlichen Orten aufgestellt werden soll, als 10 Jahre nach seinem Tode. Dem zu Folge Ausgrabung Marat's, Le Pelletier's xc. und Umsturz ihrer BildSäulen, Mausoläen xc.

9. FriedensSchluß zwischen der fränkischen Republik und dem GrosHerzog von Toscana.

17. Pacification der Vendee, in einem Zelte unter den Kanonen von Nantes unterschrieben. Charette, Sapinaud, und die andern Chefs der Central- und der niederländischen Armee erkennen die Republik an. Ihrer Erklärung treten

21. 8 Chefs der Armee von Anjou und OberPoutou, (noch nicht aber deren erster Anführer Stoflet) und

26. mehrere Chefs der Chouans bei.

Zu Ende dieses, und in den ersten Tagen des Monats


März.

zieht sich die preussische Armee, unter dem FeldMarschall, Grafen von Möllendorf, aus ihrer bisherigen Stellung am OberRhein, bei Mainz, nach Westfalen.

2. Die fränkische Corvette l'Espionage, von 18 Kanonen, mit 175 Mann, durch die englische Fregatte Lively, von 32 Kanonen, genommen.

-- Bericht, Namens der Commission der XXI, von Saladin, über das Betragen von Barrere, Billaud-Varennes, Collot-d'Herbois, Mitgliedern des alten Wohlfahrts- und Vadier, Mitglied des alten Sicherheits-Ausschusses. Dem Antrage der Commission gemäs beschliest der NationalConvent, mit unermeßlicher Mehrheit, daß Anklage gegen sie statt finde; sie werden sogleich verhaftet.

3. Schluß des NationalConvents, wodurch die bisherigen 11 Armeen der fränkischen Republik auf folgende 8 gesezt werden: 1. Rhein- und MoselArmee, unter Pichegru; 2. Sambre- und MaasArmee, unter Jourdan; 3. NordArmee, unter Moreau (mit der Bestimmung, daß, wenn diese 3 Armeen gemeinschaftlich wirken, Pichegru das GeneralCommando darüber führen soll); 4. Alpen- und italienische Armee, unter Kellermann; 5. OstPyrenäenArmee, unter Scherer; 6. WestPyrenäenArmee, unter Moncey; 7. WestArmee, unter Canclaux; 8. KüstenArmee von Brest und Cherbourg, unter Hoche.

4. Das englische Geschwader unter R. Pellew nimmt und zerstört 15 fränkische KauffahrteiSchiffe.

7. Die fränkische ToulonerFlotte, unter GegenAdmiral Martin, nimmt bei dem Cap Corso das brittische LinienSchiff Berwick, von 74 Kanonen, mit 600 Mann Besazung, hinweg.

8. Schluß des NationalConvents, welcher die aus Anlaß der Revolution vom 31 Mai (1793) ausser dem Geseze erklärten, und in den Decreten vom 28 Jul. und 3 Nov. 1793 begriffenen VolksRepräsentanten auf der Stelle in seinen Schoos zurükruft.

12. Schluß des NationalConvents, wodurch der WohlfahrtsAusschuß bevollmächtigt wird, im Namen der fränkischen Republik, Friedens-Allianz lange WaffenStillstands- (trêves) Neutralitäts- und HandelsTractaten, selbst mit geheimen Artikeln, so wie auch kurze WaffenStillstände (armistices) und ParticularConventionen zu schliesen.

13. Gefecht bei Bentheim. Die Franken (NordArmee, Divis.Gen. Moreau) nehmen das feste Schloß dieser Stadt, mit 160 Gefangenen, 10 Kanonen, 2 Haubizen, ein .

-- Die fränkische Fregatten la Tourterelle, von 26 Kanonen, nach drithalbstündigem Gefechte, im Ozean, durch die englische Fregatte Lively, von 32 Kanonen, genommen.

