Charles Nicolas Oudinot

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Oudinot, (Karl Nikolaus), -- Soldat im Regiment Medoc vom J. 1783 bis 1787; Chef des 3ten Bataillons der Maaß im J. 1791; Brigade-Chef und General den 14ten Jun. 1794.

Ausgezeichneter, standhafter und eifriger Offizier.


Biographien.

(1811) Cabinet von biographischen Gemälden der merkwürdigsten Personen aus der neuesten Zeitgeschichte. Gesammelt und herausgegeben von Karl Stein. Berlin 1811.

(1815) Gallerie der merkwürdigsten Personen des Hofes und Cabinets zu St. Cloud. Amsterdam und Cöln, bei Peter Hammer, 1815.

(1816) Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.


Der Marschall (Oudinot), Herzog von Reggio.

Wie Macdonald sich in der furchtbar-unvergeßlichen Schlacht von Wagram, durch Wunder des Muthes und der Besonnenheit den Marschallsstab gewann: so auch Graf Oudinot. Das Dorf Wagram mit seinem Schlosse, war wechselsweise der Stützpunkt beyder kämpfenden Heere. Drey Mal war dieß Dorf schon genommen und wieder genommen, beynahe eine halbe Million Menschen, beynahe anderthalb tausend Stück schweren Geschützes hatten seit Sonnenaufgang wider einander gewüthet, bis Macdonald im Sturmschritt, an der Sitze seiner eisernen Kolonnen, den Mitteltheil der österreichischen Armee zurückwarf. Doch noch ein Mal sammelte sich Oesterreichs Heer. es lehnte noch fest an Wagram, und fand hier wieder Haltung und Stütze. Da drang Oudinot gegen Wagram durch, eroberte den Schlüssel des Schlachtfeldes, und die erschütterten Truppen Oesterreichs von jedem festen Punkte verdrängt, zogen sich zurück.

Oudinot ist unter Frankreichs Feldherren einer der sinnvollsten und geübtesten in der Verwaltung und Leitung der Militairangelegenheiten des Heeres, denn lange sah man ihn vorzüglich als Haupt eines großen Generalstaabes seine Talente glänzend entfalten -- einer der tapfersten Krieger, einer von jenen Generalen des neueren Frankreichs, die ihre kriegerische Laufbahn von der untersten Stufe anfingen.

Carl Nicolas Oudinot ist am 25sten August 1765, zu Bar-sur-Orvain, im Maas-Departement, geboren. Die Revolution unterbrach die glücklichen Studien des Jünglings. Er ward Soldat, und durch Geist und Muth General. Er diente von 1783 bis 1787 als gemeiner Soldat im Regimente Medoc. Im Jahre 1791 wählte ihn das Bataillon Freywilliger vom Maas-Despartement zu seinem Chef. Am 14ten Junius 1794 ward er zum Brigade-General ernannt. In dieser Eigenschaft erschien in dem denkwürdigen Feldzuge der Rheinarmee, im Jahre 1797, sein Name zum ersten Mal. Aber erst in dem schicksalsvollen Jahre 1799, in welchem er am 12ten April zum Divisions-General emporstieg, ward er berühmter, da er unter Massena's Oberbefehl in der Schweiz zur Vertheidigung dieses Landes mächtig mitwirkte. Im Treffen vom 25sten May zwischen Winterthur und Frauenfeld schlug er den General Hotze, ohne die Früchte eines Sieges ernten zu können. Massena's Heer war zu schwach, und mußte erst in den starken Stellungen vom Fuße der Alpen längs dem Zürichsee bis zum Rhein, Unterstützungen aus Frankreich erwarten. aber als diese erschienen waren, reichte das Werk eines Tages bey Zürich hin, die verlorene Hälfte der Schweiz wieder zu erobern.

So wie Massena im Anfange des Jahrs 1800 nach Italien ging, verließ auch der Divisionsgeneral Oudinot die Schweiz, in welcher er manche ehrenvolle Wunde davon getragen hatte, und ward von Napoleon Bonaparte, erstem Consul der französischen Republik, als Chef des Generalstabes bey der Armee von Italien angestellt. Auf diesem wichtigen Posten, wo er die Siege seines Heeres vorbereiten half, blieb er einige Jahre. Während des nachfolgenden kurzen Friedens, genoß Oudinot im Schooße seines Vaterlandes der Ruhe und der öffentlichen Achtung, die er so sehr verdient hatte. Er präsidirte auch im Spätjahre 1803 den Wahlkollegien des Maasdepartements. Seine Mitbürger ernannten ihn einstimmig zu einem hrer Candidaten für das gesetzgebende Corps, wohin ihn auch dann kurz nachher der Senat berief.

