1800

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Chronik von Europa, vornemlich in Bezug auf GrosBritannien, vom Jahr 1800.

[Aus the Star, No. 3783.]

Januar.

1. FriedensAnträge, durch den Ersten Consul in Frankreich der brittischen Regierung gemacht, aber von dieser verworfen.

2. Nachricht vom Verlust des KriegsSchiffes Ethalion.

5. Eine neue fränkische Fregatte von 46 Kanonen durch die Schaluppen Harpy und Fairy weggenonmen.

8. Nachricht von der WiederEroberung der (durch ihre empörte Mannschaft in einen spanischen Hafen in WestIndien abgeführten) Fregatte Hermione durch die Boote des KriegsSchiffes Surprize.

9. Die Bank von England bewilligt der Regierung, wegen Erneuerung ihrer Karte, einen Vorschuß von 3,000,000 Pf. Sterling auf sechs Jahre, ohne Interessen.

15. Zusammenkunft des Parlaments von Irland, und lange Debatten in Betref der Union mit GrosBritannien.

16. Ein fränkisches Schif von 20 Kanonen durch das KriegsSchif Caroline weggenommen.

Nachricht von einer in der nähe der Vorgebirges der guten Hofnung ausgebrochenen Verschwörung, welche jedoch, durch die Thätigkeit der brittischen Truppen, bald wieder gedämpft worden.

17. Wiederholte FriedensAnträge von dem Ersten Consul in Frankreich, von der brittischen Regierung wiederholt zurükgewiesen.

23. Die Pariser TagBlätter bringen die Nachricht, daß der General Kleber über die türkischen und andern Truppen in Aegypten mehrere Vortheile erfochten.

Nachricht von dem Tod des Generals Washington, in Amerika, der den 15 Dec. 1799, im 68 Jahre seines Alters, erfolgt war.

Die Insurgenten im grösten Theil der westlichen Departemente Frankreichs nehmen die ihnen von Bonaparte angebotene Amnestie an.

24. Convention zwischen dem General Kleber und dem GrosWessir, die Räumung Aegyptens durch die Franken betreffend, die jedoch nie in Vollziehung gebracht wird.

Nachricht vom Verlust des LinienSchifs Scepter von 64 Kanonen, welches am Vorgebirge der guten Hofnung in Sturm verunglükt.

25. Die Schaluppe Brazen von 18 Kanonen geht bei Newhaven, an der Küste von Sussex, zu Grunde; alle darauf befindliche Personen, 154 an der Zahl, kommen bis auf Einen Mann um.

27. Starke Beschlüsse in verschiedenen Theilen Irlands gegen die vorgeschlagene Union.

Februar.

3. Lange Debatten in dem Hause der Gemeinen, in Betref der von Frankreich gemachten FriedensAnträge. Fox spricht bei dieser Gelegenheit. Das Haus entscheidet zu Gunsten der durch die königlichen Minister geschehenen Verwerfung der Anträge.

5. Nachricht von einer beunruhigenden Verschwörung der Negern, welche auf der Insel Jamaica entdekt worden.

Die fränkische Fregatte Pallas von 40 Kanonen wird durch die englische Fregatte la Loire von 46 Kanonen bei Ouessant weggenommen.

Das Haus der Gemeinen in Irland erklärt sich, nach langen Debatten, mit 158 Stimmen gegen 115, zu Gunsten der Union mit GrosBritannien. VolksUnruhen bei dieser Gelegenheit.

7. Nachricht im Hause der ostindischen Gesellschaft von einem verzweifelten Gefecht, das in der MeerEnge von Babelmandel zwischen dem englischen Schif Trincomale und einer fränkischen Fregatte statt hatte, worin beide Schiffe aufflogen, und ihre Mannschaft gänzlich umkam.

10. Das Haus der Lords in Irland erklärt sich zu Gunsten der Union mit GrosBritannien.

13. Nachricht von dem Entschlusse des Kaisers von Rußland, seine Truppen von der Coalition gegen Frankreich zurükzuziehen.

