Auguste Frédéric Louis Viesse de Marmont

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Biographien.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.

(1815) Gallerie der merkwürdigsten Personen des Hofes und Cabinets zu St. Cloud. Amsterdam und Cöln, bei Peter Hammer, 1815.

(1816) Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.


Marmont.

Marmont, französischer General der Artillerie, Herzog von Ragusa, diente lange Zeit als Adjutant vom General Bonaparte, der in ihn ein großes Vertrauen zu setzen schien, und zeichnete sich in Italien bei vielen Gelegenheiten durch seine Einsicht und Tapferkeit, namentlich im Jahr 1796, aus. Man sah ihn mit gleichem Talent die Artillerie befehligen, oder die Kolonnen anführen. 1798 nahm er an der Expedition nach Egypten Theil, zeichnete sich bey dem Angriffe von Malta aus, nahm an der Spitze der 19ten Halbbrigade die Ordensfahne und ward um diese Zeit zum Brigadegeneral der Artillerie ernannt. Bey seiner Rückkunft nach Frankreich war er einer von denen, die der General Bonaparte mit der größten Zuversicht bey der Revolution von St. Cloud anstellte. Er gab ihm auf der Stelle das Kommando vom Posten der Militärschule, und sodann des Artilleriekorps in der Hauptstadt; ernannte ihn im Dez. zum Staatsrath für das Kriegsdepartement, und übertrug ihm zu Anfange 1800 in Holland eine Anleihe von einigen Millionen zu unterhandeln. Sodann begleitete er Bonaparte zur Reservearmee und nach Italien, wo er mit dem Titel eines Divisionsgenerals der Artillerie, das Oberkommando dieses Korps erhielt Er ist es, der im May 1802 dem gesetzgebenden Körper den Plan zur Bildung der Ehrenlegion vorlegte. Den 30 August wurde er zum Generalinspekteur der Artillerie ernannt; 1804 erhielt er das Oberkommando der Gallobatavischen Armee und im Februar 1805 das rothe Band mit dem Titel eines Generalobersten der Jäger zu Pferde. Bey dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten mit Oesterreich ward er bey der großen Armee angestellt Er ging im September 1805 über den Rhein bey Cassel, und besetzte dann mit seinem Korps Steyermark. Nach dem Preßburger Frieden hielt er im Februar 1806 noch Triest besetzt, und wurde dann zum kommandirenden General in Dalmatien ernannt, wo er mit den Montenegrinern mehrmals zu kämpfen hatte. Im Jahre 1808 ernannte ihn Napoleon zum Herzog von Ragusa. Bey dem Wiederausbruche des Kriegs mit Oesterreich rückte er auch mit seinem Korps vor. Bey dem Friedensschluße wurde er zum Kommandirenden in Illyrien ernannt, und wohnt jetzt in Triest.


Marmont..

Marmont, Herzog von Ragusa, französischer Marschall.

Marmont diente lange Zeit als Adjudant des Generals Buonaparte, der in ihn ein grosses Vertrauen zu setzen schien, und zeichnete sich in Italien bei vielen Gelegenheiten durch seine Einsicht und Tapferkeit, namentlich im Jahr 1796, aus. Man sah ihn mit gleichem Talent die Artillerie befehligen, oder die Kolonnen anführen. 1798 nahm er an der Expedition nach Egypten Theil, zeichnete sich bei dem Angriffe von Malta aus, nahm an der Spitze der 19ten Halbbrigade die Ordensfahne und ward um diese Zeit zum Brigadegeneral der Artillerie ernannt. Bei seiner Rückkunft nach Frankreich war er einer von denen, die der General Buonaparte mit der grössten Zuversicht bei der Revolution zu St. Cloud anstellte. Er gab ihm auf der Stelle das Kommando vom Posten der Militärschule, und sodann des Artilleriekorps in der Hauptstadt; ernannte ihn im Dez. zum Staatsrath für das Kriegsdepartement, und übertrug ihm zu Anfange 1800 in Holland eine Anleihe von einigen Millionen zu unterhandeln. Sodann begleitete er Buonaparte'n zur Reservearmee und nach Italien, wo er mit dem Titel eines Divisionsgenerals der Artillerie, das Oberkommando dieses Korps erhielt Er ist es, der im Mai 1802 dem gesetzgebenden Körper den Plan zur Bildung der Ehrenlegion vorlegte. Den 30 August wurde er zum ersten Generalinspektor der Artillerie ernannt; 1803 erhielt er das Oberkommando der Gallobatavischen Armee und im Februar 1804 das rothe Band mit dem Titel eines Generalobristen der Jäger zu Pferde. Bei dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten mit Oestreich ward er bei der grossen Armee angestellt Er ging im September 1805 über den Rhein bei Cassel, und besetzte dann mit seinem Korps Steyermark. Nach dem Pressburger Frieden hielt er im Februar 1806 noch Triest besetzt, und wurde dann zum kommandirenden General in Dalmatien ernannt, wo er mit den Montenegrinern mehrmals zu kämpfen hatte. Im Jahre 1808 ernannte ihn Napoleon zum Herzog von Ragusa. Bei dem Wiederausbruche des Kriegs mit Oesterreich rückte er auch mit seinem Korps vor. Bei dem Friedensschlusse wurde er zum kommandirend. General in Illyrien ernannt, und wohnte jetz in Triest.

