Amédée Willot

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Willot, Ex-General, emigritt.

Willot (Amadäus) französischer General, diente mehrere Jahre bey der Pyrenäenarmee, anfangs als Oberst, sodann als Brigadegeneral, und zeigte dabey Talent und Thätigkeit.

Dessen ungeachtet wurde er im Aprill 1793 bey Perpignan geschlagen, der Unfähigkeit beschuldigt und suspendirt; kurz darauf stellte er aber seinen Ruf wieder her, und zeichnete sich besonders den 23. Juny bey dem Angriffe des Lagers von Ludwig XIV. aus, in das er zuerst in Person eindrang; ferner den 28. Juny 1795 bey dem Uebergange über die Deva, wo er den Feind chlug und bis Montdragon verfolgte; den 6. July, wo er ihn von neuen schlug und bis Pampelune zurückwarf; endlich in den Affairen den 14. und 15. bey Saldonne, die die Uebergabe von Bilbao nach sich zogen.

Er wurde in diesem Zeitpunkte Divisionsgeneral, und bey dem Frieden mit Spanien in die Vendee geschickt, wo er einige Zeit unter Hoche kommandirte; die Verschiedenheit der Grundsätze aber und namentlich der Prozeß Charettes, dem Willot, wenige Tage vor seiner Gefangennehmung auf Hoches Befehl, Ausgleichungsvorschläge gemacht hatte, brachten in kurzem Uneinigkeit zwischen sie.

Kurze Zeit darauf verließ er die Armee der Vendeer, und übernahm das Kommando der südlichen Departemente, wo er sich angelegen seyn ließ, die Terroristen zu unterdrücken. Um diese Zeit schrieb er einen Brief an Bonaparte, der ihn anklagte, einen seiner Offiziere zu Marseille arretirt zu haben. "Ich beneide Sie nicht, sagte er ihm, wenn Sie die äußern Feinde zurückschlagen; ich leiste Frankreich eben so wesentliche Dienste, in dem ich die Feinde im Innern im Zaum halte, und keine Rücksicht wird mich schrecken, wenn ich diese heilige Pflicht erfülle."

Im Januar 1797 versuchten die Jakobiner zu Marseille einen Aufstand; Willot griff sie sogleich an, ließ mehrere von ihnen arretiren und trieb sie auf diese Weise auseinander.

Im März wurde er Deputirter der Rhonemündungen im Rathe der 500 und ward einer von den Anführern der Clichy-Parthey. Willot war zu der Zeit des 18. Fructidor Mitglied von der Kommission der Rathsinspektoren und bot in diesem Ausschusse, dem die Sicherheit des gesetzgebenden Körpers anvertrauet war, vergebens seine Kräfte auf, um seine Kollegen zu energischen Maaßregeln zu bewegen; seine Meinung war, daß man die Direktoren im Pallast Luxemburg angreifen sollte; er verpflichtete sich selbst, sie gebunden herzuführen; die Zauderer (temporiseurs) nannten ihn aber einen unruhigen Kopf, und den folgenden Tag waren sie, so wie er, zum Deportation verurtheilt.

Da es ihm gelang, den 3. Juny 1798 mit mehreren seiner Unglücksgefährten aus Guiana die Flucht zu nehmen, wurde er, so wie Barthelemy und vornehmlich Pichegrü in den holländischen und englischen Kolonien und sodann in England selbst mit vieler Auszeichnung aufgenommen; von da ging er auf das feste Land und war einer von den Deportirten, welche die Konsularregierung im Jahr 1799 nicht wieder zurück rief.

Er ließ sich damals so wie noch im folgenden Jahren angelegen seyn, Royalistenbewegungen im südlichen Frankreich in Gang zu bringen, sah aber durch die Schlacht von Marengo seine Hoffnungen über den Haufen geworfen und schiffte sich mit einem Korps Emigrirter aus der Schweiz und aus Frankreich, die in englischem Solde standen, in Genua ein.

Kurze Zeit darauf begab er sich wieder nach London, wo er einer der eifrigsten Anhänger von den Bourbons ist.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.