14. SeeTreffen im MittelMeere, auf der Höhe von Savona. Die fränkische ToulonerFlotte (15 LinienSchiffe, 6 Fregatten, 3 Corvetten stark) unter GegenAdmiral Martin, wird von der MittelMeerFlotte der Britten (14 LinienSchiffe, 7 Fregatten, 1 Brander stark) unter Admiral Hotham geschlagen, und 2 LinienSchiffe, der Ça-ira, von 80, und der Censor, von 74 Kanonen, mit 2200 Mann, worunter 800 Todte, genommen. Das fürchterlich beschädigte englische LinienSchiff Illustrious, von 74 Kanonen, scheitert an der Küste Italiens.

18. Der englische Commodore Warren nimmt und zerstört 16 fränkische KauffahrteiSchiffe, und

26. die fränkische Corvette la Curieuse, mit 5 kleinern Schiffen.

29. Die englischen Fregatten Cerberus und Santa Margaritta nehmen den fränkischen Kutter Jean Bart, von 20 Kanonen, mit 120 Mann Besazung.


April.

1. Aufruhr in Paris (12 Germinal). Diese Stadt wird in BelagerungsZustand erklärt, der darinn anwesende General Pichegru zum OberBefehlshaber der Pariser NationalGarde ernannt, und die Deportation der VolksRepräsentanten Barrere, Billaud, Collot, Vadier, so wie (successive) die Verhaftung der VolksRepräsentanten, Amar, Leonard, Bourdon, Chasles, Choudieu, Duhem, Moses Bayle, Cambon, Crassous, Granet, Hentz, LeCointre (von Versailles), Le Basseur (von der Sarthe), Maignet, Thuriot und Maribon-Montaut verfügt.

5. Baseler Friede zwischen der fränkischen Republik und König Friedrich Wilhelm 2, von Preussen. (Die auf dem linken RheinUfer liegenden preussischen Länder sollen ferner von den fränkischen Truppen besezt bleiben, und alle endliche Uibereinkunft in Ansehung solcher bis zum allgemeinen Frieden zwischen Frankreich und Teutschland ausgesezt seyn. Art. 5.)

10. Das englische Geschwader, unter ViceAdmiral Colpoys, nimmt, im Ozean, die 2 fränkischen Fregatten, la Gloire, mit 275 Mann Besazung, und la Gentille, beide von 40 Kanonen.

18. Commodore Warren nimmt und zerstört mehrere fränkische Schiffe, darunter die Corvetten Jean Bart, von 26 Kanonen, mit 187 Mann, und l'Expedition, von 16 Kanonen, mit 120 Mann.

20. Schluß des NationalConvents, welcher wegen Besorgniß einer Landung von England aus, die Armeen der Küsten von Brest und von Cherbourg von einander trennt; jene bleibt unter dem General Hoche, diese kommt unter dem Aubert-Dubayet.

20. Pacification von Mabilais (bei Rennes) mit den Chouans, worin diese sich der Republik unterwerfen, und nie mehr die Waffen gegen sie zu tragen sich verpflichten. Auch Stoflet folgt ihrem Beispiele.

23. Feierliche Aufnahme des Freiherrn Stael von Holstein, im NationalConvent, als ausserordentlichen GrosBotschafters des Königs von Schweden, Gustaf Adolf's 2.

25. Die fränkische Fregatte Galathe scheitert an den Küsten Frankreichs.

30. Ausfall der Oestreicher, unter dem FeldZeugmeister von Wartensleben, aus Mainz, auf den befestigten Posten der Franken auf dem Hartenberge: sie verdrängen die leztern davon, nach einem blutigen Gefechte, nehmen 2 Kanonen, und legen sogleich Verschanzungen darauf an.


Mai.

1. Das englische LinienSchiff, der Boyne, von 98 Kanonen, geht zu Spithead im Brand auf.

4. Convention zwischen Kaiser Franz 2 und König Georg 3 von GrosBritannien, wodurch dem erstern ein Anlehn von 4,600,000 Pf. Sterl. garantirt wird, unter der Verbindlichkeit, im bevorstehenden Feldzuge mit wenigstens 200,000 Mann, zu Folge der in einem dieser Convention angehängten geheimen Artikel verabredeten Disposition, zu wirken.