17. Die Pariser TagBlätter melden die Unterwerfung der Chefs der Chouans in den westlichen Departementen Frankreichs, und die Herstellung der Ruhe in diesen Gegenden.

18. Das fränkische LinienSchif Genereux von 74 Kanonen wird im MittelMeer durch das Geschwader des Lords Nelson weggenommen.

22. Die Londoner Hofzeitung erklärt den Hafen von Genua im BlokadeZustand.

23. Die Pariser Tagblätter melden, daß ein Theil der Chouans in den westlichen Departementen Frankreichs, die sich bis auf's Aeusserste gehalten, gänzlich bezwungen worden.

27. Nachricht aus OstIndien, daß Zemaun Schach friedliche Eröfnungen gemacht, welche angenommen worden.

März.

3. Das Hamburger PaketBoot bringt Nachricht von einem zwischen Rußland und Portugal geschlossenen AllianzTractat.

6. Der OstIndienFahrer Albion wird durch einen fränkischen Korsaren in den Indischen Gewässern weggenommen.

Der General Fiscal von Irland bringt in dem dortigen UnterHause eine Bill wegen Fortdauer des MartialGesezes ein, welche in der Folge genehmiget wird.

10. Das LinienSchif Repulse von 64 Kanonen geht bei Ouessant unter; der gröste Theil der Mannschaft wird von den Franken zu Gefangenen gemacht.

12. Allgemeiner Bus- und FastTag in England.

14. Der Kardinal Gregorio Barnaba Chiaramonti wird, im Conclave zu Venedig, unter dem Namen Pius VII. zum Papst gewählt.

15. Die Fregatte Danae von 22 Kanonen, unter Kommando des Lords Proby, wird durch ihre aufrührische Mannschaft nach Brest geführt, und dem Feind überliefert.

16. Der Erzherzog Karl legt das OberKommando der östreichischen Armee in Teutschland in die Hände des Feldzeugmeisters Kray nieder.

17. Das englische LinienSchif Königin Charlotte von 110 Kanonen fliegt im Hafen von Livorno auf; der Kommandant und ohngefähr 800 Mann kommen bei dieser Explosion um's Leben.

23. Nachricht aus Aegypten, von der am 29 Dec. 1799 durch die türkischen Truppen geschehenen Wegnahme des Forts El Arish; die fränkischen Soldaten, die dasselbe vertheidigten, wurden sämmtlich niedergehauen. Kurz nach diesem Ereigniß, (den 24 Januar), schliest General Kleber eine Convention mit dem GrosWessir, die Räumung Aegyptens durch die fränkischen Truppen betreffend. Diese Convention wird jedoch nachher nicht vollzogen, weil der Admiral Keith sich der freien Einschiffung der fränkischen Truppen widersezt. (s. 24 Jan.)

24. Nachricht von einem zwischen Rußland und Schweden geschlossenen AllianzTractat.

25. Lord Keith und Admiral Kingsmill berichten der Admiralität die Wegnahme einer Anzahl fränkischer KriegsFahrzeuge im MittelMeer und auf der Station von Irland.

28. Die Franken fangen die Feindseligkeiten in Aegypten wieder an, und schlagen die Türken mit grossen Verlust.

Beide Häuser des Parlaments in Irland erklären sich definitiv für die Union mit GrosBritannien, und beschliessen in Betref derselben eine Adresse an den König.

Das fränkische LinienSchif Wilhelm Tell von 86 Kanonen wird bei Malta von den englischen KriegsSchiffen Lion, Foudroyant und Penelope weggenommen.

April.

2. Königliche Botschaft in Betref der vorgeschlagenen Union mit Irland an beide Häuser des brittischen Parlaments.

4. Die Insel Goree, an der westlichen Küste von Afrika, wird den Franken durch die brittischen Truppen unter Kommando des Sir Charles Hamilton weggenommen.

