Charles Lefebvre-Desnouettes

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Lefebvre-Desnouettes.

Lefebvre-Desnouettes war im J. 1805 Oberster des 18. Dragonerregiments, und erwarb sich in der Schlacht von Austerlitz das Kreuz der Ehrenlegion und den Rang eines Brigadegenerals. Im J. 1808 wurde er in Spanien von der Englischen Armee unter dem General Moor gefangen und blieb eine geraume Zeit in England. Nach der Auswechslung wurde er Divisionsgeneral und diente in allen folgenden Feldzügen mit großer Auszeichnung. Am 10. April 1814 gab er seine Zustimmung zu allem, was die provischorische Regierung bis dahin gethan hatte, und erklärte seine Anhänglichkeit an die Dynastie der Bourbons. Ludwig XVIII. ernannte ihn am 19. Juli desselben Jahres zum Ludwigsritter. Sobald er Nachricht von der Landungs Napoleon's erhalten hatte, suchte er die Truppen in der Gegend von Soisons und Laon aufzuwiegeln, und setzte sich auch mit einem Theile derselben gegen Paris in Bewegung; die Truppen verließen ihn aber wieder und er wurde verhaftet. Nach der Entfernung des Königs erhielt er aber seine Freiheit wieder, und machte dann den letzten kurzen Feldzug mit. Auch er ist noch nicht zur Haft gebracht.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Lefevre-Desnouettes. Am 28. August 1806 Divisionsgeneral; Kommandeur der Ehrenlegion; Grosskreuz des Kaiserlichen Reunions-Ordens; Ludwigsritter am 19. July 1814. Am 10. April desselben Jahrs hatte er für sich, und für die, unter seinen Befehlen stehenden Truppen, seine Beystimmung zu den Akten der Provisorischen Regierung eingeschickt, und seine treue Ergebenheit für die Dynastie der Bourbons feyerlich betheuert. (Moniteur.)

Das Journal des Débats vom 15. März 1815 enthält eine ausführliche Schilderung der Verrätherey, deren sich der General Lefevre-Desnouettes, nach Napoleons Landung gegen den König schuldig machte. An seine Stelle schickte damals Ludwig XVIII. den General Deslions. Er wurde am 4. Juny 1815 von Napoleon zum Pair von Frankreich ernannt.


Charles, Graf Lefebvre-Desnouettes.

Charles, Graf Lefebvre-Desnouettes, General-Lieutenant, geb. 1775, st. 1822.

Als Sohn eines Kaufmanns war Lefebvre-Desnouettes ebenfalls zum Handel bestimmt; er nahm jedoch aus Neigung Kriegsdienste, stieg schnell zu den höhern Graden und befehligte 1804 ein Dragoner-Regiment. Im Jahre 1805 zum Brigadegeneral ernannt, ging er in westphälische Dienste, wurde aber schon 2 Jahre darauf als Divisionsgeneral nach Spanien geschickt. Bei Verfolgung eines feindlichen Trupps setzte er eines Tages über einen Fluß, konnte aber nicht wieder zurück und fiel so den Feinden in die Hände, die ihn unverzüglich nach England schickten. Nicht lange darauf entkam er jedoch glücklich nach Frankreich und begleitete als Befehlshaber der Chasseurs der Garde den Kaiser in den Krieg von 1809 gegen Oestreich. Auch beim russischen Feldzug verließ er denselben nicht, wurde (1813) bei Altenburg von Platow und Thielemann geschlagen, that aber das Jahr darauf in der Schlacht bei Brienne Wunder der Tapferkeit. Bei Napoleons Rückkehr von Elba versuchte er, wie es heißt, das Regiment der Chasseurs, das er befehligte, für ihn zu gewinnen und begab sich hierauf mit General Lallemant nach Lyon, um den Kaiser daselbst zu erwarten, mit dem sie nach Paris zurückkehrten. Nach der zweiten Restauration flüchtete er sich nach Nord-Amerika und wurde abwesend zum Tode verurtheilt. Er fand denselben 1822 an der Küste von Belgien, wohin er sich, um seine Frau zu sehen, begeben wollte, durch das Scheitern seines Schiffes.


Quellen und Literatur.

  • Minerva Ein Journal historischen und politischen Inhalts. Für das Jahr 1816. Leipzig in der Expedition der Minerva.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.