1812

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Das Jahr 1812 steht ganz im Zeichen des für Napoleon und vor allem für die Soldaten aus Frankreich und dessen Verbündeten verhängnisvollen Russlandfeldzuges. Die folgenden Ereignisse beziehen sich zum Einen auf die Person Napoleon direkt, zum Anderen auf die militärihwahen und politischen Begebenheiten in Europa.

1812.


Januar.

Jan. 6. Nordamerika. Bill zur Aushebung von 25,000 Mann, und

7. Bill zur Einfuhr englischer vor dem 1. Febr. gekaufter Waaren.
9. Kapitulation von Valencia. (Suchet g. Blake ges.)
15. Franz. Dekret über Anlegung von RunkelrübenzuckerFabriken.
16. Ferdinand von Sicilien ernennt den Prinzen Franz zum GeneralVikar in Sicilien. (L. Bentink, Oberbefehlshaber der Truppen.)
19. Erstürmung von Ciudad-Rodrigo, durch Wellington.
Herstellung der Academia della Crusa. (Eröffnung zu Florenz, März 30.)
Russ. Aufkündigung des türk. Waffenstillstandes.
22. Publikation des Ordens der Reunion, zu Belohnung gerichtl. administrativer oder Militärdienste.
23. Treffen bei Alta-fouilla. (Matthieu und Lamarque g. Lascy u. Ayrola.)
27. Franz. Besitznahme von Schwed. Pommern.
. . . WaarenEntrepôt zu Wesel.
. . . Landung altspan. Truppen bei Havannah.


Februar.

Febr. 2. Kapitulation von Fort Peniscola. (Severoli g. Ped. Garcia Navarro.)

12. Kriegserklärung der Junta von Buenos-Ayres gegen Brasilien.
13. Russ. Uebergang über die Donau. Wiederausbruch des Kriegs.
15. Britt. Ministerialveränderung: L. Perceval, Kanzler der Schatzkammer. (am 24. L. Castlereagh, ausländ. Staatssekr. am 19. März, Wellesley's Entlassung; am 20. L. Liverpool, Staatssekr. des Kriegs u. Kolonialwesens.)
16. Ehescheidung des Gr. von Gottorp zu Basel.
18. Aufhebung der Beschränkungen des britt. Regenten.
24. AllianzTraktat zu Paris mit Preussen. (Garantie gegenwärt. Besitzungen; Verschliessung der Häfen den Neutralen, die ihre Flagge verletzen lassen, wenn England durch BlokadeErklärung oder andere den Seerechten im Traktat von Utrecht entgegenlaufende Masregeln, den Handel beeinträchtiget. -- Hülfskorps von 20,000 M. an Frankr.) Bassano u. Krusemark. Ratific. März 5.
28. v. Archenholz †.


März.

März 3. James Maddison's Botschaft an den Kongress, über Henry's Konspiration.

10. Bericht an den franz. Senat, über die Erhaltung der Seerechte.
11. Pz. Eckmühl's Proklamation wegen des Einmarsches in das alliirte preuss. Gebiet.
L. Wellington's Aufbruch aus Elvas gegen Badajoz.
Naturalisirung der Israeliten in den preuss. Staaten.
14. AllianzTraktat zu Paris zw. Frankr. und Oesterreich. (Hülfskorps von 30,000 M. und 60 Kan. gegen Angriff; Garantie der europäischen Besitzungen der Pforte und der Utrechter Grundsätze der neutralen Schiffahrt; Oesterr. erneuerte Verpflichtung zum AusschliessungsSystem gegen England. -- Geh. Artikel: Das Hülfskorps wird gegen Russl. gebraucht; bei Wiederherstellung des Königr. Polen, wird Oesterr. Gallizien garantirt gegen illyr. Besitzungen vertauscht; Entschädig. und Vergrösserung Oesterreichs, bei glückl. Ausgange des Kriegs gegen Russl.) F. Karl v. Schwarzenberg u. Bassano.
Errichtung des dreifachen Heerbann's der Nationalgarden in Frankr.
19. Entwurf einer Konstitution Spaniens, als künftiges Staatsgesetz, durch die Cortes. [Gemässigte Erbmonarchie; die Souveränetät beruht wesentlich in der Nation; Gesetzgeber, die Cortes mit dem Könige, welchem die vollziehende Gewalt zusteht; Grosse Vorrechte der Cortes und Beschränkung des Königs; einzige kathol. Religion.)
22. Erdbeben in Rom.
21. AllianzTraktat zu St. Petersburg, zw Russland und Schweden.
24. Franz. Dekret wegen tägl. Vertheilung von 2 Mill. Portionen rumfordscher Suppe.
26. Barclay de Tolly in Riga, Oberbefehlshaber der ersten WestArmee.
Die V. Staaten nehmen Besitz von den beiden Florida und der Ins. Amelia.
Erdbeben von Caraccas.
27. Errichtung russ. ReserveArmeen.
28. Neue MilitärKapitulation zw. Frankr. und der Schweitz, zu 12,000 M. in franz. Sold, und 3,000 Reserven, auf 25 Jahre.
Der Herz. von Reggio rückt in Berlin ein. (Abmarsch, Mai 2.)
28. Ausmarsch der Garnison aus St. Petersburg.
Verhaft geheimer französ. Agenten in St. Petersburg.


