Antoine Barnave

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A. P. J. M. Barnave.
Barnave.

Barnave (Anton Peter Joseph Marie), Advokat und Deputirter bey der Generalständeversammlung, Sohn eines sehr reichen Prokurators zu Grenoble.

Er warf sich mit ganzem Feuer auf die Seite der Revolutionisten und ward von dem dritten Stande zum Deputirten seiner Vaterstadt bey der Generalständeversammlung ernannt und zeigte sich als einen der unversöhnlichsten Feinde des Hofes. Er trat lebhaft dem Schwure im Ballhaus bey und stellte die Behauptung auf, daß die Güter der Geistlichkeit dem Staate gehören. Den 22sten May 1790 war er einer von denen, die behaupteten, daß der König des Rechtes Krieg und Frieden zu schliessen zu berauben sey. Bey dieser Gelegenheit triumphirte er in der Gunst des Volkes. Er befand sich hierbey in entgegengesetzter Meinung mit Mirabeau und seine Rede gilt für eine der beredtesten, die er gesprochen. Zu Ende des Oktober ward er Präsident und nahm die Parthey der Jakobiner.

Den 21sten Juny 1791, bey der Flucht Ludwigs XVI. zeigte er, mitten in der Bestürzung des größten Theils der Assemblee, einen hohen Grad von Geistesgegenwart, und vertheidigte Lafayette gegen den Vorwurf, daß er von diesen Ereignissen unterrichtet gewesen sey. Nach erhaltener Nachricht, daß der König arretirt sey, erwählte man ihn nebst Petion und Latour-Maubourg, die königlichen Familie abzuhohlen und nach Paris zurückzubringen. Er kehrte in den Wagen JJ. MM. zurück und benahm sich mit vieler Ehrerbietung und Achtung. Man hat selbst die Bemerkung gemacht, daß er von diesem Zeitpunkte an seine übrige Popularität verlohren und ganz auf die Seite des Königs getreten zu seyn schien. Barnave gab der Assemblee eine einfache Erzählung über seine Sendung, sprach selbst für die Unverletzlichkeit der Person des Königs, und warf mit Blicken der Verachtung den Spott der Tribunen zurück.

Im May 1792 ward er Maire von Grenoble, wo er die einzige Tochter eines Steuerraths heirathete, die ihm eine Mitgift von 700,000 Livres zubrachte.

Der 10te August überlieferte in die Hände der Sieger seine Verbindungen mit mehreren Mitgliedern von Einfluß aus der Assemblee. Er kam in Untersuchung und wurde, nachdem er lange in Grenoble verhaftet gesessen hatte, vor das Revolutionstribunal zu Paris gezogen, von dem er, ungeachtet aller Beredtsamkeit, die er bey seiner Vertheidigung anwandte, zum Tode verurtheilt ward.

Den 29sten 1793 geschah die Vollziehung. Er war 32 Jahr alt, ein kleiner aber hübscher Mann, protestantischer Religion, ein Redner von ausserordentlichem Talent. Mirabeau selbst war erstaunt, einen jungen Mann so schnell, so lange, und mit solcher Beredsamkeit sprechen zu hören, und sagte von ihm: "daß ist ein junger Baum, der hoch steigen wird, wenn man ihn wachsen läßt."


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.