Baciocchi

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Bacciochi (Felix Pascal), geboren den 18ten Mai 1762 zu Ajaccio in Corsica, wo sein Vater Oberster war, gegenwärtig Fürst von Lucca und Piombino, General, Senator und Offizier der Ehrenlegion.

Er war früh schon im Militärdienst, und damals Infanterieoffizier, als er die älteste Schwester Bonaparte's, damaligen Oberbefehlshaber der italiänischen Armee, jetzige Prinzessin Elise, heirathete. Er ward hierauf Oberster des 26sten leichten Infanterieregiments, im Juni 1804 Präsident des Wahlcollegiums vom Ardennendepartement und erhielt die Anwartschaft, in den Erhaltungssenat zu treten. Den 29sten November 1804 ward er wirkliches Mitglied desselben und Offizier der Ehrenlegion. Da der Kaiser kurze Zeit darauf seiner Schwester das Fürstenthum Piombino geschenkt hatte, ward Bacciochi selbst Souverain, und empfing zu gleicher Zeit in der Senatssitzung vom 13ten März 1805 aus den Händen des Kaisers das rothe Band.

Er reis'te wenige Tage nachher mit seiner Gemahlin nach Piombino ab, um von dem Fürstenthume Besitz zu nehmen, und ward mit den Zeichen aller Bereitwilligkeit und Zuneigung empfangen. Den folgenden 23sten Juni ward er zum Fürsten von Lucca ernannt, wohin er sich den 10ten Juli mit seiner Gemahlin begab. Sie wurden auch hier mit Pomp und Pracht aufgenommen, und ließen sich huldigen. Am 1sten Mai 1806 wurden die Länder von Massa und Carrara als französische Reichslehen und la Garffagnana mit dem Fürstenthume Lucca vereinigt.

Im Jahre 1809 ernannte Kaiser Napoleon den Fürsten zum Commandanten der Truppen in Toscana, das mit Frankreich vereinigt wurde; sein Gemahlin Elise aber zur Generalgouvernante, mit dem Titel einer Großherzogin. Beide residirten von dort an in Florenz.

Mit dem Umschwunge der europäischen Angelegenheiten im Frühjahre 1814 nahmen aber alle diese Herrlichkeiten ein Ende, und die Familie Bacciochi trat wieder in den Privatstand zurück. Nach Napoleons Einfall in Frankreich wurde der Fürst und die Fürstin verhaftet, nach Oesterreich geführt, und dort auf den Spielberg bei Brünn gebracht, wo sie noch unter strenger Aufsicht leben.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.