5. Zwei spanische Fregatten, Carmen und Florentia, und mehrere KauffahrteiSchiffe werden im MittelMeer durch die englischen Schiffe Leviathan und Emerald weggenommen.

6. Der Feldzug in Italien wird mit groser Lebhaftigkeit eröfnet. Die Oestreicher erfechten wichtige Vortheile, nehmen Besiz vom Fort Vado, und einigen andern Pläzen, und schneiden dem General Massena die Communication mit Frankreich ab.

8. Verzweifeltes Gefecht in Italien zwischen den fränkischen und östreichischen Truppen; Massena macht vergebens den Versuch, die am 6 verlornen Stellungen in der Nähe von Savona wieder wegzunehmen.

9. Die Oestreicher, unter Kommando des Generals Hohenzollern, erobern den wichtigen Paß Bocchetta im Genuesischen.

Mehrere tausend Mann Truppen segeln von den Dünen nach dem MittelMeer ab.

10. General Melas greift den General Massena in der Nähe von Varaggio an, und drängt ihn, nach einem hartnäkigen Kampfe, aus dieser Position zurük.

12. Vom Lord Keith geht die Meldung ein, daß er die Städte Marseille, Toulon, Nizza, xc. im BlokadeZustand erklärt habe.

18. Die fränkischen Truppen in Italien, unter Kommando des Generals Massena, werden durch die Oestreicher auf's neue in der Nähe von Genua angegriffen, und gezwungen, sich in diese Stadt zurükzuziehen.

19. Lebhafter, aber vergeblicher Versuch des fränkischen Generals Suchet, seine gleich zu Anfang des Feldzugs abgeschnittene Communication mit dem General Massena herzustellen.

22. Graf St. Vincent erhält, an die Stelle des resignirten Lords Bridport das OberKommando der KanalFlotte.

25. Die fränkische RheinArmee, unter Befehl des Generals Moreau, eröfnet ihren Feldzug, indem sie auf mehreren Punkten über den Rhein vorbricht, und die Oestreicher überall zurükdrängt.

30. Heftiger, aber fruchtloser Angrif auf Genua zu Land und zur See. Doch nimmt das brittische Geschwader, unter Admiral Keith, mehrere mit Mund- und KriegsBedürfnissen für diese Stadt beladene Schiffe weg.

Mai.

3. Schlacht bei Engen. Die fränkische RheinArmee unter General Moreau nimmt den Oestreichern über 7000 Gefangene ab, erbeutet 3 Fahnen, 9 Kanonen und sehr beträchtliche Magazine.

5. Schlacht bei Möskirch. Die Oestreicher verlieren 3000 Gefangene, 5 Kanonen, und ziehen sich auf das linke Ufer der Donau zurük.

Bonaparte reist von Paris ab, um die Operationen der ReserveArmee, die in Italien eindringen soll, zu leiten.

6. Die Oestreicher nehmen den wichtigen Paß vom Coldi Tenda, in Italien, mit dem Bajonet weg.

7. General Suchet muß sich mit seinem Korps über den Var in die Provence zurükziehen, und dem General Melas die Stadt und Grafschaft Nizza überlassen.

9. Die östreichische Armee unter Kommando des FeldZeugmeisters Kray wird von dem General Moreau bei Biberach auf's neue, mit Verlust von 2000 Gefangenen, geschlagen.

10. General Lecourbe schlägt die Oestreicher bei Memmingen, und nimmt ihnen 1800 Gefangene ab. FeldZeugmeister Kray zieht sich in die Verschanzungen von Ulm zurük.

13. Bonaparte bricht von Lausanne auf, um an der Spize der ReserveArmee über den grosen Bernhard zu ziehen.

15. König Georg III mustert die erste Division der GrenadierGarde im HydePark; aus einer Flinte im ersten Glied geht eine Kugel los, welche einem Herrn, der nur wenige Ehlen vom Könige entfernt steht, in den Schenkel fährt.