7. Die gesammte englische Infanterie kommt, vom festen Lande aus, in England an.

9. Ein englisches Geschwader, unter R. Strachan, nimmt 12 fränkische KauffahrteiSchiffe.

16. Haager Friedens- und AllianzTractat zwischen der fränkischen Republik und der Republik der Vereinten Niederlande. (Diese trit an Frankreich auf immer das holländische Flandern, mit Inbegrif des ganzen Landes auf der linken Seite des Hond, Mastricht, Venlo, und deren Zugehörden, so wie die andern südwärts von Venlo an beiden Seiten der Maas liegenden Besizungen der Vereinten Niederlande, das Recht ausschliesender Besazung in Vlissingen, und den gemeinschaftlichen Gebrauch dieses Hafens ab, nebst einer Entschädigung für die KriegsKosten von 100 Millionen holländischer Gulden, und verbindet sich überdis zu einer beständigen Allianz gegen England. Frankreich verspricht ihr dagegen, im allgemeinen Frieden, einen gleichen Umfang von Gebiet abzutreten, und sie in alle seine FriedensSchlüsse mit den coalirten Mächten einzuschliesen).

17. Besondre (zu Basel geschlossene) Convention zwischen der fränkischen Republik und dem Könige von Preussen, die Festsezung einer NeutralitätsLinie betreffend.

20. Aufruhr in Paris (1 Prairial). Der NationalConvent wird mit bewafneter Macht angegriffen; der Repräsentand Feraud ermordet. Augenbliklicher Sieg der Rottirer; doch bald darauf deren Zerstäubung, und Verhaftung aller, die mit den Mördern des Convents berathschlagt hatten, namentlich der 14 VolksRepräsentanten Romme, Prieur (von der Marne), Bourbotte, Duroi, Duquesnoy, Goujon, Peyssard, Rühl, Soubrany, Albitte des ältern, Le Carpentier, Pinet, Borie, Ballot, und successive, wegen Theilnahme am Terrorism oder Aufruhr vom 1 Prairial: Pautrizel, Charbonnier, Laignelot, Ricord, Escudier, Salicetti, Panis, Thirion, Esnue la Vallee, Robert Lindet, Voulland, Jean Bon St. Andre', Jagot, Elias La Coste, La Vicomterie, David, Barbeau-Dubarran, Bernard (von Saintes).

25. Verhaftung von 8 durch ihre aufgefangenen Briefe verdächtigen Chefs der Chouans (Cormatin, Jarry, Gazet, Lanouraye, Solignac, Dufour, Boisgontier, Delahaye) in Rennes, und Abführung nach der Citadelle von Cherbourg. Dadurch neues Aufflammen des Krieges der Chouans.

Juni.

Die fränkische Fregatte Minerva, im MittelMeere, durch die englische Fregatte Dido genommen.

6. Der englische ViceAdmiral Cornwallis nimmt 8 fränkische KauffahrteiSchiffe von grosem Werthe.

23. Vorlegung des Projekts einer neuen Constitution für die fränkische Republik, durch Boissy-d'Anglas, Namens der Eilfer Commission.

-- SeeTreffen bei L'Orient. Die englische Flotte (von 13 LinienSchiffen, 6 Fregatten, 1 Corvette, 2 Brandern) unter Lord Bridport, schlägt die BresterFlotte der Franken (von 12 LinienSchiffen, ohngefähr eben so viel Fregatten, einigen kleinern Schiffen, zusammen 30 Segel) unter ViceAdmiral Villaret-Joyeuse, und nimmt 3 LinienSchiffe: den Formidable, von 80, den Alexander und den Tiger, von 74 Kanonen. Die fränkische Flotte zieht sich in den Hafen von L'Orient zurük, wo sie von Lord Bridport blokirt gehalten wird.

-- Gefecht unter den Kanonen der genuesischen Festung Savona, zwischen einem Korps Oestreicher und 150 Franken (italienische Armee, BrigadenGen. Dupuis.)

