Alexander Michailowitsch Rimski-Korsakow

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Rimskoy-Korsakow, General der Infanterie.

Er war der Liebling des Kaiserinn Katharina. Als Major des Garde-Regiments Semenovsky machte er sich zuerst bemerkbar, indem ihm dieses Regiment die vortreffliche Haltung und die Präcision bey Ausführung der schwierigsten Evolutionen verdankte. Die Kaiserinn ernannte ihn bald darauf zum Begleiter des Prinzen Artois nach London. Nach einiger Zeit begab er sich von da nach Flandern zur kaiserlichen Armee unter Commando des Prinzen Coburg. Augenzeuge von der Schlacht bey Fleurus, stattete er seiner Monarchinn Bericht davon ab. Die Kaiserinn schickte ihn darauf nach Persien zur Russischen Armee unter Fürst Subow ab.

Nach Kaiser Pauls Thronbesteigung wurde Korsakow zurück berufen, und hatte, gleich mehreren, die diesen fatalen Feldzug mitmachten, das Unglück, in Ungnade zu fallen. Das, was ihm aber die Gunst der Kaiserinn Katharina erwarb, seine Liebe und Talente zu militärischen Exercitien, erwarb ihm solche noch leichter vom Kaiser Paul, dem Freunde der Manöver und Evolutionen. Rasch, wie Paul zu urtheilen pflegte, glaubte er auch nach einem von Korsakow gelungen ausgeführten Manöver den General gefunden zu haben, den er an die Spitze der Truppen setzen könne.

Korsakow erhielt daher Befehl, im Einklange mit dem Oesterreichischen Feldherrn, dem Erzherzoge Carl, zu handeln, und das Commando über 40,000 Russen. Er führte sein Heer nach Zürich in der Schweiz, schlug daselbst sein Haupt-Quartier auf, bis die Schlacht bey Zürich (am 24. September 1799) das Loos der Schweiz, so wie des ganzen Feldzuges, entschied. Umsonst fochten die Russen hier mit gewohnter Unerschrockenheit. Massena's kühne, wohlberechnete Heeresbewegungen raubten dem Russischen Feldherrn mit aller Besonnenheit und Geistesgegenwart auch den Sieg. Zürich selbst wurde gewisser Maßen, so wie der ehrwürdige Lavater, ein Opfer von Korsakows übel berechneten Manövern. Korsakow zog sich gegen Constanz zurück, und rückte, durch das Condéische Corps verstärkt, nochmahls vor, um Suwarows Befehle zu vollziehen, zugleich aber besonders dessen Versuch, gegen die kleinen Cantons vorzurücken, zu unterstützen. Im Verfolge dieses Vorrückens fand das blutige Gefecht bey Diesenhofen Statt; auch dieses fiel zum Nachtheile der Russen aus, und war das letzte zwischen den Russen und Franzosen. Nun vereinigte Korsakow seine Ueberreste mit denen von Suwarow, unter dessen Oberbefehl er auch zugleich trat, und mit ihm über Augsburg und Prag nach Rußland zurück kehrte. Er hierauf bey Kaiser Paul in Ungnade. Nach dessen Tode zog ihn Alexander wieder hervor, schmückte ihn mit dem Alexander-Newsky-Orden, und ernannte ihn zum General der Cavallerie.

Im Jahre 1805 übertrug ihm sein Monarch den Befehl eines Armee-Corps, das den Oesterreichern zu Hülfe kommen sollte. Auch in dem Russisch-Preußischen Kriege gegen Frankreich bekam er ein Commando, doch keine Gelegenheit, die Scharte auszuwetzen, die er bey Zürich empfangen hatte.

Im gegenwärtigen Kriege war er bis zum Rückzug der Russischen Heere zur Düna Gouverneur von Wilna; dann finden wir ihn bey mehreren Gelegenheiten an der Spitze Russischer Divisionen, und im Februar 1813 bey der Kutusowschen Haupt-Armee.


Quellen und Literatur.

  • A.F. Rittgräff. Die Helden des Tages, oder biographische Notizen über die hervorstechendsten Personen der gegenwärtigen Zeitverhältnisse. Berlin 1813.