Abends kommt der König mit den Prinzessinnen in das Theater von Drurylane; im Augenblik, wo er in seine Loge eintritt, wird, vom Parterre, aus einer mit Kugeln geladenen Pistole nach ihm geschossen; der Thäter, Nahmens Hinfiel, wird augenblicklich ergriffen, und bald darauf vor Gericht gebracht, aber wegen Wahnsinns freigesprochen.

Die Citadelle von Savona geht durch Kapitulation an die Oestreicher über.

19. Die fränkische ReserveArmee rükt, nach mehreren kleinen Vortheilen, bis zum Fort Bardo in Piemont vor.

20. Die Fregatte Endymion nimmt mehrere fränkische KriegsFahrzeuge weg.

27. Die fränkische ReserveArmee schlägt den General Haddik an der Chiusela.

28. In London erhält man officielle Berichte von dem WiderAusbruch der Feindseligkeiten in Aegypten, von dem entschiedenen Siege, den General Kleber bei Heliopolis über die Armee des GroßWessirs erfochten, und von seinem WiederEinzug in Kairo. (S. 28 März.)

31. Die fränkische ReserveArmee, nach einigen partiellen aber heftigen Gefechten, geht über den Tesino, und marschirt gerades Weges nach Mailand.

Juni.

4. Ein kleines Geschwader unter den Befehlen von Sir Edward Pellew und General Maitland zerstört einige Schiffe und Batterien auf Quiberon.

6. Sir Home Popham kommt von Petersburg aus in London an, wohin ihm bald auch Lord Whitworth, brittischer GrosBotschafter an jenem Hofe, nachfolgt, da Kaiser Paul I plözlich (capriciously) den Entschluß gefaßt, alle politischen Verbindungen mit GrosBritannien abzubrechen.

7. Die fränkische Armee unter den Befehlen des Generals Massena räumt Genua, vermöge einer Convention, nachdem sie buchstäblich ausgehungert war.

Meldung bei der Admiralität, daß das LinienSchif Tremendous bei Isle de France eine fränkische Fregatte an den Strand gejagt und gänzlich zerstört habe.

9. Die fränkische ReserveArmee ist bereits im Besiz von Mailand, Pavia, Lodi, Cremona, Oreinuovi, Brescia, Piacenza und Stradella, an welchen Orten sie unermeßliche Magazine und Vorräthe aller Art gefunden.

Schlacht bei Montebello: das östreichische ArmeeKorps unter den Befehlen des FeldMarschall-Lieutenants Ott verliert 5 Kanonen und über 4000 Gefangene.

11. Die Boote vom Geschwader des Sir John Borlase Warren nehmen eilf, mit Provisionen für die vereinte fränkisch- spanische Flotte im Hafen von Brest beladene Schiffe zu St. Croix hinweg.

12. Das LinienSchif Indefatiguable nimmt ein fränkisches KriegsFahrzeug von 16 Kanonen weg.

13. Die UnionsBill geht in beiden Häussern des Parlaments von Irland durch.

14. Schlacht bei Marengo, welche das Schiksal Italiens entscheidet. General Melas wird durch die fränkische ReserveArmee, unter Bonaparte's eigner Anführung, gänzlich geschlagen, mit Verlust von 8 Fahnen, 20 Kanonen und 6000 Mann Gefangenen. Der kaum aus Aegypten zurükgekommene, General Desaix bleibt auf dem SchlachtFelde.

General Kleber wird, zu Kairo, durch einen gedungenen Meuchelmörder getödet. An seiner Stelle übernimmt General Menou das Kommando der fränkischen Armee vom Orient.

16. Convention von Alessandria, durch welche ein WaffenStillstand in Italien festgesezt, und den Franken die Stadt Genua, die Citadellen von Turin, Mailand, Tortona, Alessandria, Pizzighetone, Arona, Piacenza, Coni, Ceva, Savona und das Fort Urbano eingeräumt werden.