24. Angrif der Oestreicher, mit 10,000 Mann, auf das Lager der Franken vor Vado (ital. Armee, Divis.Gen. La Harpe.)

25. Allgemeiner Angrif der Oestreicher auf die ganze Linie des rechten Flügels der Franken (ital. Armee, HauptGen. Kellermann, und Divis.Gen. Massena.) In der Nacht vom

27. auf den

28. räumen die Franken das Fort Vado.

28. Ein englisches Geschwader, unter GegenAdmiral Warren, von 2 LinienSchiffen, 12 Fregatten, 2 Corvetten, 1 Lougre, 2 Kutters, 20 KanonierSlops und 40 TransportSchiffen, bewirkt die Landung eines starken Korps fränkischer Ausgewanderten unter dem Grafen von Puisaye, unterhalb der HalbInsel Quiberon, zwischen Crac und Carnac.


Juli.

In der Nacht vom

1 auf den

2 ziehen sich die Franken (ital. Armee, HauptGen. Kellermann) auf die Höhen von Albenga zurük.

4. Besezung der HalbInsel Quiberon durch die unter Puisaye gelandeten fränkischen Ausgewanderten; Einnahme des den Eingang dazu sichernden Forts Penthievre.

Ihr

7. (erster) unglüklicher Ausfall gegen das republikanische Lager von Ste. Barbe (KüstenArmee von Brest, HauptGen. Hoche.)

13. Gefecht bei Isle du Levant, zwischen der brittischen MittelMeerFlotte (von 23 LinienSchiffen, und 10 Fregatten und Kuttern) unter Admiral Hotham, und der ToulonerFlotte der Franken (von 17 LinienSchiffen und 6 Fregatten), worinn das fränkische LinienSchiff Alcides, von 74 Kanonen, sich entzündet, und mit einem Verluste von 400 Mann in die Luft auffliegt.

14. Ein englisches Geschwader (von 4 LinienSchiffen und 2 Fregatten) unter ViceAdmiral Elphinstone, nimmt Besiz von der SimonsBay (auf dem Cap der guten Hofnung), und 5 holländischen Schiffen, die darinn liegen.

16. (Zweiter) noch unglüklicherer Ausfall der Ausgewanderten auf Quiberon gegen das republikanische Lager von Ste. Barbe (KüstenArmee von Brest, HauptGeneral Hoche.)

21. WiederEinnahme des Forts Penthievre durch die Franken (KüstenArmee von Brest, HauptGen. Hoche.) Einschliesung und Gefangennehmung des gesammten Korps der Ausgewanderten auf Quiberon; unermeßliche Beute an Kriegs- und MundVorrath.

22. Bäseler Friede zwischen der fränkischen Republik und dem Könige von Spanien, Karl 4. Dieser tritt an sie, gegen Zurükgabe ihrer Eroberungen, den ganzen spanischen Theil der Insel St. Domingo ab. Die bisher streitigen Gränzen zwischen beiden Staaten sollen nach den Gipfeln der Gebirge bestimmt werden, worauf die Quellen der Flüsse von Frankreich und Spanien entspringen.

August.

4. In England erhält man Nachricht von der Hinwegnahme 6 englischer TransportSchiffe mit Truppen und KriegsVorrath durch die fränkischen Kapern in WestIndien.

10. Schluß des NationalConvents, daß der ganze SeeKrieg der Franken von nun an ein FlibustierKrieg werden, d. i. keine grosen Flotten mehr manövriren, sondern auf allen Meeren die Schiffe der Republik so wie der einzelnen Bürger, als Korsaren, den Handel Englands, die GrundQuelle seiner Macht, verheeren sollen.

22. Schluß des NationalConvents (vom 5 Fructidor), daß die WahlVersammlungen für den gesezgebenden Körper 2/3 aus den ConventsGliedern zu wählen gehalten seyn sollen.

25. Die englische Flotte, unter Admiral Duncan, die, mit einem russischen Geschwader vereint, in der NordSee kreuzt, nimmt 2 fränkische Corvetten, la Suffisante und la Victorieuse, jede von 14 Kanonen.