Als General Junot, nachmaliger Herzog von Abrantes, zur Einnahme von Portugal abgeschickt worden war, empfing Oudinot im April 1804 den Oberbefehl der Grenadiere bey der Reservearmee von Boulogne an Junots Stelle, und wenige Tage nachher schmückte ihn das Großkreuz der Ehrenlegion.

Beym Ausbruche der Feindseligkeiten mit Oesterreich, im Jahr 1805 empfing Oudinot das Commando einer Division. Er war einer der ersten, welcher über den Rhein ging; einer der ausgezeichnetsten Helden in den blutigen Tagen bey Wertingen und Amstetten; wie er sich in den Schlachten, ehrte ihn wieder der Kriegesbericht der Armeen. Zwar ward er im Treffen bey Juntersdorf am 16ten November 1805, da Murat über Bagrathion obsiegte, verwundet; aber bald in Oesterreichs eroberter Kaiserstadt von seinen wunden genesen, kehrte er auf das Schlachtfeld zurück, wo er den Befehl der Grenadiere wieder übernahm, welchen er noch in den Feldzügen der Jahre 1806 und 1807 in Preußen und Polen, und zuletzt in den denkwürdigen Schlachten und Gefechten 1809 in Bayern und darauf in Oesterreich führte. So hieß es zum Beyspiel im zehnten französischen Bülletin, das eine Relation über die Schlacht von Eßlingen und Aspern enthielt, von ihm: "Der Kaiser hat den Oberbefehl über das zweyte Corps," (dessen Führer, der Marschall Lannes, Herzog von Montebello, tödtlich verwundet worden war) "dem Grafen Oudinot, einem in hundert Gefechten, wo er eben so viel Unerschrockenheit als Kenntniß gezeigt hat, bewährten General, übergeben."


Marschall Oudinot, Herzog von Reggio.

Oudinot, Herzog von Reggio, französischer Reichsmarschall, Grossoffizier der Ehrenlegion.

Oudinot ist geboren zu Bar in Lothringen, stieg durch die Verdienste seiner persönlichen Tapferkeit und seine Talente schnell vom gemeinen Soldaten bis zum General. Er kommandirte 1796 ein Korps bei der Rheinarmee, und 1798 nahm seine Division Mannheim. Hierauf diente er unter Massena in der Schweiz und wurde im Juni 1799 verwundet. Von da ging er als Chef des Generalstabes zur Armee in Italien und bekleidete diesen Posten 1800 und 1801. Im Monat April 1805 erhielt er an Junot's Stelle, der nach Portugall gesandt wurde, das Oberkommando der Grenadiere von der Reserve der Armee zu Boulogne, und kurz darauf das rothe Band. Bei dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten mit Oesterreich befehligte er eine Division, und war einer der Ersten, die über den Rhein gingen. Er zeichnete sich sodann in dem Gefechte von Wertingen und Amstetten aus, wurde in dem Gefechte von Guntersdorf verwundet, liess sich in Wien behandeln, und übernahm nach wenigen Tagen sogleich wieder das Kommando der Grenadiere In dem preussischen Feldzuge that er sich vornehmlich an Lannes Seite in der Schlacht von Friedland hervor, ging dann nach Frankreich, ward zum Reichsgrafen ernannt und war bei der Unterredung Napoleons und Alexanders zu Erfurt 1808 Kommandant. Im Feldzuge 1809 that er sich wieder hervor, ward hierauf zum Herzog und dann zum Kommandirenden in Holland ernannt.

In dem Feldzuge von 1813 wurde er ebenfalls angestellt, er war es, der die schwere militärische Aufgabe lösen sollte, Berlin wegzunehmen, sie aber nicht gelöset hat, sondern in dem Treffen bei Grossbeeren und Blankenfelde am 23. Aug. 1813 von den preussischen General von Bülow und von Tauenzien weidlich aufs Haupt geschlagen wurde, und mit grossem Verluste an Mannschaft und Geschütz sich zurückziehen musste. Von diesem Feldherrn ist es nicht bekannt, dass er sich durch Intriguen zu der Würde eines Marschalls und Herzogs emporgeschwungen habe. Seit der Niederlage bei Grossbeeren liess Napoleon einige Kälte gegen ihn blicken; dass sein Bruder sich als Agent Napoleons habe brauchen lassen, um der Sache Frankreichs in Spanien durch Ausspendung von Geld neue Anhänger zu gewinnen (wie einige französische Blätter nach Napoleons Sturze behaupten wollten,) scheint ein ersonnenes Mährchen zu seyn.


