Amédée Emmanuel François Laharpe

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Biographien

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.

(1812) Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem achtzehnten Jahrhundert, nach alphabetischer Ordnung bearbeitet für Freunde vaterländischer Kultur und Geschichte von Markus Lutz, Aarau 1812 bei Heinrich Remigius Sauerländer.

Laharpe.

Laharpe, (des Utins) Vetter des Vorhergehenden, geboren in dem Waatlande.

Nachdem er in Frankreich und Holland, in den Regierungen, welche die Schweiz in dem Solde dieser Mächte unterhielt, gedient hatte, kehrte er in sein Vaterland zurück, und suchte darin von 1789 den Geist der Revolution zu verbreiten. 1791 verdoppelte er seine Anstrengungen und wurde endlich 1792, wegen der Unruhen, welche seine Faktion in der französischen Schweiz zu Wege gebracht hatte, des Landes verwiesen.

Er trat nunmehr in französische Dienste, ward 1793 Brigadegeneral und 1795 Divisionsgeneral. Nachdem er bey der Armee in Italien angestellt worden war, zeichnete er sich dabey in einer grossen Anzahl von Gelegenheiten aus. Den 11. April 1796 that er sich von neuem in der Schlacht von Montenotte hervor, und wurde, nachdem er die Feinde von Fombio zurückgeschlagen hatte, den 29. April von einer Kugel getödtet.


Amadeus Franziskus Emanuel de la Harpe.

Harpe, Amadeus Franziskus Emanuel de la, ein verdienter franz. republikanischer General, Herr zu Yens, geboren zu Uttins, einem Schlosse bei Roll im Waadtlande, 1754.

Als ein Jüngling von achtzehn Jahren gieng er in holländische Kriegsdienste, wurde Fähndrich bei dem Schweizerregiment May 1773. Nach dem Wunsche seines Vaters gab er in der Folge diese wieder auf, und lebte bis 1791 in der Stille auf seinen Gütern.

Als die französische Revolution ausbrach, bekannte er sich mit großem Enthusiasmus zu ihren politischen Grundsätzen. Ohne solche für sich zu behalten, bemühte er sich, sie auch unter seinen Landsleute zu verbreiten, und sie zur Eroberung ihrer Freiheit und zum Losreissen von der Bernerschen Oberherrschaft zu begeistern. Hierauf entstanden am 14 und 15 Juli 1791 zu Vivis, Lausanne und Rolle lärmende Auftritte, deren Folge war, daß die Regierung zu Bern mit Strenge gegen die Urheber der Unruhen verfuhr; unter diesen auch Laharpe, der sich flüchtig machte, proscribrte, und 2000 Thaler auf seinen Kopf setzte. Jetzt trat er in französisch-republikanische Dienste als Oberst bei einem Bataillon Velontairs.

Im J. 1792 kommandirte er im Schlosse Rodemachern, wo er sich lang und tapfer vertheidigte, bis ihm General Luckner befahl, sich nach Thionville zurückzuziehen. Hernach ward er Kommandant zu Bitsch, wohnte auch dem Angriff auf Trier bei.

Im Jahr 1793 war er bei der Belagerung von Toulon, und zeichnete sich ruhmvoll bei dem Sturme auf das Fort Pharon aus, welches er eroberte. Diese Kriegsthat beförderte ihn zum Brigadegeneral.

In Italien schlug er im J. 1794 die Oestreicher zu Gemsie und Cairo, wodurch er die Kommunikation mit Genua eröffnete. Durch seine bei Vudo bewiesene Tapferkeit verhinderte er das Eindringen des Feindes in die Provence. Ungeachtet dieser Auszeichnungen und der Lorbeeren, die er sich auf der Kriegsbühne sammelte, blieb er doch nicht von Versuchen, ihn bei dem Pariser Nationalkonvent in Verdacht zu bringen, frei, von welchem er sich aber durch eine angemessene Vertheidigung zu reinigen wußte.

Im Jahr 1796 wurde er zum Divisionsgeneral erhoben, und that sich unter Bonaparte bei dem Treffen bei Monteretto als entschlossener Feldherr hervor. Bei dem Uebergang über den Po schlug er ein östreichisches Korps in die Flucht, wurde aber aus Versehen von einem französischen Heerhaufen, der ihn und seine Bedeckung für kaiserliche Uhlanen hielt, erschossen.

So endigte dieser Mann, dessen Verdienste ihn in Frankreich auf einen hohen Grad des Ruhms erhoben hatte, sein Leben, welches in den Annalen der Bernerschen Staatsgeschichte dieses Ruhms entbehren muß.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem achtzehnten Jahrhundert, nach alphabetischer Ordnung bearbeitet für Freunde vaterländischer Kultur und Geschichte von Markus Lutz, Aarau 1812 bei Heinrich Remigius Sauerländer.