19. DonauUibergang der fränkischen RheinArmee, unter den Befehlen des Generals Moreau bei dem Dorfe Blindheim; Schlacht bei Höchstädt, welche den Oestreichern 5 Fahnen, 20 Kanonen, gegen 5000 Gefangene kostet, und ihren Rükzug von Ulm entscheidet.

20. Unterzeichnung einer Convention zwischen Oestreich und GrosBritannien, durch welche ersteres sich verbindet, den Krieg gegen Frankreich bis zu Ende Februars 1801 fortzusezen.

27. Treffen bei Oberhausen, unweit Neuburg, worin der erste Grenadier der fränkischen Armeen, Latour d'Auvergne, bleibt.

Einzug der Franken, unter dem DivisionsGeneral Decaen, in München, der HauptStadt Baierns.

29. Die Festung Ulm wird von den Franken eng eingeschlossen.

Juli.

1. Bonaparte kommt wieder, aus Italien zurük, in Paris an, und empfängt am folgenden Tage die Glükwünsche aller constituirten Gewalten über seinen Sieg bei Marengo.

2. König Georg III erscheint im Hause der Lords, um der Bill, betreffend die Vereinigung der Königreiche GrosBritannien und Irland in Ein groses und mächtiges Reich, seine Genehmigung zu ertheilen.

Sir J. B. Warrren's Geschwader zerstört bei der Insel Noirmoutier einige fränkische Schiffe.

7. Die fränkische Fregatte Desirée wird durch die Schiffe Andromeda und Dart aus dem Hafen von Dünkirchen weggenommen.

10. Nachricht von der Ankunft des Generals Abercrombie im MittelMeer mit mehreren tausend Mann Truppen aus England.

14. General Lecourbe, nachdem er die Oestreicher auf mehreren Punkten geschlagen, nimmt Besiz von Feldkirch, Chur und ganz Graubünden.

Der OstIndienFahrer: die Königin, fliegt an der Küste von Brasilien auf, und ohngefähr 80 Personen, die sich am Bord befanden, verlieren dabei ihr Leben.

15. WaffenStillstand, zu Parsdorf, in Baiern zwischen den Generalen Moreau und Kray geschlossen, kraft dessen die Feindseligkeiten sogleich eingestellt werden.

Scharfes Gefecht bei Ostende, zwischen dem englischen Schif Nemesis und der dänischen Fregatte Freya, die sich nicht visitiren lassen will. Der Kampf dauert 1 Stunde 20 Minuten, worauf die dänische Fregatte samt ihrem Convoi die Flagge streicht, und von dem englischen Schif nach den Dünen abgeführt wird.

25. Der teutsche Kaiser sezt den neuerwählten Papst Pius VII in den Besiz der Regierung des KirchenStaats.

26. Nachricht bei der Admiralität, das durch die englischen Kreuzer im MittelMeer eine Anzahl KauffahrteiSchiffe weggenommen worden.

28. Friedens Präliminarien zwischen Oestreich und der fränkischen Republik, zu Paris, durch den General Grafen St. Julien und den Minister der auswättigen Angelegenheiten Talleyrand, unterzeichnet, welche jedoch der Kaiser zu ratifiziren verweigert.

Ein fränkisches Kriegsfahrzeug von 14 Kanonen durch das englische Schif Uranie weggenommen.

29. Die Pariser Tagblätter melden, daß die fränkische Armee von Italien die Republikette Lucca in Besiz genommen hat.

Das brittische Parlament wird von dem König prorogirt.

Der Brik Cerberus von 7 Kanonen und 87 Mann wird von dem Lieutenant Coggan, vom Cutter Viper, und 19 brittischen Seeleuten, in der Nacht aus PortLouis weggenommen.

31. Die russischen KriegsSchiffe, die so lange in den brittischen Häfen gelegen hatten, segeln nach ihrem Lande zurük, mit einer Anzahl von TransportSchiffen, die den Uiberrest der in der Expedition gegen Holland gebrauchten russischen Truppen am Bord haben.

August.

