Andreas Hadik von Futak

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Andreas Graf Haddik, österr. Feldmarschall.

Der 12. März 1790.

Ein Kind des Lagers wurde er während eines Kriegszuges gegen Ragoczy seinem Vater Michael Haddik, der Edelmann und Rittmeister war, 1710 geboren. Nach Vollendung der juridischen Studien wohnte er Eugens letzten Feldzügen am Rhein und jenem gegen die Pforte von 1737 bis 1739 bei. Im Erbfolgekriege schlug er sich vor der Uiebergabe von Brüssel mit seiner Mannschaft durch, und machte viele glückliche Streifzüge. Noch bedeutender wurden seine Dienste im 7jährigen Kriege, wo er in dem Treffen bei Görlitz oder auf dem Moysberge 1757 mit Ruhm focht, und als F. M. L. mit nicht mehr denn 400 Mann einen Uiberfall auf Berlin wagte. Dort hob er 300,000 Gulden Brandschatzung, liess sich zwey Dutzend Damenhandschuhe für seine Kaiserinn geben, und zog sich nach 24 Stunden wieder ab. Hierauf deckte er die Unternehmung auf Sonnenstein in Sachsen. Bei Guben von Friedrich mit geschlagen, war es Haddik, dessen Tapferkeit den Sieg bei Karbitz im Sept. 1759 strittig machte. Als General der Cavallerie übernahm er von Serbelloni den Befehl über die österr. Truppen bei dem Reichsheere in Sachsen, und schlug bei Freyberg den Prinzen Heinrich von Preussen 1762. Dieser rächte sich jedoch 14 Tage später durch einen Sieg über die Reichstruppen, wo Haddik, der nicht zeitlich genug zur Unterstützung ankommen konnte, viel that, um die Folgen des Verlustes zu vermindern. Nach Endigung dieses Krieges wurde er Commandirender in Siebenbürgen, und Inhaber eines Husaren-Regiments; 1772 Civil- und Militair-Gouverneur in Galizien; 1774 Feldmarschall und Hofkriegsraths-Präsident. Im bayrischen Erbfolgekriege folgte er dem Heere nach Böhmen. Gegen die Türken übernahm er 1789 den Oberbefehl, den er jedoch bald wieder wegen Erkrankung an Laudon übergab. Mit diesem empfing er am Sterbebette Josephs dessen rührenden Abschied vom Heere. Von diesem erschüttert überlebte er den Kaiser nur wenige Wochen, und starb am 12. März 1790 zu Wien.


Quellen und Literatur.

  • Historischer Militair-Almanach des 16. 17. 18. und 19. Jahrhunderts. Mit besonderer Hinsicht auf das letztere, und den oesterreichischen Kaiserstaat. Mit 15 Portraits, für Freunde der neueren und neuesten Kriegsgeschichte von Johann Ritter von Rittersberg. Prag bei C. W. Enders 1825.