André Amar

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Amar, Parlamentsadvokat zu Grenoble, 1792 ernannter Deputirter der Nationalversammlung, wo er sich gleich mit der Anzeige von Aristokratischen Machinationen am Unterrhein ankündigte, gegen Lanjuinais auftrat, der dem Konvent das Recht, Ludwig XVI. zu richten, streitig machen wollte, und nachher Ludwigs Tod votirte.

Den 14ten September kam er zur Sicherheitskomité. Besonders zeichnete er sich bey der Untersuchung der Parthey Brissots aus.

Den 14ten April 1795 ward er zum Präsidenten des Konvents ernannt. Er übernahm in der Folge die Vertheidigung der Mitglieder des ältern Wohlfahrtsausschusses, die nachher bey ihrer Verurtheilung zur Deportation den 1ten April 1795 ihre Vertheidiger mit sich ins Verderben zogen. Amar ward arretirt und auf das Schloß von Ham geführt

Eine Amnestie setzte ihn wieder in Freyheit, worauf er ein ganz unbemerktes Leben führte, bis ihn daraus das Direktorium zog und ihn unter die Theilnehmer an der Verschwörung Drouets und Baboufs setzte. Er wußte sich anfangs den Verfolgungen zu entziehen, ward aber endlich im Hause neben jenem arretirt, wo er einst auf eine so häßliche Weise seinen Kollegen Rabaud de St. Etienne ergriff. Er ward vor den Gerichtshof von Vendôme gebracht, der ihn frey sprach, von dem Tribunal der Seine aber verwiesen, vermöge des Gesetzes vom 22sten Florial, das mehrere Exkonventioner aus Paris exilirte.

Bey der Revolution vom 18ten Fructidor wollte ihn Merlin von Thionville nebst einigen andern Jakobinern auf die Liste der Deportirten gesetzt haben.

Amar ist von Natur finster und in sich gekehrt.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.