April.

Apr. 1. Bildung einer dänischen marschfertigen ArmeeDivision in den Herzogthümern.

Errichtung direkter Postcourriers von Frankr. nach Konstantinopel, über Italien und Illyrien.
4. Embargo von 90 Tagen in den Häfen der V. Staaten.
. . . Aufstände in engl. Manufakturstädten: Manchester, Sheffield, Middleton.
7. Uebergabe von Badajoz an Wellington.
8. Orleans, amerikan. Unionsstaat. (Louisiana.)
10. Stiftung der Univ. Christiania.
13. Magny's Uebergang mit dem r. Flügel von Christophe's Armee zu Pethion.
14. Prozess von dem AssisenHofe des SeineDepartements, über Mich. Michel u. Cons. wegen Bestechung franz. Fonctionnairs durch russische diplomat. Agenten.
17. Französische MinisterialFriedensvorschläge an Gr.Britannien. (Antw. L. Castlereagh's, am 28.)
20. Reichstag zu Oerebro, bis Aug. 18.
21. Britische Deklaration zu Westminster, über Erhaltung der Seegewalt.
Die Petition der irischen Katholiken mit gr. Mehrheit verworfen.
23. Grossherrl. Firman zum Aufbruch nach Drina, gegen die Serbier.
24. K. Alexander's Abreise von St. Petersburg.
25. Note des Duc de Bassano an der Gr. Romanzow, betr. Warschau, Oldenburg und die Bestimmungen des Tilsiter Traktats und des Ukas vom 31. Dec. 1810, über den Handel. (Note des F. Kurakin an Bassano, betr. die franz. Räumung von Preussen und schwed. Pommern, Verminderung der Besatzung von Danzig und Unterhandl. mit Schweden, Apr. 30.)
26. Miranda, unumschränkter Diktator in Venezuela.
27. Allgem. Rekrutirung von 2 auf 500 Seelen, für 1813, in den österr. Staaten.
Verändertes britt. LicenzenSystem. Licenzen für Schiffe aus russ. Häfen, mit Ausnahme der französischen.
30. Veränderte Ausschreibungsweise der Verstärkungsmannschaft (Konskription) in Schweden.


Mai.

Mai 1. Franz. Dekret, welches die Kapitulation im Felde verbietet und in Vestungen beschränkt.

3. Britt. BeitrittsKonvention zu der russisch-schwedischen Allianz.
6. Errichtung eines Ministerraths (Centralgewalt) in Warschau.
9. Napoleons Abreise aus St. Cloud. (In Dresden, Mai 17 bis 29.)
Beschluss der V. Staaten, auf Todesstrafe wider das Pressen ihrer Seeleute und Unterthanen.
10. Franz. Konvention mit Preussen, wegen Auslieferung des Deserteurs. (22. Mai ratificirt.)
Alex. Graf Potocki †.
21. Ermordung des Min. Perceval. L. Liverpool, erster Lord, Vansittart, Kanzler der Schatzkammer.
Regentschaft von Neapel der Königinn übertragen.
23. K. preussischer JohanitterOrden, aus der aufgelösten Balley Brandenburg.
28. Friede zu Bukurescht, zw. Russland und der Pforte. (Gränze: der Pruth, von da, wo er in die Moldau tritt, bis zu seiner Vereinigung mit der Donau und deren linkes Ufer bis Kilia und bis zu ihrem Ausfluss ins schw. Meer; Amnestie und Mässigung zu Gunsten der Serbier, denen die Verwaltung ihrer innern Angelegenheiten überlassen wird.) Ratific. Jul. 14.


Juni.

Jun. 2. Waffenstillstand zw. Buenos-Ayres und Brasilien.

