Charles-Alexis Brûlart de Sillery

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Sillery, (Alexis Brulard von Genlis, Marquis von) Feldmarschall und ehemaliger Dragoneroberst, Deputirter des Adels von Reims bey der General-Stände-Versammlung, Gemahl der Frau von Genlis, war seit seiner Jugend dem Herzog von Orleans zugethan und ward der Vertraute und Gesellschafter seiner Belustigungen und Ausschweifungen.

Mit dem Anfange der Revolution zeigte er sich als einer der eifrigsten, obgleich am wenigsten hervorstechenden, Agenten der Faction Orleans, und vereinigte sich, bey Eröffnung der Sitzungen, nebst der Minderheit des Adels mit dem dritten Stande. In allen Volksbewegungen, so wie in allen streitigen Erörterungen, welche in den Jahren 1789 und 90 statt hatten, namentlich bey der über die Rechte des spanischen Zweiges der Bourbons auf den französischen Thron, zeigte er sich als eben so warmen Vertheidiger des Herzogs von Orleans, wie als erklärter Feind Ludwigs XVI.

Im September 1789 erklärte er sich für die Fortdauer des gesetzgebenden Körpers, bestritt das System der beyden Kammern, als auf Errichtung einer Senats-Aristokratie abzielend.

Er nahm thätigen Antheil an den Ereignissen des 5. und 6. Oktobers, und mehrere Aussagen vor dem Châtelet bezeichneten ihn als einen der Haupturheber der Gewaltthaten gegen die königliche Familie.

Nach seiner Ernennung zum Mitglied des Konvents ging er beynahe sogleich in der Eigenschaft eines Kommissärs zu der Armee Dümouriez ab.

In dem Prozesse Ludwigs XVI. votirte er Verhaft und lebenslängliche Landesverweisung des Fürsten und seiner Familie, und suchte die Idee zu vernichten, daß eine Orleansche Parthey wirklich existire. Allein der Abfall Dümouriez, dessen Beyspiel den Sohn Orleans nachahmte, füllte das Maaß von Verachtung und Mißtrauen, das der Vater seit lange gegen sich erweckt hatte, und Sillery suchte am 1. Aprill 1793 vergebens, ihn zu vertheidigen. Den 4. dekretirte man, daß er selbst nebst dem Herzog von Orleans unter Aufsicht genommen werden sollte; und nachher wurde er in die Proscription von 31. May mit verwickelt und den 30. Oktober 1793 zum Tode verurtheilt.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.