1. Das Parlament von Irland wird prorogirt.

4. Lord Whitworth segelt von den Dünen aus nach Kopenhagen, um die zwischen Dännemark und GrosBritannien entstandenen Zwistigkeiten beizulegen.

7. Eine Expedition, unter den Befehlen des Sir James Pulteney, segelt von Portsmouth ab.

9. Admiral Dickson segelt mit einem Geschwader nach dem Sund, um, durch die Erscheinung einer brittischen SeeMacht bei Helsingör, den Unterhandlungen des Lord Whitworth mit dem dänischen Ministerium, in Betref der zwischen beiden Staaten obwaltenden Irrungen, Nachdruk zu geben.

24. Die fränkische Fregatte Diana, im MittelMeer, durch das englische Schif Succeß weggenommen.

25. Das ArmeeKorps, unter Kommando des Sir James Pulteney, macht einen vergeblichen Versuch gegen die Stadt und Hafen Ferrol, in Spanien, und muß sich am folgenden Tage wieder einschiffen.

29. Convention, zu Kopenhagen, durch Lord Whitworth und den dänischen Minister unterzeichnet, durch welche die Zwistigkeiten zwischen beiden Staaten zum Theil beigelegt, und dem zufolge dem dänischen Convoi in den Dünen Erlaubniß zur Abfahrt ertheilt wird.

31. Vorschlag eines WaffenStillstands zur See, zum Behuf von FriedensUnterhandlungen, den die fränkische Regierung der brittischen macht, aber diese leztere verwirft.


September.

1. Bedenkliche Unruhen in Nottingham, wegen des hohen Preises der Lebensmittel, die mehrere Tage fortdauern.

3. Zwei spanische Fregatten, la Paz und Esmiralda, werden durch die Boote der englischen Kriegsschiffe Minotaur und Niger aus dem Hafen von Barcellona weggenommen. (Verlezung der schwedischen Flagge bei diesem Unternehmen.)

5. Die Insel Malta ergibt sich den englischen Truppen, unter Kommando des Generals Pigot, nach einer zweijährigen Blokade.

9. Unruhen in Birmingham, wegen des hohen Preises der Lebensmittel. Um die nemliche Zeit brechen in verschiedenen Theilen Englands, aus gleichem Grunde, aufrührische Bewegungen aus.

11. Der russische Kaiser befiehlt ein Embargo auf alle brittischen Schiffe in Riga zu legen, welches jedoch bald wieder aufgehoben wird.

14. Admiral Dickson's Geschwader kehrt, in Folge der am 29. v. M. abgeschlossenen Convention, von dem Sund wieder nach Yarmouth zurük.

15. Ernsthafte Bewegungen in London, wegen des hohen Preises der Lebensmittel. Der Tumult dauert bis zum Morgen des 21sten fort, wo die Ruhe in dieser HauptStadt wieder völlig hergestellt wird.

Eine fürchterliche Seuche bricht in Cadiz aus, welche eine geraume Zeit hindurch fortwüthet, und Tausende von Einwohnern dieser Stadt, und andrer Orte in der Nachbarschaft, wegrafft.

20. Convention von Hohenlinden, über eine Verlängerung des WaffenStillstands zwischen der fränkischen RheinArmee und der kais. königl. Armee in Deutschland; zum Unterpfand der friedlichen Gesinnungen des Kaisers werden den Franken die Festungen Ingolstadt, Ulm und Philippsburg eingeräumt.

21. Die fränkische Fregatte Vengeance von 46 Kanonen wird in WestIndien, nach einem scharfen Gefecht, durch die englische Fregatte la Seine weggenommen.

23. Nachricht bei der Admiralität, daß von den englischen Kreuzern auf der Jamaica-Station, von 20 Mai an bis 3 August, 6 KriegsFahrzeuge und 87 KauffahrteiSchiffe weggenommen worden.

Die englische Fregatte Nereide nimmt Besiz von der holländischen Colonie Curacao, in WestIndien, mit einer ungeheuren Menge von WaarenVorräthen, und mehreren Schiffe im Hafen.