Oudinot, Herzog von Reggio.

Oudinot, Herzog von Reggio, Großkreuz der Ehrenlegion u.s.w.

Oudinot, geboren zu Bar in Lothringen, stieg durch die Verdienste seiner persönlichen Tapferkeit und seine militärischen Talente schnell vom gemeinen Soldaten bis zum General.

Er Commandirte 1796 ein Corps bei der Rheinarmee und 1798 nahm seine Division Mannheim ein. Hierauf diente er unter Massena in der Schweiz, und wurde im Juni 1799 verwundet. Von da ging er als Chef des Generalstabes zur Armee in Italien, und bekleidete diesen Posten in den Jahren 1800 und 1801.

Im Monat April 1805 erhielt er an Junots Stelle, der nach Portugal gesandt wurde, das Obercommando der Grenadiere von der Reserve der Armee zu Boulogne, und kurz darauf das rothe Band. Bei dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten mit Oesterreich befehligte er eine Division, und war einer der ersten, die über den Rhein gingen. Er zeichnete sich sodann in dem Gefechte von Wertingen und Amstetten aus, wurde in dem Gefechte von Juntersdorf verwundet, in Wien behandelt, und übernahm schon nach wenigen Tagen das Commando der Grenadiere wieder.

In dem preußischen Feldzuge that er sich vornehmlich an Lannes Seite in der Schlacht von Friedland hervor, ging dann nach Frankreich, ward hierauf zum Reichsgrafen ernannt, und war bei der Unterredung Napoleons und Alexanders 1808 Commandant zu Erfurt.

In dem Feldzuge von 1809 stand er an der Spitze der Gardegrenadiere. Er ward nach dem Frieden zum Herzog von Reggio und zum Commandirenden in Holland ernannt.

Im russischen Feldzuge befehligte er wieder die Grenadiere, war thätig bis zur Entthronung Napoleons, wurde von dem Könige mit Auszeichnung behandelt und zum Pair und später auch zum Marschall ernannt.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Oudinot (Charles-Nicolas). Am 25. April 1765 geboren. General unter der Republik; unter dem Kaiser Grossoffizier des Reichs; Grosskreuz der Ehrenlegion; Reichsmarschall; Herzog von Reggio.


Schreiben des Marschalls Oudinot an den Prinzen von Benevent, als Präsidenten der Provisorischen Regierungs-Kommission.

"Monseigneur,
"Ich treffe in diesem Augenblicke zu Paris ein, zwar ohne Truppen; allein sie sind entschlossen und bereit, alle Befehle der Provisorischen Regierung zu vollziehen.
"Euer Hoheit haben mir Gerechtigkeit wiederfahren lassen, indem Sie meine Gesinnungen richtig deuteten; ich bedaure recht herzlich, nicht hier im Falle gewesen zu seyn, den edlen Enthusiasmus zu theilen, den endlich Frankreich, in seinem besseren Theile, an den Tag gelegt hat; allein ich habe in der Lage, worin ich mich befand, wenigstens Alles gethan, was Pflicht und Ehre geboten. Ich habe darüber Euer Hoheit Thatsachen mitzutheilen, die von Interesse für Sie seyn werden: ich bitte Sie daher, mir hiezu eine Stunde zu bestimmen. Ferner bitte ich Euer Hoheit, der Regierung zu versichern, dass es mir zur lebhaftesten Zufriedenheit gereichen werde, ihr in der Organisation oder dem Kommando der, im Namen Ludwig-Stanislaus-Xavers zu bildenden Truppenkorps, nützlich zu werden; übrigens unterwerfe ich mich den Verfügungen der Regierung, welche Bestimmung sie mir auch zutheilen wird."
(Journal des Débats vom 11. April 1814.)


Auszug der Königlichen Ordonnance, gegeben in den Tuilerien am 20. May 1814.

"Unser Vetter, der Marschall Oudinot, ist zum Kommandirenden en chef des Königlichen Korps der Grenadiere und Chasseurs zu Fusse, von Frankreich , ernannt."


Ludwigsritter am 1. Juny 1814; Gouverneur der zweyten Militairdivision am 28. Juny; Kommandeur des Sankt-Ludwigs-Ordens am 24. September 1814; Staatsminister im Konseil des Königs.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Cabinet von biographischen Gemälden der merkwürdigsten Personen aus der neuesten Zeitgeschichte. Gesammelt und herausgegeben von Karl Stein. Berlin 1811.
  • Gallerie der merkwürdigsten Personen des Hofes und Cabinets zu St. Cloud. Amsterdam und Cöln, bei Peter Hammer, 1815.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.