Admir. de Winter †.
. . . Innerer Krieg auf Java.
5. Ankunft des Erzbischofs von Mecheln in Warschau.
10. Einmarsch der Oesterreicher in das Herzogth. Warschau, unter dem F. von Schwarzenberg.
12. Der Duc de Bassano in Thorn überschickt dem F. Kurakin die verlangten Reisepässe. (Ministerielle Korrespondenz über die Friedensunterhandlungen, Apr. 25 Jun. 12.)
18. Kriegserklärung der V. Staaten gegen England. (Bothschaft an der Senat, über die Verhältnisse mit Gr. Britannien, Jun. 1.)
19. Eröffnung des ausserordentl. Parlaments zu Palermo.
20. Pius VII. Ankunft zu Fontainebleau.
22. Napoleon's Proklamation an die Armee, aus Wilkowisky. (Russ. GegenProklamat. zu Wilna, Jun. 25.)
Uebergang über die Memel, und 24. über den Niemen.
ZWEITER POLNISCHER KRIEG.
23. Aufhebung der britt. Ordres vom 7. Jan. 1807 und 26. Apr. 1809, in Rücksicht Amerika's, auf Mittheilung eines franz. Dekrets vom 28. Apr. 1811, vorausgesetzt, dass die V. Staaten die Akten gegen Einlaufen britt. Kriegsschiffe und Handelsverkehr widerrufen.
28. Polnische GeneralKonföderation zu Warschau: Proklamation des Königreichs Polen. (Beitritt des Königs von Sachsen, Jul. 12.)
Napoleon in Wilna.
Reduktion der Staatsschulden in Westphalen auf ein Drittheil, nach dem Dekret zu Augustowo.


Juli.

Jul. 6. Puerto-caballo d. D. Diego Monteverde besetzt. Ausbruch der Gegenrevolution auf Tierra firma.

9. Sächsisches Mandat über das neue AbgabenSystem. (Grundsatz gleicher Vertheilung der Grundsteuer nach dem Ertrage.)
12. Proklamation des Gen. Hull in Canada, nach der Einnahme von Sandwich.
AMERIKANISCH-BRITTISCHER KRIEG.
Zurücklieferung der auf der Chesepeak gefangenen Matrosen in Boston.
13. und 20. Uebergang über die Düna, d. Reggio u. K. von Neapel.
. . . Kosakenstreifereien ins Herzogthum Warschau . . .
15. Die Cortes von Cadiz verwerfen den britt. Antrag zur Vermittlung mit den misvergnügten Amerikanern.
16. Marmont geht bei Tordesillas über den Duero.
18. PräliminarFriede zu Oerebro, zw. England und Schweden. (Herstell. der Verträge und Handelsverhältnisse, wie am 1. Jan. 1791; Britt. Masregeln für Schweden's Sicherheit und Unabhängigkeit, falls es angegriffen würde.)
Friede zw. England und Russland, zu Oerebro.
Russisches Aufgebot aus Polozk, zu einer allgem. Bewaffnung für die Sache der Menschheit, unter Leitung des Adels.
19. Treffen und Einnahme von Liebau, durch die Preussen.
20. AllianzTraktat zu Weliky Luky, zw. Russland und der span. Regentschaft, gegen Napoleon. (Anerkennung der allgem. Cortes zu Cadiz und der von ihnen dekretirten Konstitution.)
21. Volksaufstand in Baltimore, gegen die Tory's od. Friedensfreunde.
22. Schlacht bei Salamanca od. Duero. (Wellington g. Marmont u. Clausel.)
23. Treffen bei Mohilew. (Eckmühl g. Bagrathion.)
24. Rüstungen in Seeland. Lager zu Rothschild u. Lethra.
25. -- 27. Gefechte bei Ostrowno, d. Joachim u. Eugen, g. Tolsoj u. Pahlen.
Kriegserklärung zu Algir, gegen die V. Staaten.
26. Niederlage der Sachsen bei Kobryn. (Kamenskoj und de Lambert g. Klengel.) 70 Off. und 2,500 M. gef. 8 Kan. 4 Fahn.
27. Diego Monteverde rückt in Caraccas ein. (Miranda's Flucht.) -- Einnahme der PariaKüste, bis Aug. 30.
D. Joseph verlässt Madrid.
28. Die Franzosen in Witepsk.
29. Schwed. Eröffnung aller Seehäfen für Handelsschiffe aller Nationen; Herstellung des Produktplakats von 1724, dass mit fremden Fahrzeugen nur Waaren ihres Landes eingeführt werden dürfen.
30. Erstürmung von Dünaburg, d. Reggio.
31. Britt. Embargo auf Schiffe der V. Staaten.


August.

