Adolphus Frederick, 1. Duke of Cambridge

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Biographien.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811.

(1819) Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.


Adolph Friedrich, Herzog von Cambridge.

Cambridge (Adolph Friedrich Herzog v.), Sohn des Königs von England, gebohren den 24. Febr. 1774. Er war 1803 Gouverneur von Hannover, als dieses von den Franzosen besetzt wurde, suchte anfangs Widerstand zu leisten, gab ihn aber auf, da seine Macht zu gering war und gieng, nachdem er dem General Walmoden das Kommando der Truppen, die bald kapitulirten, übergeben hatte, nach England. Er nahm seinen Platz in dem Hause der Pairs ein, und sprach bey mehreren Gelegenheiten mit Heftigkeit gegen Frankreich.


Adolphus Frederik von England, Herzog von Cambridge.

Cambridge (Adolphus Frederik von England, Herzog von), Graf von Tipperary, Baron von Culloden, Generalstatthalter von Hannover, Kanzler der Universität von St. Andre und Feldmarschall.

Er ist geboren den 24. Febr. 1774.

Früh schon für den Waffendienst bestimmt, trat er mit dem 16ten Jahre als Fähnrich ein, und bezog bald hernach die Universität Göttingen.

Nachdem er sich einen Winter am Hofe Friedrich Wilhelms II. aufgehalten hatte, reiste er nach London zurück (1793), und wurde 1794 nach erlangter Volljährigkeit, zum Obersten und Herzog von Cambridge ernannt, und in die Pairskammer berufen. Bald trat er, wenigstens dem Namen nach, auf die Seite der Opposition unter Fox, bis diese Partei, wegen ihrer revolutionären Gesinnungen verdächtig, sich beinahe auflöste.

Er schloß sich nun an die andre dem Pitt entgegengesetzte Partei des Grenville an, bis er 1803 mit einer Armee zur Vertheidigung von Hannover abgesandt wurde. Er konnte auf diesem neuen Posten kein Ansehen gewinnen, und wußte eben so wenig die Hannoveraner zusammenzuhalten. Er hielt es daher bald für das beste, den Oberbefehl an Wallmoden abzutreten und wieder nach England zurückzukehren.

Stets heftig gegen Frankreich und besonders gegen Bonaparte eifernd, schwankte er immer zwischen den Parteien des Lords Sidmouth, Grenville und der Opposition, und strebte immer vergebens nach einem Obercommando im Felde - bis die Wiedergewinnung von Hannover ihn zum Generalstatthalter dieses Königreichs erhob.

Bis jetzt ist es ihm nicht gelungen, den Wünschen und Hoffnungen dieses Landes ganz zu entsprechen, da er immer noch bei der Constitution dem Adel viel Begünstigungen vor den andern Volksklassen zu gestatten scheint. Die Stadt Hannover verdankt ihm durch seine königliche Hofhaltung und durch den Schutz, den er manchen Künsten wie der Schauspielkunst angedeihen läßt, gegenwärtig sehr viel.

Er vermählte sich im Jahre 1818 mit einer hessischen Prinzessin.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.