Augustin Robespierre

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Robespierre der Jüngere (Augustin-Bon-Joseph) Bruder des Vorhergehenden, der ihn mit wenigen Worten ein dummes Thier (une bête) nannte. Er war, so wie jener, mittelst eines von der Abtey St. Vast erhaltenen Stipendiums in dem Kollegium von Louis le Grand erzogen worden.

Zu Anfange der Revolution erhielt er die Stelle eines Anwalts der Gemeine von Arras, benahm sich als solcher äußerst despotisch, und wurde, was er seinem Namen zu danken hatte, zum Deputirten des Departements von Paris im Konvent ernannt, wo er einer von den Klaffern (aboyeurs) des Tyrannen ward, ohne (aus Mangel an Mitteln) einer seiner Hauptagenten werden zu können. Er unterstützte ihn vornehmlich in seiner Erbitterung gegen Ludwig XVI., und votirte wie dieser, für die möglichst schnellste Hinrichtung.

Er erhielt nacheinander Sendungen zu der Armee, welche Carteau gegen die Marseiller kommandirte, hierauf nach Niza und Toulon mit Freron und Barras, und ließ die von den Ausschüßen angeordneten revolutionären Maßregeln vollziehen.

Zu Ende des Messidor kam er nach Paris zurück, veruneinigte sich anfangs mit seinem Bruder wegen Lebon, dem er grausamer Handlungen beschuldigte, söhnte sich aber sodann wieder mit ihm aus.

Den 9. Thermidor, als das Anklagedekret seinen Bruder traf, forderte er in der That, sein Schicksal zu theilen, wie er seine Tugenden getheilt hatte; diese Forderung wurde ihm zugestanden, man erklärte ihn gleichfalls in die Acht, als man wußte, daß die beyden Brüder und ihre Genossen Herren des Rathshauses und in Aufruhr waren. In dem Augenblicke, als die bewaffnete Macht bis zu ihnen vordrang, um sie zu arretiren, stürzte sich der jüngere Robespierre durch ein Fenster auf den Greveplatz, um sein Leben zu enden, oder nach andern, um sich zu flüchten; da er aber bloß ein Bein gebrochen hatte, schleppte man ihn den folgenden Tag mit seinen Genossen auf das Schaffot.

Er war 30. Jahre alt, als er starb.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.