26. Der englische Kapitain Nelson nimmt und zerstört 11 fränkische Schiffe.

-- Das holländische Fort Triconomale, auf der Insel Ceylan, ergibt sich, mit 758 Mann Besazung und 107 Kanonen, mit Capitulation an die Engländer, unter Commodore P. Rainier und Obrist J. Stuart.

28. Baseler Friede zwischen der fränkischen Republik und dem Landgrafen von HessenCassel, Wilhelm 9. (Dieser verspricht die SubsidienVerträge mit England, solange Frankreich mit dieser leztern Macht im Kriege ist, weder zu Verlängern, noch zu erneuern. Die Franken sollen die Festung Rheinfels, die Stadt St. Goar, und den Theil des Grafschaft Katzenellenbogen, der auf dem linken Rheinufer liegt, ferner besezt halten, und alle endliche Anordnung in Betref dieser Länder bis zum allgemeinen Frieden zwischen Frankreich und Teutschland ausgesezt bleiben).

28. Der Graf von Artois segelt, am Bord von GegenAdmiral Hervey's Flotte, mit LandungsTruppen unter General Doyle, von Portsmouth nach den Küsten von Bretagne ab.

30. Schluß des NationalConvents (vom 13 Fructidor), daß, wenn durch die WahlVersammlungen für den gesezgebenden Körper nicht die volle Zahl der 500 Mitglieder, oder 2/3 aus den bisherigen ConventsGliedern gewählt würden, alsdann die WiederErwählten die noch Fehlenden aus der Mitte des Convents hinzuwählen sollen.

31. Uibergabe des holländischen Forts Oostenburg, auf Ceylan, an die Engländer, unter Commodore Rainier und Obrist Stuart.

-- Schluß des NationalConvents, daß die AlpenArmee unter General Kellermann bleiben, aber die bisher damit vereinigten italienische Armee unter den General Scherer kommen; Hoche (General der KüstenArmee von Brest) die WestArmee; Moncey (bisher General der WestPyrenäenArmee) die KüstenArmee von Brest; Canclaux (bisher General der WestArmee) en chef in den südlichen Departementen commandiren soll.

September.

1. In England erhält man Nachricht, daß die holländische Fregatte, die Alliantie, von 36 Kanonen, durch das englische 50 KanonenSchiff Stag, an den Küsten von Holland, und der fränkische Kaper, das NationalSchermesser, in WestIndien hinweggenommen worden.

In der Nacht vom

5 auf den

6. RheinUibergang des linken Flügels der fränkischen Sambre- und MaasArmee, unter dem Divis.General Kleber, in der Streke von Doesburg bis Düsseldorf, auf 3 Punkten. Einnahme der pfälzischen Festung Düsseldorf, mit 168 Kanonen, 10,000 Flinten, und KriegsVorräthen aller Art.

13. Treffen an der Sieg. Die Franken (linker Flügel der Sambre und MaasArmee, Divis.Gen. Kleber) sezen

14 über diesen Fluß. Die Oestreicher verlassen in der Nacht auf den

15 ihr Lager bei Neuwied, und ziehen sich hinter die Lahn zurük.

-- RheinUibergang des Centrums und des rechten Flügels der Sambre- und MaasArmee (HauptGeneral Jourdan) bei Neuwied, wo die Franken sogleich eine BrükenSchanze aufwerfen. Blokade der Festung Ehrenbreitstein (Divis.Gen. Marceau.)

15. KriegsErklärung K. Georg's 3 von GrosBritannien gegen die Republik der Vereinten Niederlande.

16. Die wichtige holländische Colonie, das Cap der guten Hofnung, geht mit Capitulation an die Engländer, unter den ViceAdmiral Elphinstone, und den Generalen Craig und Clarke, über.

20. Die fränkische Sambre- und MaasArmee (HauptGeneral Jourdan) geht über die Lahn, und drükt in 5 Colonnen gegen den Main vor.

-- Die fränkische Rhein- und MoselArmee (HauptGen. Pichegru) nimmt, mit Capitulation, Besiz von der Festung Mannheim, mit 371 Stüken schweren Geschüzes, rükt

21 von da aus auf beiden Ufern des Nekars vor, und besezt Ladenburg.

