Armand de Kersaint

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Kersaint. französischer Convents Deputirter. 1795.

Kersaint, (A. G. S. Graf v.) Schiffskapitän bey der königlichen französischen Marine.

Seine natürlichen Talente und die philosophische Grundsätze, welche er eingesogen, kündigten sich in einem Werke unter dem Titel: der gesunde Verstand (le bon sens) an, das er vor der Revolution herausgab, und worin er die Vorrechte und die Existenz der beyden ersten Stände angriff.

Nach dem er sich zu der Revolutionsparthey geschlagen hatte, kam er als Deputirter in die Gesetzgebung und zeigte sich den Girondisten zugethan, erhob sich jedoch mehreremal gegen Mord und blutige Maaßregeln. Auch im Konvent verfolgte er den steten Gang der Girondisten und wurde im Verhältniß, daß die Montagne das Uebergewicht erhielt, immer gemässigter.

Zu Anfange des Januars 1793 erklärte er sich mit mehr Nachdruck, als irgend eines der Mitglieder seiner Parthey, gegen die Schreckensregierung und schrieb, nachdem er den 16. Januar Gefangenhaltung des Königs bis zum Frieden gestimmt hatte, den 20. an den Präsidenten einen Brief, worin er seine Entlassung nahm. Die Montagnards griffen ihn über diesen Brief an, mehrere Girondisten vertheidigten ihn; er wurde vor die Schranken geladen, stellte sich den 22., rechtfertigte sich mit Nachdruck und schlug die Wiederaufnahme in den Konvent, so wie die Ehrenzeichen der Sitzung, welche mehrere Mitglieder ihm zuzugestehen vorschlugen, aus.

Diesen Muth verzieh ihm die Montagne nicht: vergebens zog er sich in die Einsamkeit zurück; vergebens suchte seine Freunde ihn als Mitbewerber von Monge auf die Kandidatenliste zum Ministerium des Seewesens zu bringen, er wurde arretirt und den 4. Dezember 1793 als Verschwörer und Föderalist zum Tode verurtheilt.

Er war 52 Jahr alt, aus Paris gebürtig.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.