27. Die englische Schaluppe Hound geht bei Brassy-Sound unter.

30. Friede zwischen Frankreich und Algier.

Oktober.

3. Die Livery von London, in Common-Hall versammelt, beschliest eine Bittschrift an den König zu Versammlung des Parlaments, um den hohen und beunruhigenden Preis der Lebensmittel in Betrachtung zu ziehen, und Abhilfe dagegen zu treffen. Der König weigert sich diese Bittschrift "auf dem Thron" zu empfangen, weil sie nicht durch die Corporation der City votirt worden.

Freundschafts- und HandelsVertrag, zu Paris, zwischen den Vereinigten Staaten von NordAmerika und der Republik Frankreich abgeschlossen.

6. Die brittische See- und KriegsMacht, unter den Befehlen des Lord Keith und des Generals Aberkrombie, will einen ernstlichen Angrif gegen Cadiz unternehmen; allein nach einem Aufenthalt von mehreren Tagen vor diesem Plaze, wird die vorgehabte Unternehmung aufgegeben.

9. Der StadtRath von London beschliest eine Bittschrift an den König zu Versammlung des Parlaments, um über den hohen Preis der Lebensmittel zu berathschlagen. Se. Majestät ertheilen eine gnädige Antwort, und der 1 Nov. wird zu jener Absicht bestimmt.

11. Die Kanonen vom Park und Tower werden wegen der Einnahme von Malta abgefeuert.

14. Eine Division der fränkischen Armee von Italien, unter den Befehlen des Generals Dupont, rükt in das Gebiet von Toscana ein, zerstreut den feindlichen Aufstand in Masse, und nimmt unmittelbar darauf Besiz von dem ganzen Lande. In Livorno und Florenz wird alles englische Eigenthum, das sich an diesen Orten findet, weggenommen und confiszirt.

16. Eine weitere Abtheilung brittischer Truppen segelt von Portsmuth nach dem MittelMeer ab.

Ein heftiger Sturm wuthet im MittelMeer, durch den mehrere englische Schiffe stark beschädigt werden.

18. Nachricht von der Wegnahme der fränkische Corvette la Mouche, von 20 Kanonen, bei Vigo, durch die englische Fregatte Minerve.

20. Drei fränkische Briks werden durch die Boote des englischen LinienSchiffes Excellent aus der kleinen Bucht westwärts von Abreverak, an der Küste von Frankreich, weggenommen.

28. Graf von Cobenzl kommt, als bevollmächtigter Minister des Kaisers um Frieden mit der fränkischen Republik zu unterhandeln, in Paris an, von wo er sich, mit dem Bevollmächtigten der Republik Joseph Bonaparte, nach Lüneville begibt.

November.

9. Das englische LinienSchif Marlborough, von 74 Kanonen, geht durch Sturm an den Küsten von Frankreich unter; die Mannschaft wird noch gerettet.

Ungeheurer Sturm, der (über einen grosen Theil von Europa wüthet, und) in London und andern Theilen Englands, besonders längs den Küsten unermeßlichen Schaden anrichtet.

10. Die englischen Schiffe Pelican und Havick gehen an der Küste von Frankreich zu Grunde; die Mannschaft wird gerettet.

11. König Georg III erscheint im Hause der Lords, und eröfnet die Sizung des Parlaments durch eine Rede vom Thron.

14. Die fränkischen Generale kündigen den östreichischen Armee den WaffenStillstand auf, weil Graf Cobenzl zu Lüneville darauf bestand, "der Kaiser könne nicht anders als im Einverständniß mit seinem Alliirten, dem König von GrosBritannien, Frieden unterhandeln.

18. Der Kaiser von Rußland, erbittert darüber daß ihm die Insel Malta nicht von den Engländern abgetreten worden, legt ein Embargo auf alle brittischen Schiffe in den Häfen seines Reichs, und befiehlt, alles englische Eigenthum zu sequestriren. Die Seeleute der weggenommenen englischen Schiffe werden in das Innere von Rußland abgeführt.