Auch Marmont ist einer jener Feldherren, die in dem Feldzuge von Paris einen Heerhaufen befehligten; er war es, der die Kapitulation von Paris unterhandelte und durch einen seiner Feldgehülfen, den Obristen Denys, unterzeichnen liess. Er gab das Zeichen des Abfalls von dem Tyrannen, und wird desshalb von einem grossen Theile der Franzosen noch immer als ein Verräther betrachtet. Marmont ist mit der einzigen Tochter des reichen Banquier Perregaux, der unter Napoleon Graf und Staatsrath wurde, vermählt, und ist einer jener Generale, den, bevor er sich von der Sache Napoleons trennte, die öffentliche Stimme in Frankreich als einen geschickten Feldherrn und gemässigten Mann bezeichnete.


Viesse de Marmont.

Marmont (Viesse de), Herzog von Ragusa und Marschall von Frankreich, geboren um das J. 1770, stammt aus einer adeligen Familie und empfing eine gute Erziehung.

Man widmete ihn dem Artilleriedienst. Er diente in der Armee von Italien, als Bonaparte ihn zu einem seiner General-Adjutanten wählte. Muth und Einsicht erwarben ihm das Vertrauen des Oberbefehlshabers, dessen oft schwierige Aufträge er mit Glück vollzog. Er war noch Bataillonschef, als er 1796, nach Paris gesandt wurde, um dem Directorium 22 den Oesterreichern unter Wurmser abgenommene Fahnen zu übergeben. Bei dieser Gelegenheit pries er in einer langen pathetischen Rede die Thaten der italienischen Armee und das Genie ihrers Anführers. Zur Zeit der Gründung der italienischen Republik überbrachte er die Beschlüsse Bonaparte's dem Congreß von Reggio. Auch befand er sich bei der Expedition gegen Rom. Nach dem Frieden von Campo Formio kehrte er nach Paris zurück, und verheirathete sich mit der einzigen Tochter des durch Reichthum und Rechtschaffenheit gleich ausgezeichneten Banquiers Peregaux.

Als Bonaparte nach Aegypten ging, folgte ihm Marmont. Bei der Einnahme von Malta commandirte er eine der gelandeten Colonnen, schlug die Malteser zurück, erbeutete die Ordensfahne, und ward dafür zum Brigadegeneral ernannt. Bei dem Angriff auf Alexandria und auf dem Marsch nach Cairo leistete er wesentliche Dienste. Zur Zeit der Expedition nach Syrien lös'te er den General Kleber in dem Commando von Alexandria ab. Er hatte hier nicht nur die Vertheidigung der Küsten gegen jeden Landungsversuch der Türken, sondern auch die Correspondenz mit Frankreich und insgeheim die Vorbereitungen zur etwanigen Abreise Bonaparte's zu besorgen. Letzterer Auftrag ist ein Beweis der großen Vertraulichkeit, die damals zwischen Beiden Statt fand.