Aug. 1. Treffen an der Drissa zw. Reggio [xxx] und Wittgenstein.

2. Polnischer Aufruf an die Tataren in Volhynien.
6. Publikation des Friedens mit England zu St. Petersburg.
7. Russische Räumung von Belgrad.
12. Treffen bei Poduonie und Horodetschna. (Schwarzenberg u. Regnier [xxx] g. Tormassow.) und
13. Einnahme von Toledo, durch Wellington.
14. Bei Krasnoj, d. Joachim u. Ney [xxx] .
Einmarsch der Engländer in Madrid, bis Okt. 30.
16. -- 18. Gefechte bei Polozk. (Wittgenstein g. Reggio [xxx] u. Gouvion St. Cyr [xxx].) Deroi †.
17. Schlacht bei Smolensk. (Napoleon mit Eckmühl [xxx], Ney [xxx] und Polen [xxx] g. Barclay.) Brand von Smolensk.
19. Treffen bei Volontina. (Ney [xxx] und Abrantes [xxx] g. Barclay.) Gudin †.
Die Britten besetzen Astorga.
21. Brasilische NeutralitätsErklärung während des amerikan. brittischen Kriegs.
22. Russischer Ausfall aus Riga. Gefecht bei Dahlenkirchen. (Tiedemann † g. York.)
27. Konferenz K. Alexanders zu Abo, mit dem Kronprinzen v. Schweden.
28. Kutusow, Oberbefehlshaber der russ. Armee.
29. Fort Detroit ergiebt sich den Engländern, mit dem Korps des Gen. Hull.
30. SubsidienKonvention zu Abo, zw. Russland und Schweden, auf 35,000 M. Russen. (Abmarsch des Steinheilschen Korps aus Finland, zum Gr. Wittgenstein.)


September.

Erstürmung der grossen russischen Schanze unter der Anführung des Vicekönigs!

Sept. 7. SCHLACHT AN DER MOSKOWA.

(Schl. v. Borodino.) Napoleon g. Kutusow, mit Miloradowitsch u. Markow. (Verlust, nach russ. Berichten, eigner: 25,000 M. feindl. 40,000 M.) Montbrun und Caulaincourt †. Bagrathion †.
14. Napoleon's Einzug in den Kreml. Brand von Moskwa. (Gouv. Gr. Rostopschin.) . . . Kutusow's Flankenmarsch neben Kaluga. . . .
23. Vereinigung der MoldauArmee (Tschitschagow) mit dem Tormassowschen Korps.


Oktober.

Uebergang der Franzosen über den Wop.

Okt. 3. Rückzug der Oesterreicher über den Bug, und der Sachsen, Okt. 14.

5. Lauriston's Friedensantrag an Alexander I.
16. Napoleon's Schreiben an den Duc de Bassano, wegen Verstärkung der Kontingente. (Aufgefangen.)
18. Treffen bei Tarutino. (Bennigsen g. Joachim.)
18. -- 21. Treffen bei Polozk. (Wittgenstein, mit Steinheil g. St. Cyr und Wrede.)
19. Räumung von Moskwa. (Sprengung des Kreml', am 23.)
20. Preuss. Hauptquartier in Mietau, bis 9. Dec.
21. Wellington's Rückzug von Burgos, an die portugis. Gränze, bis Nov. 19.
23. Attentat gegen die SuccessionsOrdnung der IV. Dynastie. (Hinrichtung von Mallet, Lahorie u. Guidal, Okt. 29.)
24. Treffen bei MaloJaroslawez, d. Kutusow, m. Doktorow.
26. Franz. Rückzug über Borowsk und Vereja, nach Mosaisk . . .
27. Die russische Flotte segelt aus Kronstadt nach England ab.
Fr. König's Walzenpresse.


November.

Der Rest der fliehenden Armee lagert auf den Leichnamen ihrer Kameraden.

Nov. 2. D. Joseph's Einzug in Madrid. (bis März 17.)

