Antoine Quentin Fouquier-Tinville

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Fouquier-Tinville, (A. Q.) Sohn eines Landmannes von Heronelle, in Artois, war anfangs Anwalt bey dem Châtelet, brachte sein väterliches Vermögen und seine Besoldung durch und machte banquerott. Hierauf erhielt er als Commis eine Anstellung in dem Polizeybüreau.

1793, als ernannter Director der Jury bey dem Revolutionstribunal, zog er durch seine blutdürstigen Aeußerungen und seine Ausfälle gegen die Nachsicht seiner Kollegen die Aufmerksamkeit Robespierres auf sich, daß dieser ihn würdig schätzte, die Rolle eines öffentlichen Anklägers bey diesem Tribunal zu spielen, und Fouquier entsprach vollkommen dem Zutrauen eines solchen Beschützers.

Einige Zeit nach dem Sturze der Montagne gerieth er in Untersuchung und, ob er gleich zu seiner Rechtfertigung alle Schuld auf Robespierre zu wälzen suchte, so verutheilte ihn dennoch das Pariser Tribunal den 6. May 1795 zum Tode, weil er eine unzählige Menge Franzosen jedes Alters und jedes Geschlechts unter dem Vorwande der Verschwörung zum Tode gebracht; Wagen in Voraus zurechtstellen und mit Schlachtopfern füllen lassen, deren Charakter nicht einmal aufgezeichnet und gegen welche das Urtheil, ohne eine Verfügung zu enthalten, im Voraus unterschrieben worden sey u. s. w. Es würden ganze Bände erfordert werden, seine Schandthaten aufzuzählen.

Er war bey seinem Tode 48 Jahre alt.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.