Albert Kasimir von Sachsen-Teschen

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Albert Casimir Ignaz Peter Franz Xavier, Herzog von Sachsen-Teschen.

Sachsen-Teschen, (Albert Casimir Ignaz Peter Franz Xavier, Herzog von), Onkel des Königs von Sachsen, k. k. Feldmarschall, Großkreuz des Stephans- und Leopoldsordens xc., geboren den 11. July 1738, vermählte sich mit Maria Christina, Erzherzoginn von Oesterreich, und wurde in Vereinigung mit dieser zum Generalgouverneur der österreichischen Niederlande ernannt.

Die Brabanter Revolution nöthigte ihn 1789 Brüssel zu verlassen und sich nach Wien zurück zu ziehen; als jedoch die ersten Unruhen gestillt und die kaiserliche Regierung in diesem Lande wieder hergestellt war, kehrte er darin zurück und man sah ihn 1792 an der Spitze der Truppen, welche Lille belagerten.

In dem folgenden Feldzug verließ er die Armee wieder und hat seit dem, seines hohen Alters wegen, kein Kommando weiter übernommen, sondern sich fortwährend am Wiener Hofe aufgehalten.

Er besitzt ein ansehnliches Vermögen und macht den ruhmvollsten Gebrauch davon.

Ihm verdankt die Wiener Vorstadt Maria Hilf eine prächtige Wasserleitung.


Herzog Albert von Sachsen-Teschen, kaiserlich österr. Feldmarschall.

Der 12. Februar 1822.

Albert Casimir königlicher Prinz von Pohlen und Sachsen, Herzog von Teschen, Ritter des goldenen Vliesses, Grosskreuz des ungarischen Stephans- und österreich. Leopoldordens, k. k. Feld-Marschall, Inhaber eines österreich. Kurassier- und sächsischen Cheveaux-Legers-Regiments, Oheim des gegenwärtigen Königs von Sachsen, war der Sohn Königs August III. von Pohlen, und wurde zu Moritzburg bei Dresden im J. 1738 geboren. Durch Marien Theresiens Tochter, die Erzherzogin Marie Christine, war er zur Statthalterschaft der Niederlande berufen, welche Provinz er wegen dem im Jahre 1789 entstandenen [[Brabanter Revolution|Aufruhrs verliess, und nach Wien ging. Nach Dämpfung desselben kehrte er auf diesen Posten wieder zurück. Im Kriege mit Frankreich 1792 commandirte er das österreichische Heer, musste aber wegen Uibermacht des Feindes sowohl die Belagerung von Lille aufheben, als auch nach der verlornen Schlacht bei Jemappe ganz Belgien räumen. Im folgenden Feldzug verliess er wegen hohem Alter das Heer, und führte nie wieder ein Commando. Seit dieser Zeit lebte er fortwährend am Wiener Hof, mit der Achtung und Liebe des ganzen erlauchten Kaiserhauses und der Bevölkerung Wiens hochgeehrt. Als Kenner und Schützer der Künste und Wissenschaften, als hochherziger, edler, gütiger Fürst, der bei vielen Gelegenheiten, vorzüglich, aber durch die prächtige Wasserleitung in der sonst wasserarmen Vorstadt Maria Hilf Wiens Wohlthäter würde, konnte er sie vollgültig ansprechen. Sein ansehnlicher Pallast enthält eine herrliche Kupferstichsammlung und viele Originalgemälde der berühmtesten Meister. Wien betrauerte seinen Verlust am 12. Februar 1822.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Historischer Militair-Almanach des 16. 17. 18. und 19. Jahrhunderts. Mit besonderer Hinsicht auf das letztere, und den oesterreichischen Kaiserstaat. Mit 15 Portraits, für Freunde der neueren und neuesten Kriegsgeschichte von Johann Ritter von Rittersberg. Prag bei C. W. Enders 1825.