Nachdem er mit Bonaparte nach Frankreich zurückgekehrt war, beförderte er aufs thätigste die Revolution vom 18ten Brumaire. Er erhielt vom ersten Cunsul das Commando der Militärschule, ward zum Staatsrath für das Kriegsdepartement und zum Divisionsgeneral ernannt, und erhielt den Oberbefehl der Artillerie bei der Reservearmee, die zur Wiedereroberung Italiens bestimmt war, sich bei Dijon versammelte und zu Anfangs Mai's 1800 zu Genf eintraf. Bei dem Uebergang über den Bernhard entwickelte er eben so viel Kenntnisse als Entschlossenheit. Er leitete den höchst beschwerlichen Transport des Geschützes und der Munition über diesen Berg, befand sich allenthalben, wo die Schwierigkeiten am größten waren, persönlich, und führte glücklich eine der außerordentlichsten Unternehmungen in der neuern Kriegsgeschichte aus. In der Schlacht von Marengo unterstützte Marmont den entscheidenden Angriff Desaix auf das kräftigste, indem er seine Artillerie bis auf Musketenschußweite gegen die feindliche Linie vorrücken ließ, und wohnte dem Feldzug bis zu seiner Beendigung gleich thätig bei.

Darauf wurde er General-Inspector der Artillerie und General en Chef der Armee von Holland. Von jetzt an zeigte sich eine große Veränderung in seinem Character. Stolz und übermüthig, als einer der reichsten und von dem ersten Consul am meisten begünstigten Feldherren, machte er sich seinen Soldaten eben so sehr als den Holländern verhaßt, welche dem Himmel dankten, als er 1805 zur großen Armee berufen wurde, um das zweite Corps zu befehligen.

Er nahm an den Begebenheiten von Ulm Theil. Während der Schlacht von Austerlitz hatte er in Steiermark die Bestimmung, die Armee des Erzherzogs Carl im Rücken zu beunruhigen. Nach dem Frieden wurde er zum Herzog von Ragusa ernannt. Er blieb mit seinem Corps in Ober-Italien stehn.

Beim Ausbruch des Kriegs im J. 1809 stand Marmont in Dalmatien, und schien verloren, als die Unfälle bei Regensburg den Erzherzog Johann in Italien zum Rückzug zwangen. Er konnte sich hierauf mit der italienischen Armee vereinigen, mit welcher er siegreich gegen die Donau vordrang. In der Schlacht von Wagram befand er sich mit seinem Corps im Centrum.

Nach Massena's Rückzug aus Portugal wurde ihm der Oberbefehl der gegen dieses Reich operirenden Armee übertragen. Seine Vereinigung mit Soult nöthigte Wellington, die Belagerung von Badajoz aufzugeben, aber die Franzosen vermochten oder verstanden nicht, ihre Vortheile zu verfolgen. Selbst als Marmont sich mit Dorsenne unter den Mauern von Ciudad Rodrigo vereinigt hatte, wagte er nicht, den Engländern eine Schlacht anzubieten, die sich in der Folge freiwillig zurückzogen. Als später Wellington wieder vorrückte, kam es am 22sten Juli 1812 zu einer blutigen Schlacht bei Salamanca, welche Marmont, der selbst verwundet wurde, verlor.

Er war noch nicht ganz wiederhergestellt, als er 1813 zur Armee nach Deutschland berufen wurde, wo er sich bei Lützen, Bautzen, Dresden und Leipzig rühmlich auszeichnete.

Als endlich die feindlichen Armeen immer weiter in Frankreich vordrangen, zog er sich hinter die Seine zurück, und nahm den 3ten April 1814 Schwarzenbergs Vorschläge an, Napoleons Fahnen zu verlassen und die provisorische Regierung anzuerkennen. Er war einer der ersten, die sich für Ludwig XVIII. erklärten, der ihm das Commando einer Compagnie Garde du Corps gab, und ihn zum Pair von Frankreich machte.

Während Napoleons Usurpation 1815 folgte er dem Könige nach Gent, und ward nach dessen Rückkehr Präsident des Wahlcollegiums des Côte d'or Departements.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Marmont. Ehmals Artillerieoffizier und Adjutant Buonapartes; Grossoffizier des Reichs; Marschall; Herzog von Ragusa; Grosskreuz der Ehrenlegion am 13. Pluviose 13. J.; Kommandirender General des sechsten Armeekorps für den Kaiser, bey der Belagerung von Paris; Ludwigsritter am 1. Juny 1814; Kapitain der sechsten Kompagnie der Königlichen Garde du Corps; Pair von Frankreich am 4. Juny 1814.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Gallerie der merkwürdigsten Personen des Hofes und Cabinets zu St. Cloud. Amsterdam und Cöln, bei Peter Hammer, 1815.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Merkwürdige Begebenheiten, Anekdoten, Charakterzüge und kurze Lebensbeschreibungen berühmter Männer aus der neuesten Zeitgeschichte. Memmingen, 1816. In der Christoph Müller'schen Kunst- und Buchhandlung.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.