22. Die östreichische NiederRheinArmee, unter dem FeldMarschall von Clerfaye, zieht sich auf das linke Ufer des Mains zurük.

-- Die Franken (Rhein- und MoselArmee) besezen das Dorf Schriesheim, an der BergStrasse. Die Oestreicher, unter FeldMarschallLieutnant Quosdanovich, vertreiben sie in der Nacht wieder daraus; aber den

23 nehmen es die Franken, nach 7stündigem Gefechte, wieder ein.

-- Der NationalConvent, auf den ihm erstatteten Bericht über die Zählung der über die neue Constitution und die Decrete vom 5 und 13 Fructidor abgetreten Stimmen, erklärt im Namen des FrankenVolkes, daß die Constitution angenommen, und GrundGesez der Republik, und daß die WahlVersammlungen sich nach den Decreten vom 3 und 13 Fructidor zu richten schuldig seyn.

24. Allgemeine Angrif der Franken (Rhein- und MoselArmee) auf beiden Ufern des Nekars. Treffen bei Handschuhsheim, worinn FeldMarschallLieutnant Quosdanovich die Franken, unter Divis.Gen. Dufour, mit beträchtlichem Verluste zurükschlägt, und Dufour selbst gefangen wird.

-- Die fränkische Sambre- und MaasArmee (HauptGen. Jourdan) schliest Mainz auf der rechten RheinSeite ein; (auf der linken war es schon, von der Rhein- und MoselArmee, durch ungeheure Linien, seit dem 23 Oct. 1794 blokirt.)

25. Der Graf von Artois kommt in der Bucht von Bourgneuf an, und fodert, vergeblich, die Insel Noirmoutier zur Uibergabe auf. Er landet den

29 auf dem Inselgen d' Yen, wovon er im Namen K. Ludwig's 18 Besiz nimmt. Die Engländer und Ausgewanderten, unter General Doyle, sind hier zusammen 10,000 Mann stark.

Das englische LinienSchiff: der Vanguard, von 74 Kanonen, nimmt in WestIndien, die fränkische Corvette la Superbe, von 22 Kanonen, mit 106 Mann.


Oktober.

October.

1. Der NationalConvent beschliest die Vereinigung Belgiens, des Bisthums Lüttich, der Abteien Stablo und Malmedy, der Grafschaft Logne, so wie der im Haager Frieden vom 16 Mai von den Vereinten Niederlanden abgetretenen Städte und Bezirke, mit der fränkischen Republik, und deren Eintheilung in folgende

Departemente. HauptOrte.
1. der Dyl. Brüssel.
2. der Schelde. Gent.
3. der Lys. Brügge.
4. von Jemappe. Mons.
5. der Wälder. Luxemburg.
6. der Sambre und Maas. . . Namur.
7. der Ourthe. Lüttich.
8. der NiederMaas. Mastricht.
9. der beiden Netten. Antwerpen.

5. (Royalistischer) Aufruhr der Pariser Sectionen gegen den NationalConvent (13 Vendemiaire.) Sie werden durch die bei Paris versammelten Truppen von der Armee des Innern, unter dem VolksRepräsentanten Barras und General Buonaparte, nach einem blutigen Gefechte, besiegt und entwafnet.

7. Ein fränkisches Geschwader (von 6 LinienSchiffen und 3 Fregatten) unter GegenAdmiral Richery, nimmt, auf der Höhe des Cap St. Vincent, das in dem Treffen vom 14 März verlorene LinienSchiff: der Censor, von 74 Kanonen, wieder, und zugleich mehr als 30 reichbeladene Schiffe von der englischen KauffahrteiFlotte aus dem MittelMeere.

Eine andre fränkische SchiffsAbtheilung, unter Kapitain Moultson, trift, auf der Höhe von Finisterre, auf die englische JamaicaFlotte, und nimmt davon 18 schwere Schiffe von ausserordentlichem Werthe.