21. Ein preussisches TruppenKorps besezt Cuxhaven, aus Anlaß der durch einen englischen Kreuzer geschehenen Wegnahme eines preussischen Schiffes in diesem Hafen. Se. preussische Majestät lehnt jedoch hei dieser Gelegenheit alle feindseligen Gesinnungen gegen England von sich ab.

24. WiederAnfang der Feindseligkeiten am Main, und Vorrüken der Franken an diesem Strom hinauf.

28. Kapitain Home Popham segelt von den Dünen mit einem Geschwader ab, wie es heißt, zu einer Expedition gegen die spanischen Besizungen in SüdAmerika.

WiederAnfang der Feindseligkeiten in Baiern zwischen dem General Moreau und dem Erzherzog Johann.

Dezember.

December.

1. Die Oestreicher erhalten in der Gegend von Haag einige Vortheile gegen den fränkischen linken Flügel untee General Grenier.

3. Schlacht bei Hohenlinden. Das Centrum der östreichischen Armee leidet eine gänzliche Niederlage; die Franken nehmen mehr als 90 Kanonen, über 10,000 Gefangene, xc xc.

5. König Georg III erläßt eine Proclamation, worin er in Betracht des obwaltenden FruchtMangels, seinen Unterthanen die nöthige Sparsamkeit im Verbrauch des Brods empfiehlt.

9. Uibergang der fränkischen RheinArmee über den Inn, bei NeuPeurn.

10. Ein fürchterlicher Brand in Manchester zerstört eine grose Anzahl Häusser, und Effekten von unermeßlichem Werth.

Die fränkische Armee von Graubünden, unter Kommando des Generals Macdonald, geht über den Splügen, und sezt sich bald in Verbindung mit der Armee von Italien, unter Kommando des Generals Brüne.

14. Einzug der Franken in Salzburg, nach einem heftigen Treffen. Nach mehreren andern Gefechten, worin sie viele Gefangenen machen, dringen sie, unaufhaltsam, im Oestreichischen bis über die Ens vor.

16. Convention zur Behauptung der Neutralität zur See und der Freiheit der Schiffahrt, zu Petersburg, zwischen Rußland und Schweden geschlossen: der nachher auch Dännemark und Preussen beitreten.

18. Der Erzherzog Karl ubernimmt wieder das Kommando der östreichischen Armee.

24. Versuch den Ersten Consul Bonaparte durch die Explosion einer höllischen Maschine zu tödten.

25. Die fränkische RheinArmee steht kaum mehr 20 Stunden von Wien. WaffenStillstand zu Steyer. Der Kaiser verspricht, sofort Frieden mit der fränkischen Republik zu verhandeln, welches auch die Entschliessung seiner Alliirten seyn möge. Den fränkischen Truppen wdrden die festen Plaze Wirzburg, Braunau, Kufstein, Scharnitz, und das Land Tirol eingeräumt.

26. Uibergang der fränkischen Armee von Italien, unter Befehl des Generals Brüne, über den Mincio. Die Oestreicher verlieren an diesem, und dem folgenden Tage, 28 Kanonen, 2 Haubizen und über 8000 Gefangene.

28. Nachricht, daß in den lezten sechs Wochen 36 englische KauffahrteiSchiffe, im Kanal, durch drei fränkische Kapers weggenommen worden.

31. Der König begibt sich in das |Haus der Lords, und endigt die Sizung des Parlaments durch eine Rede vom Thron. Dis war die lezte Versammlung des brittischen Parlaments, so wie es der lezte Tag des achtzehnten Jahrhunderts war.

Das Parlament von Irland hält gleichfalls an diesem Tage seine lezte Versammlung.


Quellen und Literatur.

  • Europäische Annalen Jahrgang 1801 von D. Ernst Ludwig Posselt. Tübingen in der J. G. Cottaischen Buchhandlung 1801.