Charles James Fox

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Ch. Jam. Fox.

Charles James Fox.

Fox, (Ch. Jam.) Sein Vater war Heinrich Fox, Staatssekretär und Generalzahlmeister der Armee unter Georg II., ein Posten, auf dem er einen großen Reichthum zusammenbrachte; er ward unter dem jetzigen Könige geadelt mit dem Titel Baron von Holland von Foxlei, und war lange Zeit ein Gegner des Lord Chatam, Vaters von Pitt.

Sein 2ter Sohn, James Fox, ward ihm den 13. Januar 1749 geboren und wurde der Gegenstand seiner zärtlichsten Liebe. Er ließ ihn in dem Kollegium von Westmünster, sodann zu Eyton und endlich zu Oxford erziehen, und da den jungen Fox, in dem sich lebhafte Leidenschaften und ein ausserordentlicher Hang zur Verschwendung entwickelte, die Einförmigkeit der Schulstudien ermüdete, und er in mehrere Gegenden des Auslandes, namentlich nach Spa.

Er benutzte 1768, als er erst 19 Jahr alt und also noch nicht wahlfähig war, den Einfluß seiner Familie, um sich von dem Flecken Mindgust zum Mitglied des Gemeindhauses wählen zu lassen, und zeigte darinn vom ersten Augenblick eine grosse Anhänglichkeit an die ministeriele Parthey. Dieses bewirkte, daß er durch den Kanzler North zum Lord der Schatzkammer ernannt wurde.

Die Aenderung seiner Meinung schreibt man der Eifersucht zu, welche sich zwischen ihm und dem Sohne des Lord Guilford erhob. Dieser brachte ihn um seine Stelle, und Fox rächte sich an ihm durch lebhafte Angriffe gegen seine Administration.

Mit nicht weniger Kraft zog er gegen die Verhandlungen des Ministeriums während des Amerikanischen Kriegs zu Felde, kam dahin es zu stürzen und ward für eine kurze Zeit in das Kabinet als Staatssekretär berufen.

1780 war er durch die Stadt Westminster ins Parlament erhoben worden und es gelang ihm seitdem sich durch dieselbe Stadt darinnen zu erhalten, was sein Ansehen und seinen Einfluß nicht wenig vermehrte. Er trat aus dem Ministerium, kam wieder hinein und verließ es zum zweytenmal, da seine Parthey nie genug Einfluß hatte, ihn darinnen zu behaupten.

Seit dem Anfange des Revolutionskriegs sah man ihn wechselweise Beredsamkeit, seinen Scharfsinn, seine ihm natürliche Wärme und selbst häufige bittre Kritiken und Beleidigungen anwenden, um die englische Regierung zur Anerkennung der französischen Republik zu zwingen. In jeder Sitzung erneuerte er festbeharrend seine Anträge über diesen Gegenstand, lieh alle Formen, leerte den Köcher des Partheygeistes von den kräftigsten Pfeilen, um das Ministerium zu stürzen und den Frieden mit Frankreich als unverlässig und dauerhaft darzuthun.

Nach dem Frieden von Amiens besuchte er Frankreich und Paris, speiste mit dem ersten Konsul und schien sehr zufrieden mit der Aufnahme die er empfangen hatte, so wie mit den Dokumenten, die er für seine Bearbeitung der Geschichte der Revolution von 1686 in den Archiven der auswärtigen Angelegenheiten sammelte.

Nach seiner Rückkunft nach London hielt er im Parlament eine Rede von zwey Stunden, worinn er die Nothwendigkeit der Beybehaltung des Friedens auseinandersetzte, das neue Ministerium vertheidigte, Pitts Administration angriff und Bonaparte gegen die Beschuldigung der Ehrsucht rechtfertigte.

1803 schienen sich seine Meinungen der Kriegsparthey zu nähern.

Im November desselben Jahrs ernannte ihn das französische Nationalinstitut zum Ehren-Mitglied für die Klasse der Wissenschaften.

Den 23. August 1804 fieng er seine Angriffe gegen das Ministerium von neuem an und verlangte die Durchsicht aller in den letztern Sitzungen vorgenommenen Verhandlungen.

Nach dem Falle Addingtons, behauptet man, wurde Fox dem Könige für das Ministerium vorgeschlagen; Se. Maj. schlugen ihn aber förmlich aus. Einige Zeit darauf übergab er bey dem Unterhause das Gesuch der irrländischen Katholiken und machte ihre Ansprüche gelten. Ihm verdankte hauptsächlich Melville die schimpfliche Ungnade, in die er im May 1805 fiel.

Bey der Wiedereröffnung des Parlaments gegen Ende des Jahrs 1805, sprach er von neuem über die Gefahren, in welche England durch die Siege der Franzosen in Deutschland gesetzt werde; rühmte die Großmuth, mit der sich Oesterreich unter diesen Umständen aufgeopfert hätte; schmähte seine Alliirten, die ihm nicht zu rechter Zeit Hülfe geleistet hätten; und erhob sich mit ganzer Macht gegen das Ministerium, das er als Urheber von dem Unglücke des Kontinents anklagte.

Kurz darauf eröffnete ihm Pitts Tod noch einmal die ministerielle Laufbahn. Es war den 29. Januar 1806, als er zu die Stelle eines Staatssekretairs und Ministers der auswärtigen Angelegenheiten berufen wurde; den 8. Februar ward er, nebst seinen Kollegen, dem Könige und der Königinn vorgestellt, und seitdem zeigte er sich nirgends, ohne die lebhaftesten Beyfallsbezeugungen zu erhalten. Der Herzog von Bedfort überließ ihm, bey seiner Abreise nach Irland, sein prächtiges Hotel zu London.

Wenn man indeß den englischen Zeitschriften, die ihm entgegen sind, glauben darf, so veränderte zwar Fox mit seiner Lage, nicht völlig seine Sprache, milderte aber wenigstens auf eine sonderbare Art die politischen Ideen, die er bis dahin in dem Hause der Gemeinen ausgesprochen hatte.

Doch war die neue öffentliche Laufbahn, in die er getreten war nicht von langer Dauer; denn sie endigte sich schon mit dem 13. September 1806, wo ihn plötzlich der Tod hinraffte; da er eben Anstalten traf, um den Frieden mit Frankreich zu bewerkstelligen.

Fox war einer der ersten Parlamentsredner; seine Beredsamkeit gleicht einem Strom; ganze Sitzungen von 10 bis 12 Stunden wußte er zu wiederhohlen, beantwortete alle Reden seiner Gegner und fesselte, trotz seines ungünstigen Organs und des Mangels an Würde und Empfehlung in seiner Action, die Aufmerksamkeit der Zuhörer für ganze Stunden.

Vor seinem letzten Eintritt ins Ministerium hielt er sich zu St. Anus-Hill bey Chertsey auf; hier stand er der Anbauung seines Landgutes, seines Gartens und seiner Baumpflanzungen vor. Um 7 Uhr des Morgens stand er auf, machte eine Promenade zu Pferde nach der Themse, badete sich darin, kam um 10 Uhr zurück zum Frühstück, arbeitete bis zum Mittagsmahl in seinem Kabinet und widmete den Abend häuslichen Vergnügungen.

Der Bildhauer Nollekens hat seine Büste 22mal, sowohl für englische Grosse, als für verschiedene europäische Potentaten gearbeitet.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.