Bertrand Barère

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Barrère.

Barère (Bertrand) von Vieuzac, gebohren zu Tarbes, aus einer angesehenen Familie, Parlamentsadvokat zu Toulouse, wo er durch seinen eleganten und leichten, doch zu sehr mit Gegensätzen überladenen, Vortrag Aufmerksamkeit auf sich zog.

1789 kam er als Deputirter zur Generalständeversammlung, wo er seine republikanischen Grundsätze schon sehr laut werden ließ. Während der Legislatur trat er ins Kassationsgericht und nach dem 10ten August erhielt er einen Platz unter den patriotischen Rechtsgelehrten, welche Danton, damahliger Justizminister, mit seinem Departement vereinigte.

Im September 1792 erwählte ihn das Departement der hohen Pyrenäen zum Deputirten bey dem Nationalkonvent, von dem er den 1sten Dezember zum Präsidenten ernannt ward. Den 11ten wurde Ludwig XVI. unter Bareres Vorsitz zum erstenmahl vor Gericht verhört. Barare ließ sich diesen Prozeß sehr angelegen seyn, bestritt die Appellation an das Volk und votirte Ludwigs Tod.

Den 26sten März ward er zum Mitgliede des ersten Wohlfahrtsausschusses ernannt, wo er, besonders nach der Erneuerung desselben vom 10ten July, das Organ desselben und Urheber des größten Theils jener revolutionären Maaßregeln war, die diese Epoche auszeichneten, und ihr den Nahmen der Schreckensregierung gaben. Er stattete der Assemblee Bericht über die Korrespondenz der Generale ab und man sah sie nach und nach auf seine Veranstaltung die schrecklichsten Dekrete und Ungerechtigkeiten bestättigen. Den 22sten Januar 1794 erhob er sich gegen die Parthey, die für den Frieden stimmte, und bey Erwähnung der Bedingungen, unter denen die fremden Mächte die Republik anerkennen wollten, erklärte er: "daß die Republik, um zu bestehen, diese Anerkennung nicht nöthig habe, und daß ihre Bestimmung ihr auch nur erlaube, die anderen Regierungen provisorisch anzuerkennen." Ueberhaupt, um alle Meinungen und Arbeiten Bareres kennen zu lehren, müßte man alle Verhandlungen des Konvents vom 31sten May 1793 bis zum 27sten July 1794 (9. Thermidor) aufführen. Es sind wenig Sitzungen vergangen, in denen er nicht die Tribune einige Stunden lang behauptet hätte. Auch die Finanzen standen unter seiner Aufsicht; bey Gelegenheit eines Berichts über die Einziehung der den Verurtheilten gehörigen Güter ließ er die Worte hören, die ihm nachher oft zum Vorwurf gemacht worden sind: "Auf dem Revolutionsplatze schlagen wir Münze" (auf diesem Platze geschahen nemlich die Exekuzionen).

Noch den Tag vor Robespierres Sturz, hielt ihm Barère eine Lobrede, als er aber sah, daß der Konvent sich gegen ihn erklärte, verließ er ihn plötzlich und schloß sich an seine Feinde an. Durch dieses Verfahren nahm Barère und Andere Theil an dem glücklichen Ausgänge der Ereignisse den 9ten Thermidor, und erhielt sich dadurch noch einigen Einfluß. Bald aber ward er als Mitverschworner Robespierres in Verdacht gezogen, und ob er gleich die trüben Wolken mehrere Monathe lang zu zerstreuen wußte, so endete doch im März 1795 sein Prozeß mit der Zuerkennung der Deportation; allein er entkam der Vollziehung durch die Flucht aus dem Gefängnisse.

Nach der Revolution vom 18ten Brüm. wandte er sich an den ersten Konsul mit der Bitte, seine Verbannung aufzuheben, und war so glücklich, die Gewährung seines Gesuchs zu erhalten. Nachher ließ er ein Journal unter dem Titel: Mémorial antibritannique erscheinen, welches kein Glück machte und bald darauf seinen Titel änderte. Seitdem zeigt er sich bey allen Gelegenheiten als einen eifrigen Vertheidiger der Regierung Napoleons.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.