Besenval

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Besenval (Pierre Victor, Baron von), war von einer Patricier-Familie, welche aus Savoyen stammte zu Solothurn geboren, und der Sohn eines Generallieutenants und Obersten der Schweizergarden.

Der junge Besenval trat im neunten Jahre in dieses Corps, machte im Dreizehnten (1735) seinen ersten Feldzug und (1748) den zweiten als Adjutant des Marschalls Broglio in Böhmen. Er erlangte schnell zu den ersten Militärwürden, zu welchen ihm mehr sein Name, seine Tapferkeit, seine schöne Gestalt und sein Verstand verhalfen, als seine hervorragenden Talente, von denen er niemals Beweise gegeben hat. Er wurde im Jahr 1757 zum Feldmarschall ernannt und befand sich bei den Gefechten von Hastenbeck, Klosterbergen und Villingshausen.

Bei dem Frieden im Jahr 1762 ging er wieder nach Paris an den Hof, wo er mit besonderem Erfolge die Rolle eines glücklichen und geschickten Hofmannes zu spielen wußte. Bei dem Einflusse, welchen ihn seine persönlichen Talente besonders bei der Königin verschafften, ist es zu bedauern, daß er in der nun folgenden bedenklichen Zeit seinen Einfluß nicht dazu anwandte, dem Hofe bessere und heilsamere Rathschläge zu geben, als diejenigen waren, welche derselbe zu seinem Verderben befolgte.

Als er endlich im Jahre 1789 mit dem Commando der Stadt Paris bekleidet war, und den Auftrag erhielt, seine eigenen Rathschläge in Ausübung zu bringen, war er zu nichts anderm tauglich, als furchtsame Maßregeln zu ergreifen und eben so schwankende Befehle zu ertheilen. Endlich entfloh er sogar mit Pässen, die er sich verschaffen gewußt hatte. Er ward eingeholt und ins Gefängniß geworfen, jedoch bald wieder in Freiheit gesetzt. Nun verschwand Besenval von der politischen Bühne und starb am 27sten Juni 1794 im 72sten Jahre seines Lebens.

Seine nicht unberühmten Memoiren, welche jedoch die Familie desselben für untergeschoben erklärt hat, sind bei dem Interesse, welches sie erregen, nichts desto weniger mit großer Oberflächlichkeit und ohne jegliche historische Würde geschrieben.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.