. . . Türkische Eroberung Medina's.
3. ArrieregardenGefecht bei Wiäzma. (Miloradowitsch g. Eckmühl.) --
Eintritt des Frostes . . .
7. Russische Eroberung von Witepsk.
7 -- 14. UNFAELLE DER GROSSEN ARMEE . . .
8. und 20. Sturz der Morousi.
Gefecht bei Dorogobusch. (Platow g. Eugen.)
10. D. Joseph besetzt Salamanca.
17. 19. Treffen bei Krasnoj. (Kutusow g. Napoleon, mit Eckmühl u. Ney.) Verlust der Beute aus Moskwa, und, nach russ. Berichten: 4,000 T. 9,170 Gef. mit 60 Off. 70 K. 3 F. -- Niederlage der Arrieregarde: 11,000 Gef. 100 Off. 50 Kan. 5,000 T. u. die Kriegskasse.
18. Erstürmung von Minsk, d. Tschitschagow.
27. Uebergang über die Berezina, bei Semlin, oberhalb Borisow. (Avantgarde unter Dombrowsky u. Ney.)
28. Kapitulation der Division Partonneaux, an der Berezina, durch Tschitschagow u. Wittgenstein. (249 Off. 7,800 M. 3 K. 2F. -- An beiden Tagen, nach russ. Angaben) 10,000 T., wovon die Hälfte ertrunken, 13,000 Gef. 15 Kan.)


Dezember.

Dec. 3. Bulletin 29, aus Molodetschno; am 17. Dec. in Paris bekannt.

5. Oberbefehl der Armee, in Smorgonie, an der K. Joachim übergeben.
6. Napoleon verlässt die Armee. (in Warschau, am 10; in Dresden, am 13; in Paris, 18. Dec.)
8 -- 10. Französischer Rückzug durch Wilna. Einnahme der Stadt, d. Gen. Tscheplitz, am 11. [Gefangen: 9,517 M. 5,139 Kranke, 7 Generale u. 225 Offic. 30 Kan.]
14. Gefecht in Kowno, d. Platow.
17. K. Alexander in Wilna. (Jan. 6. Abreise nach Kalisch.)
20. Engeströms Weisung an den franz. Geschäftsträger Cabre, Schweden zu verlassen.
27. Die Russen in Memel. Kapitulation zw. Trabenfeld und Paulucci.
30. Kapitulation der Preussen bei Tauroggen. (York mit Diebitsch.)
31. Gen. Lieut. v. Massenbach geht über den Niemen zurück und schliesst sich der Kapitulation an.
Pallas †. Heyne †. Reinhard †.
Favreau's neuer Strumpfwirkerstuhl.
Grosses Krankenhaus in München.


Chronologische Uebersicht der Kriegsereignisse in Spanien und Portugall.

Januar..

1. Januar 1812 vor den vorliegenden Schanzen von Valencia die Laufgräben; die Spanier gaben die Vertheidigung derselben auf, und zogen sich am

4. Januar in die Stadt zurück. Am nämlichen Tage zogen sich die Franzosen aus den Laufgräben von Tariffa mit ansehnlichem Verlust zurück.

-- -- General Hill attakirt die Franzosen bei Los Santos, und zieht sich dann in seine vorige Stellung an die Gränzen Portugalls zurück.

9. Januar. General Blake übergiebt Valencia auf Kapitulation mit 16000 M. guter Truppen und 400 Kanonen. Diese Uebergabe gab der Sache Spaniens den härtesten Stoß; es war der letzte Rest seiner regulairen Truppen, und fortan nur des Krieg den Engländern und Portugiesen und den Guerillas, die, seitdem sie in Corps fochten, auch nicht mehr so furchtbar als sonst waren, überlassen; in einem Augenblicke, wo Marschall Soult und Marmont mit 70000 M. unter den 8000 M. Kavalerie sieggewohnter und geübter Truppen bei Badajoz stand, und die Engländer und Portugiesen nicht mehr als 50000 M. unter denen 4000 M. Kavallerie hatten.

9. Jan. 1812. Der englische General Crawfurd erobert mit dem Bajonet die Redoute des H. Franz vor Cindad-Rodrigo.

11. Januar. Der französische General Montbrunn kommt vor Alicante an, fordert es jedoch vergebens zur Uebergabe auf, und zieht sich wieder an den Tajo zurück.

14. Januar. Die Franzosen machen einen heftigen Ausfall aus Cindad-Rodrigo, werden jedoch zurückgeschlagen.

19. Januar. Trotz der verzweifeltsten Gegenwehr erobern die Engländer unter Lord Wellington eigner Anführung die Festung Cindad Rodrigo mit Sturm. Es ergeben sich 78 Offizieren und 1700 Mann als Gefangene; ausserdem fanden sich 109 auf Laffeten liegende Geschütze, ein vollständiger aus 48 Stück bestehender Belagerungs-Train, ein reichlich ausgestattetes Zeughaus und eine ausserordentliche Anzahl Kugeln, Bomben und Flintenpatronen. Engl. Seits war der Verlust 6 Offiziers und 140 Mann an Todten und 500 Mann Verwundete, unter denen die Generäle Cravfurd und Mac Kinnon verwundet. Nachdem das durch den Sturm beschädigte einigermaßen ausgebessert, und zur Vertheidigung sich wieder eignete, wurde die Festung den Spaniern übergeben, und Wellington machte sich mit seiner Armee bereit, gegen Badajoz von Neuem loszurücken.

