Ankarström

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Ankarström (Johann Jacob), der Mörder Gustavs III., war anfangs Page am königl. schwedischen Hofe, dann Unteroffizier beim Leibregiment, in der Folge aber Fähndrich bei der Leibgarde. Sein Vater war Oberlieutenant und Ritter vom Schwertorden.

Er hatte einen leidenschaftlichen und düstern Charakter, und bewies ein stetes Mißvergnügen mit den Maßregeln des Königs Gustav III., zumal da dieser die Macht des Senats und der schwedischen Großen einschränkte, um die königliche Gewalt mit mehr Nachdruck ausüben zu können. Hiermit vereinigte sich noch ein Privathaß, der durch einen verlornen Prozeß erregt worden war. Im J. 1783 erhielt er seinen Abschied, heirathete, zog aufs Land, kam aber 1790 wieder nach Stockholm.

Er vereinigte sich hier mit mehrern vom Adel, und sie beschlossen in ihren geheimen Zusammenkünften den Tod des Königs. Ankarström bat, ihm die Ausführung zu überlassen, allein die Grafen von Ribbing und von Horn stritten mit ihm darum; sie los'ten und das Loos entschied für Ankarström. Eben hatte der König einen Reichstag in Gesle zusammenberufen (1792), und die Verschwornen gingen dahin. Hier fand sich jedoch keine Gelegenheit, ihren Plan auszuführen. Die Beschlüsse des Reichstags erbitterten sie nur noch mehr. Der König kam nach Stockholm zurück; man wußte, daß er den 15ten März die Maskerade besuchen würde. Hier beschloß man, ihn zu ermorden. Damit man sich nicht in der Person irren möchte, rief Graf Horn den König an: guten Tag, schöne Maske. Sogleich schoß Ankarström auf den König, der an der Seite des Grafen von Essen über den Saal ging (vergl. Gustav III.), warf die Gewehre weg und verlor sich unter der Menge.

Diese Waffen aber wurden seine Verräther, er ward festgesetzt, gestand sein Vergehen, weigerte sich jedoch standhaft, die Mitverschwornen zu verrathen. Es wurde daher ihm der Prozeß gemacht, und am 29sten April 1792 das Todesurtheil ausgesprochen. Er wurde mehrere Tage mit Ruthen gepeitscht, und auf einem Karren aufs Schaffot gezogen. Ueberall bewies er die größte Ruhe, rühmte sich seines Verbrechens, und endigte sein Leben 31 Jahr alt.

Die Grafen Horn, Ribbing und der Oberst Lilienhorn wurden für immer des Landes verwiesen, und er allein verlor das Leben.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.