10. Die östreichische NiederRheinArmee, unter FeldMarschall Clerfaye, sezt bei Seligenstadt und Offenbach wieder auf das rechte MainUfer, und lagert sich

11 auf den Anhöhen von Bergen; ihr VorTrab sezt sich am linken Ufer der Nidda fest.

12. Angrif des fränkischen VorTrabs des linken Flügels der Sambre- und MaasArmee, von Höchst aus, auf die Oestreicher am linken Ufer der Nidda, um den in der Nacht auf den

13 von Jourdan bewirkten Rükzug der ganzen Armee zu maskiren. Entsaz von Mainz auf dem rechten RheinUfer.

14. Der teutsche ReichsTag bestimmt, in einem Gutachten an den Kaiser, die Art, wie der Friede mit Frankreich, mittelst einer ReichsDeputation, zu erzielen sey.

18. Die östreichische OberRheinArmee, unter General Wurmser, erobert das fränkische Lager vor Mannheim, und schliest dadurch diese Festung auf dem rechten RheinUfer ganz ein.

--Entsaz von Ehrenbreitstein, durch den Vortrab der östreichischen NiederRheinArmee, unter General Borros. eine fränkische Colonne zieht sich über die Brüke von Neuwied, auf das linke RheinUfer zurük, hält aber noch immer die BrükenSchanze besezt.

21. Eine andre Colonne, unter General Jourdan, geht, über die Brüke von Deutz, und bricht dann die Brüke hinter sich ab. Die stärkste Colonne der Franken zieht nach Düsseldorf hinunter.

24. In England erhält man Nachricht von der Hinwegnahme der fränkischen Corvette l'Eveille, von 18 Kanonen, durch das Geschwader unter GegenAdmiral Warren.

26. Lezte Sizung des NationalConvents.

28. Der neue gesezgebende Körper, in den Rath der Fünfhunderte und den Rath der Alten abgetheilt, hält seine erste Sizung.

29. Angrif der östreichischen NiederRheinArmee, unter FeldMarschall Clerfaye, auf die Linien der Franken (Rhein- und MoselArmee) vor Mainz; deren Eroberung, mit 138 Stüken schweren Geschüzes, 143 verschiedenen Wagen, Schmiedten und BelagerungsMaschinen, und 1633 Gefangenen. Wilder Rükzug der Franken. Gänzlicher Entsaz von Mainz, nun auch auf der linken RheinSeite. FeldMarschall Clerfaye zieht auf dem geraden Wege gegen Oppenheim und Worms vor, und FeldZeugmeister Wartensleben mit einer Colonne gegen Alzei, um sich längs dem Gebirge heraufzusenken. General Pichegru rükt dagegen, um ihnen die Stirne zu bieten, an die Pfriem vor, seine rechte Flanke an Worms, die linke an den Donnersberg angelehnt.

29. Angrif der östreichischen OberRheinArmee, unter General Wurmser, auf den Galgenberg, bei Mannheim. Einnahme desselben, so wie der NekarSchanze.

31. Besezung von Bingen durch die Oestreicher.

November.

1. Die Franken räumen die BrükenSchanze von Neuwied.

5. Installation des VollziehungsDirectoriums (dessen Mitglieder die ehemaligen VolksRepräsentanten Lareveillere-Lepaux, Letourneur, Reubel, Barras, Carnot sind.)

9. Ein 14 Bataillone und 40 Escadrons starkes Korps der östreichischen OberRheinArmee geht, unter General LaTour, bei Gernsheim über den Rhein, und vereinigt sich mit der Armee des Feldmarschalls Clerfaye.

10. Hartnäkiges, blutiges Treffen an der Pfriem. In der Nacht auf den

11 ziehen sich die Franken (Rhein- und MoselArmee, HauptGen. Pichegru hinter die Eisbach, und von da weiter in die Stellung von Türkheim hinter dem Frankenthaler Kanal über Oggersheim bis Friesenheim. Die Oestreicher rüken in Worms ein.

11. Gefecht an der Nahe, zwischen dem Vortrab des rechten Flügels der fränkischen Sambre- und MaasArmee, unter Divis.Gen. Marceau, und den Oestreichern, unter dem FeldZeugmeister, Prinzen von Hohenlohe. Die Franken besezen Kreuznach.