24 Januar 1811. Die Spanier werden von den Franzosen auf den Anhöhen von Altafalla bei Tarragona geschlagen, und ziehen sich nach Cervera zurück.

-- -- Ungeachtet in der Kapitulation von Valenzia allgemeine Amnestie versprochen war; läßt Suchet daselbst doch mehrere Gesellschafter des engl. Konsuls hinrichten und 1500 Mönche als Aufrührer und Wüthende verhaften und nach Frankreich führen.

Februar..

4. Februar. Auch Peniscola wird von Marschall Suchet eingenommen.

16. Februar. Der span. General Balasteros schlägt den franz. General Maransin bei Cartana und verfolgt ihn bis Malaga.

18. Februar. Die Regentschaft zu Cadix wird in eine Executions-Conseil verwandelt.

März..

6. März. Wellington bricht von Frenada auf und beginnt seinen Marsch gegen Badajoz; er langt mit seiner Armee am

11. März zu Elvas an.

13. März. Cadix wird von Neuem von dem franz. Belagerungs-Corps bombardirt.

16. März. Wellington läßt eine Pontonbrücke über die Guadiana bei Badajoz schlagen, dasselbe einschließen und am

17. März an einem sehr stürmischen Abend die Laufgräben vor dem Fort Picurina eröffnen; worauf die Besatzung am

19. März einen verzweifelten Ausfall wagte; jedoch mit einem ansehnlichen Verlust zurückgeworfen wurde; an demselben Tage erschien die, von den zu Cadix versammelten Cortes entworfene Konstitution, die vorzüglich für Ferdinands VII. Erhaltung auf dem spanischen Throne sprach.

24. März 1811. Der engl. General Kempt erstürmt nach lebhafter Gegenwehr das Fort Picurina.

April..

6. April. Wellington erobert mit einem Verlust von 59 Offizieren und 744 Mann Todten und 258 Offiziere und 2600 Mann Verwundeten in der Nacht auf den

7. April die Festung Badajoz mit Sturm, und der die Vertheidigung kommandirende General Philippon ergiebt sich mit 4000 Mann Gefangenen nach einigem Wiederstande auf dem Fort Christoval, wohin er sich mit seinem Staabe geflüchtet hatte.

12. April. Marmont versucht einen abermaligen Einfall in Portugall, und rückt bis Castello-Branco vor.

21. April. Der spanische General Lascy rückt mit 6000 Cataloniern (Guerillas) vor Tarragona, schließt dasselbe ein; wird jedoch von einer überlegenen Macht unter dem franz. General Decaen angegriffen und zurückgejagt.

23. April. Marmont verläßt Portugall wieder und zieht sich über die Aqueda zurück.

Mai..

Mit dem Monat Mai begann so zu sagen ein neuer Feldzug. Die Stärke der franz. Armee betrug 170000 M., gediente und gut befehligte Truppen, von denen Soult in Andalusien 58000; Marmont in Leon 55000; Souham in Alt-Castilien 10000; Suchet in Arragon und den östlichen Provinzen 40000 und Jourdan zur Deckung des König Josephs und der Hauptstadt 15000 Mann hatte; denen die Spanier, die durch Blakes Kapitulation in Valenzia die letzten regulirten Truppen verloren hatten, nur Guerillas entgegenstellen konnten, die nun wie schon erwähnt durch ihre Zusammenziehung in Corps nicht mehr so furchtbar waren. Wellington hatte gegen diese Macht kaum die Hälfte entgegen zu stellen, und konnte daher nur durch schnelle, unverhoffte Angriffe einigermaßen einem Erfolge entgegen sehen. Am

12. May 1812 brach daher der engl. General Hill von Almendralijo gegen die feste Stellung des Marschalls Marmont bei Almaraz auf, langte am Castel von Miravete auf der Sierra 4 Meilen von Almaraz am 18. an.

17. May. Der franz. General Dorsenne besetzt nach einigen Scharmützeln Oviedo und Gyon an der Grenze von Galizien.

19. May. Der engl. General Hill erstürmt die festen Werke an der Brücke zu Almaraz, zerstört dieselbe und zieht sich darauf nach Truxillo, der Uebermacht weichend zurück.

Juni..

