Christian August von Waldeck-Pyrmont

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Waldeck (Christian August, Fürst von) Feldmarschallieutenant in österreichischen Diensten, fing in dem Kriege gegen die Türken an, sich bemerkt zu machen, und kommandirte 1789 eine Division von Laudons Armee.

1792 wurde er bey dem Korps angestellt, das unter den Befehlen des Fürsten Hohenlohe aus dem Breisgau ausmarschierte, um gegen Thionville hin zu den vereinigten Armee zu stossen; und er verlor bey dem Rekognosciren unter den Mauern dieses Platzes einen Arm.

1793 kommandirte er einen Theil von Wurmsers Armee welcher den Breisgau decken sollte; und den 13. September setzte er gegen über von Selz einen Rheinübergang ins Werk, um die Weissenburger Linien, während sie Wurmser von vorne angriff, im Rücken zu fassen. Er leitete diese Unternehmung mit vieler persönlichen Tapferkeit und trug viel zu dem Siege dieses Tages bey.

Von diesem Zeitpunkte an kommandirte er den linken Flügel, bemächtigte sich an der Spitze desselben des Lagers von Blenheim, des Postens von Drusenheim, drängte die französische Armee bis Wentznau unter Strasburg zurück, nahm das Fort-Louis und leistete bis zu der Zeit, wo der rechte Flügel und das Zentrum in die Flucht geschlagen wurden, allen Angriffen der Franzosen Widerstand.

Als diese Armee über den Rhein zu rückgegangen war, übernahm er bis zu der Ankunft des Generals Browne das Oberkommando derselben, und der Kaiser schickte ihm, zur Belohnung seiner in diesem Feldzuge geleisteten Dienste, das große Marien-Theresien Kreuz.

Im März 1794 begab er sich in die Niederlande und löste den 1. Juny Mack in der Stelle des Generalquartiermeisters ab; im July nahm er aber seine Entlassung, und ward kurz darauf Mitglied des Hofkriegsraths zu Wien.

Im September 1796 ernannte ihn der Kaiser zum Generalkommandanten der Truppen in Böhmen, und 1797 verlangte ihn vom Kaiser der Portugiesische Hof, um ihn an die Spitze seiner Landtruppen zu stellen. Der Fürst begab sich im May dahin und erhielt eine so schmeichelhafte Aufnahme, daß er die Eifersucht einiger Großen erweckte. Trotz aller seiner Bemühungen vermochte er aber doch nicht die Truppen dieser Nation auf einen achtbaren Fuß zu stellen und starb zu Lissabon im Jahr 1798 in einem Alter von 54 Jahren.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.