Armand de Caulaincourt

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Biographien.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811.

(1816) Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.


Caulaincourt, Herzog von Vicenza.

Caulaincourt (von), Sohn des Vorhergehenden, Herzog von Vicenza, diente anfangs als Offizier bey den Truppen der Republik, zeichnete sich bey mehreren Gelegenheiten aus, ward Obrist von einem Regiment Dragoner, hierauf Adjutant des ersten Konsuls, den er 1803 nach Brüssel begleitete, und erhielt den Auftrag mehrerer diplomatischen Sendungen.

Er war es, der zu Ende des März 1804 die Kommission erhielt, den Herzog d'Enghien zu Etttenheim zu arretiren und nach Paris zu führen. Er vollzog sein Geschäft mit vielem Eifer, ergriff mehrere Personen seines Anhangs und ließ sie in die Zitadelle von Straßburg bringen.

Im Monath July dieses Jahrs ward er Großstallmeister von Frankreich, den 1sten Februar 1805 Divisionsgeneral und Großoffizier der Ehrenlegion. Der König von Bayern schickte ihm im May dieses Jahrs die Dekoration des Hubertusordens und bey seiner Anwesenheit in Dresden nach dem Frieden von Tilsit erhielt er den neugestifteten sächsischen Orden der Rautenkrone. Im Spätjahr 1807 gieng er als französischer Bothschafter nach Petersburg, wo er sich noch befindet. Im vorigen Jahre erhielt er den Titel eines Herzogs von Vicenza und war bey der Zusammenkunft der beyden Kaiser in Erfurt.


Caulaincourt, Duc de Vincence.

Caulincourt.

Caulaincourt, Duc de Vincence, ist der Sohn des Marquis von Caulaincourt, welcher vor der Revolution Maréchal-de-camp der königlichen Armeen war, während der Revolution in der Zurückgezogenheit lebte, nach dem 18ten Brumaire vom ersten Consul zum Divisionsgeneral ernannt wurde und in den Erhaltungssenat trat.

Der Sohn diente anfangs unter den Truppen der Republik, zeichnete sich bei mehreren Gelegenheiten aus, ward Obrist eines Dragonerregiments, und darauf Adjutant des ersten Consuls, den er 1803 nach Brüssel begleitete. Bonaparte fand in ihm ein vorzüglich brauchbares Werkzeug zu Erreichung seiner Absichten. Caulaincourt übernahm mehrere diplomatische Sendungen; die allgemeine Stimme sagt, daß er es gewesen, der den Herzog von Enghien arretirt und auf die Citadelle von Straßburg geführt habe. Er selbst hat sich nach der Wiederherstellung der Ordnung in Frankreich von diesem abscheulichen Vorwurf zu reinigen gesucht, und es bleibt der Folgezeit vorbehalten, über den Grund oder Ungrund desselben zu entscheiden.

Im J. 1805 ward er Divisionsgeneral und Großoffizier der Ehrenlegion. Vom König von Bayern erhielt er den Hubertusorden und bei seiner Anwesenheit in Dresden nach dem tilsiter Frieden von dem König von Sachsen den neugestifteten Orden der Rautenkrone.

Im J. 1807 ernannte ihn Napoleon zum Oberstallmeister und zu seinem Gesandten in Petersburg, wo er 1810 durch Lauriston ersetzt wurde.

Napoleon belohnte seine Dienste durch den Titel eines Duc de Vincence und daraus, daß er allein denselben auf der Flucht aus Rußland begleitete, das er später die mehrmals und zuletzt noch zu Chatillon zum Schein angeknüpften Unterhandlungen mit den Alliirten leitete, ergibt sich, daß er das vollkommenste Vertrauen Bonaparte's besaß und tief in die Plane desselben eingeweiht war. Bei seiner Wiederkunft 1815 ernannte ihn Napoleon zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten, und zum Pair des Reichs.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.