1. Juny. General Ballesteros greift den franz. General Conroux bei Bornos an; wird jedoch zurückgeschlagen.

13. Juny. Wellington geht über die Aqueda und lagert sich am

16 Juny 6 Stunden von Salamanca am Bache Valnaza; am

17. Juni rückt er in das von den Franzosen geräumte Salamanca ein, und läßt das Fort einschließen.

-- -- Carl IV. Exkönig von Spanien wählt Rom zu seinem Aufenthalt.

21. Juni. Wellington wird vom Marschall Marmont bei Morisco angegriffen, wirft ihn aber in mehreren Gefechten zurück, und stellt sich am

27. Juni längs dem Duero hin auf, worauf es am

28. Juni den Engländern gelingt, die Forts von Salamanca zu erstürmen; sie machten 700 Gefangene, sprengten die Festungswerke in die Luft, übergaben die Munition, Artillerie und Vorräthe den Spaniern, und folgten der französischen Armee nach, die sie auch am

Juli..

2. Juli 1812 erreichten, sie über den Fluß trieben, und auf dem linken Ufer zwischen La Seca und Pollos ein Lager bezogen. Nach einigen vergeblichen Bemühungen die Engländer über den Duero zurückzutreiben, zieht am

16. Juli Marmont seine Armee bei St. Romana zusammen, erzwingt den Uebergang über den Duero bei der Brücke von Toro; Wellington stellt sich am Flusse Guarena bei Canizal auf, und Marmont zieht sich in der Nacht wieder zurück.

18. Juli. Zwischen Rußland und Spanien wird zu Welicke Lucki, dem damaligen Hauptquartier des Kaiser Alexander, im Kriege mit Napoleon, der sein Hauptquartier in Wilna hatte, ein Allianztraktat abgeschlossen.

20. Juli. Wellington rückt mit seiner Armee auf das rechte Ufer der Guarina vor, und stellt sich auf der Ebene von Valesa auf; Marmont zieht sich nach Villameda zurück, geht jedoch am

21. Juli über den Tormes und stellt sich auf den Anhöhen von Calbarasa de Ariba, auf der Straße von Salamanca, auf. In dieser Ebene kommt es am

22. Juli zu der entscheindenden Schlacht von Salamanca auch bei den Aropiles genannt. Nach einem hartnäckigen Kampfe erfocht Wellington zwar mit einem Verlust von 5000 Todten und den verwundeten Generalen Beresford, Stapleton, Cotton, Cole, Leith und Alten, einen vollständigen Sieg; die Franzosen verloren ausser einer großen Menge Todten, 7000 Gefangene, 11 Kanonen und 2 Adler. König Joseph verläßt auf diese Nachricht mit seinem Armee-Corps Madrid. -- Odonell wird von General Harispe bei Castella geschlagen. Wellington, die Franzosen schnell verfolgend, geht mit seinem Vortrab am

23. Juli 1812 über den Tormes, und bringt den Franzosen bei la Serra abermals einen ansehnlichen Verlust bei.

27. Juli. König Joseph besetzt Segovia.

30. Juli. Die Engländer besetzen Valladolid und die französische Armee zieht sich in Eilmärschen nach Burgos zurück, worauf am

August..

4. August. Wellington, Cuellar, den Verbindungspunkt der Armee von Portugall mit der Armee des Centrums unter König Joseph besetzt, und am

6. August über Segovia, welches er am

7. August besetzt, nach Madrid aufbricht, vereiniget am

8. August seine Truppen zu St. Ildefonso zum Angriff auf Madrid, und rückt am

12. August nach mehreren Gefechten bei Majalahorda in Madrid ein. Eine französische Besatzung von 1700 M. hält sich noch auf dem Retiro; König Jeseph stellt sich mit seiner Armee zwischen Aranjuez und Toledo am linken Tajoufer auf.

-- -- Ein sizilianische, 6000 Mann Engländer starke Expedition landet bei Alicante.

14. August. Die Franzosen greifen Bilbao an, werden jedoch durch den General Xenovales zurückgeschlagen.

16. Aug. König Joseph räumt Toledo und zieht sich nach Valencia zurück. Die Central-Junta befiehlt die Konstitution bei Strafe des Hochverraths zu beschwören.

19. August 1812. Astorga ergiebt sich an den General Santo-Cildes mit 1000 M. und Empecinado erobert Guadalaxara.

25. August. Die französ. Besatzung vom Retiro ergiebt sich auf Kapitulation, und 180 Geschütze, 20000 Gewehre, so wie eine Menge Munition, Artillerie-Fuhrwerke, Kleidungsstücke und Vorräthe aller Art, sind die Beute der Engländer.

