Charles de Lameth

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Charles Lameth.

Lameth, (Ch. von) Bruder des Vorhergehenden. Nachdem er ebenfalls in dem Amerikanischen Kriege gedient und viele Tapferkeit darin bewiesen hatte, wurde er bey seiner Rückkunft beyständiger Oberst, sodann Kürassieroberst, und die Königinn verschaffte ihm die Hand der Madame Picot, Tochter eines reichen Kaufmanns zu Bayonne.

Als er 1789 in der General-Stände-Versammlung ernannt worden war, zeigte er sich darin als ein eifriger Gegner des Hofes und wurde eines der thätigsten Mitglieder der Feuillans. Da seine Hülfsmittel nicht seiner ungemessenen Sucht, Eindruck zu machen, entsprachen, veranlaßte er oft auf seine Kosten das Gelächter der Versammlung.

Nach der Auflösung des gesetzgebenden Körpers ging er zu Lafayettes Armee, und nach den 10. August flüchtete er sich nach Havre, wurde arretirt, aber wieder frey gelassen. Er verlangte umsonst vor den Schranken zugelassen zu werden, und der Gleichheit und Freyheit den Eid zu leisten, und zog sich daher nach Hamburg zurück, wo er lange in der Vergessenheit lebte, bis er hierauf nach Basel ging, wo er sich häufig mit französischen Offizieren zusammen befand, die ihn ziemlich verächtlich behandelten; denn seine Undankbarkeit war in ganz Frankreich bekannt.

1800 theilte er das Loos seines Bruders Alexander und kehrte nach Frankreich zurück. Gegenwärtig genießt er den Gehalt eines Divisionsgenerals.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.