14. Treffen am Frankenthaler Kanal.

In der Nacht auf den

15 zieht sich Pichegru hinter den Rehbach, und noch vor Tag hinter den SpeierBach zurük. Feldmarschall Clerfaye rükt auf Rheingeilheim, Mutterstadt und Hochdorf vor; Mannheim ist nun rund um eingeschlossen. Auf der rechten RheinSeite fängt dessen Bombardement an. Im Gebirge dringen General Nauendorf auf der Seite von Trippstadt, und Obrist Elsniz gegen Frankenstein vor, und treffen den

16 zusammen in Kaiserslautern ein. Pichegru zieht sich nun in die Linien an der Queich, zwischen Germersheim und Landau zurük, und die Oestreicher besezen

17 Neustadt und Speier.

21. Bombardement von Mannheim, auch auf der linken RheinSeite, von der RheinSchanze aus. Es ergibt sich an die Oestreicher, unter General Wurmser, mit Capitulation; die 9762 Mann starke fränkische Besazung, unter Divis.Gen. Montaigu, wird kriegsgefangen.

23. Uibergang der ganzen östreichischen OberRheinArmee, unter General Wurmser, auf das linke RheinUfer.

25. General Nauendorf schlägt, bei Kussel, 3 fränkische ReiterRegimenter zurük, welche die Vereinigung der Sambre- und Maas- mit der Rhein und MoselArmee hatten bewirken sollen.

30. Der rechte Flügel der Sambre- und MaasArmee, unter Divis.Gen. Marceau, sezt zu Kirn über die Nahe, und rükt an den Glahn, zwischen Meisenheim und Lauterek vor.

Dezember.

December.

1. Eine Division der Sambre- und MaasArmee, unter General Poncet, nimmt Kreuznach, nach einem Gefechte, worinn sie 350 Oestreicher zu Gefangenen macht.

-- Eine Division der Rhein- und MoselArmee besezt Zweibrüken und Homburg, nachdem sie die Oestreicher daraus vertrieben.

7. Der englische Minister Pitt öfnet das Budget. Die Subsidien für das Jahr 1796 belaufen sich auf 27,662, 083 Pf. Sterl.

8. Botschaft König Georg's 3 an das Parlament, worinn er erklärt, daß in Frankreich endlich eine Regierung eingeführt worden sey, mit der man Frieden unterhandeln könne, wenn sie sich dazu geneigt bezeuge.

-- Der rechte Flügel der Sambre- und MaasArmee, unter Divis.General Marceau, wird bei Alsens von den Oestreichern geschlagen, und zieht sich, mit einem Verluste von 5 Kanonen und 600 Mann Gefangenen, über Kirn hinter die Nahe zurük.

10, 11, 12. Allgemeiner Angrif der Rhein und MoselArmee (HauptGen. Pichegru) auf die ganze Linie der Oestreicher, von dem Rhein bis in die Gebirge bei Trippstadt und Lautern.

In der Nacht auf den

-- zieht sich die Sambre- und MaasArmee ganz von der Nahe hinweg, nach der Mosel zurük.

19. Der gesezgebende Körper in Frankreich, bei den ungeheuren, dringenden StaatsBedürfnissen, und dem gänzlichen Versinken der Assignaten wegen ihrer Menge, beschliest ein gezwungenes Anlehen von 600 Millionen, in klingender Münze, oder in Assignaten zu 100 für 1.

-- Die englische Cavallerie, und mehrere Korps fränkischer Ausgewanderten in brittischem Solde, kommen von der Elbe zurük in Shields an.

30. Waffenstillstand, auf 10tägige Aufkündigung, zwischen den fränkischen und östreichischen Armeen am Rhein.


Quellen und Literatur.

  • Taschenbuch für die neuste Geschichte. Herausgegeben von D. Ernst Ludwig Posselt. Vierter Jahrgang. Feldzug 1795. Nürnberg, in der Bauer- und Mannischen Buchhandlung. 1798.