An demselben Tage heben die Franzosen die Belagerung von Cadix auf, und die Spanier besetzen Porto-Real und Chiclana.

26. August. Die Spanier, unter Ballasteros, greifen die Franzosen vor Sevilla an, drängen sie zurück und erobern die Stadt.

27. August. Die Franzosen greifen Bilbao von neuem an, und nehmen es in Besitz, werden jedoch schon nach einigen Tagen von den Guerillas unterm Schütze einer Kriegsflotte des |Sir Home Popham wieder darauf vertrieben. -- Die Spanier verlieren an demselben Tage Areta.

September..

1. Septbr. Lord Wellington, zu schwach sich gegen die fast 100000 Mann starke Armeen Soults und Souhams, die von Sevilla aus gegen ihn anrückten, und Josephs Armeen zu halten, verläßt Madrid wieder und zieht sich nach Portugal zurück, vertreibt am

7. Sept. die Franzosen aus Valladolid und dringt am

17. Sept. auf den sich bei Burgos aufgestellten General Clausel vor, nachdem die Franzosen bisher allen Widerstand vermieden und alle Brücken abgeworfen hatten. Auch hier warteten sie den Angriff nicht ab, und die Engländer besetzen am

19. Sept. 1812 Burgos; die Franzosen gehen nach Brivieska unter General Souham zurück, nachdem derselbe 2 - 4000 Mann unter General Duberton in das feste Schloß vor Burgos geworfen hatte, welches sogleich von den Engländern und Spaniern eingeschlossen und beschossen wurde.

29. Sept. Marschall Soult vereiniget sich bei Albacete mit der Armee des Königs Joseph, und erobert am

Oktober..

9. Oktober das Schloß Chinchilla.

22. October. Die Engländer heben nach mehrmaligem vergeblichem Bestürmen die Belagerung des Kastells bei Burgos auf, und ziehen sich hinter den Duero zurück. Nach mehreren täglichen Gefechten mit der, unter General Souham, ihnen nachfolgenden französische Armee, vorzüglich am

30. October bei Puente-Larga, gelang es ihm, den Uebergang auf mehreren Punkten über den Duero zu erkämpfen, worauf der ebenfalls aus der Gegend von Madrid abgezogene englische General Hill am

November..

1. November sich bei Arivalo mit der Armee des L. Wellington vereinigte. König Joseph zieht wieder in Madrid ein. Am

8. November rückt die ganze Armee, ach einem Rückzug von 150 Meilen wieder in die schon 2 mal innegehabte Position bei St. Christoval.

10. November. Die Armeen Soults und Souhams und des Königs Joseph vereinigen sich an den Ufern des Tormes, überschreiten denselben, drängen die Anglo-Portugiesen an mehreren Stellen zurück, und zwingen Lord Wellington, am

16. Nov. 1812 seine Position bei St. Christoval aufzugeben, da auch schon der Weg nach Cindad-Rodrigo ihm abgeschnitten war, auf welchem am

17. November der englische General Paget von einer Abtheilung des Soultschen Corps gefangen genommen wird, er war der nächste General nach Wellington; doch gelang es dem letzteren, am

18. November Cindad-Rodrigo zu erreichen, woselbst er aus sein Hauptquartier nahm, und als einige Tage späterhin die französische Armee, wegen Mangel an Nahrungsmitteln, den Tormes wieder verließ, legt er seine Truppen zur Erholung in weitläuftige Winterquartiere, und beschloß somit den Feldzug des Jahres 1812.

Dezember..

Quellen und Literatur.

  • Chronologisches Handbuch der neuern Geschichte, (1740 bis 1815) von Ant. Christ. Wedekind. Lüneburg, 1817. bei Herold und Wahlstab.
  • Chronologische Uebersicht der Kriegsereignisse in Spanien und Portugall vom Einfall der Franzosen im Jahr 1808 bis zur Befreiung des Königs von Spanien im Jahr 1823. Enthaltend: alle Gefechte, Schlachten, Belagerungen u. s. w. so wie die wichtigsten Proclamationen und Manifeste. Von Friedrich Wilhelm Cölln, Königlich Preußischem Polizei-Secretär. Coblenz, in der neuen Gelehrten-Buchhandlung. 1824.
  • Napoleonkalender und Gedenkbuch der Befreiungskriege auf das Jahr 1812. Herausgegeben von Friedrich und Gertrude Kircheisen, München & Leipzig 1911.
  • Itinéraire de Napoléon au jour le jour 1769-1821. Jean Tulard & Louis Garros, Paris 2002. Rezension