Bernhard Erasmus von Deroy

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Deroy, Generallieutenant in königlich bayrischen Diensten, kommandirte mit Auszeichnung 1800 das bayrische Kontingent gegen Frankreich und ward in derselben Eigenschaft an der Spitze des bayrischen Hülfskorps gegen Oestereich angestellt, das sich 1805 an die große Armee anschloß. Er befehligte unter dem Marschall Bernadotte und that sich hauptsächlich bey dem Gefecht von Lofers hervor, wo er durch einen Pistolenschuß schwer verwundet wurde.

1806 führte er das bayerische Hülfskorps nach Schlesien, leitete einen Theil der Operationen des dasigen Feldzuges und zwang den 16ten Januar 1807 die Festung Brieg zur Kapitulation.

Im Feldzuge 1809 kommandirte er wieder ein bayrisches Korps.


Anekdoten.

Die Russischen Jäger.

Die große Strenge, welche durchgehends in der russischen Armee herrscht, ist eine der vorzüglichsten Ursachen des unglaublichen Widerstandes, den die Russen in allen Schlachten bewiesen haben. Sie ist aber auch der Grund von den mechanischen Fertigkeiten, mit denen der Soldat seine Waffen zu führen weiß. Diese zeichnen besonders die Infanterie, und namentlich die Jägerregimenter aus. Der größte Theil der letzten wird durch die Strenge, mit welcher er zum Richtigschießen angehalten wird, dahin gebracht, daß er seinen Mann in der Entfernung von mehreren hundert Schritten selten verfehlt.

In einem der heißesten Kämpfe im zweiten polnischen Kriege an der Düna fiel der ehrwürdige bayrische Held, General Deroy, dessen Andenken in den Jahrbüchern der bayrischen Geschichte eben so wenig, als in der der neuern Kriege untergehen wird. Er befand sich an dem Tage, an welchem er die tödtliche Wunde erhielt, in der nähe der leichten bayrischen Infanterie, welche gegen einen großen Schwarm russischer Kosaken und Jäger tiraillirte. Sie wurden von den Russen stark gedrängt, und der Feldherr begab sich, um die Ordnung zu erhalten, an die Linie. Eis russischer Jäger war bis auf dreihundert Schritt von ihm vorgegangen. "Sicher hat mich der Kerl dort auf dem Korne," sagte der General, als er sah, daß der Schütze auf ihn anlegte. Er hatte diese Worte kaum gesprochen, als er, von ihm schwer in den Unterleib getroffen, vom Pferde sank. Die Soldaten eilten sogleich herbei, und trugen ihn zurück. Er lag mehrere Stunden ohne Bewußtsein. Nach vielen Bemühungen der Wundärzte kam er wieder zur Besinnung. -- "Ich hatte wirklich Recht," -- waren seine ersten Worte, -- "der russische Jäger hatte gut angelegt!" er starb bald darauf, und Bayern wird den Tod seines heldenmüthigen Feldherrn lange betrauern.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Beiträge zur neuesten Kriegsgeschichte in Spanien und dem Norden von Europa in den Jahren 1811, 1812 und folgenden, mit Rückblicken auf die Kriege in den Jahren 1805 bis 1810. Leipzig, in der Baumgärtnerschen Buchhandlung. 1813.