Christian VII. (Dänemark und Norwegen)

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Biographien.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811.

(1816)


Christian VII., König von Dänemark und Norwegen.

Christian VII., König von Dänemark und Norwegen.
Carolina Mathilde, Königin von Dänemark und Norwegen.

Christian VII., König von Dänemark und Norwegen, gebohren den 29sten Januar 1749, bestieg den Thron den 13ten Januar 1766, und vermählte sich in dem ersten Jahre seiner Regierung mit Karoline Mathilde, Prinzessin von England, mit der er das Jahr darauf den Kronprinzen Friedrich zeugte. Diesem Prinzen impfte in seiner frühsten Kindheit der Doctor Streuensee die Blattern ein, und ward nachher dessen Erzieher. Die Sorgfalt, mit der sich Streuensee diesem Geschäfte widmete, verlangte daß er öfters um die Königin Mathilde war, und erwarb ihm ihre Gunst, die ihn zu den ersten Stellen des Staats erhob, aber auch Neider erweckte, zu den verdrüßlichsten Auslegungen Veranlassung gab, und endlich, trotz der Vorstellungen des englischen Bothschafters, in Gemäßheit des Ausspruchs eines grossen ausserordentlichen Raths, den 6ten Aprill 1775 die Ehescheidung des Königs herbeyführte. Seit lange hatte ihn seine Kränklichkeit genöthigt, das Staatsruder seinem Sohne zu überlassen, dessen Bemühungen hauptsächlich dahin gegangen sind, mitten unter den Spaltungen, die Europa beunruhigen, die Neutralität zu behaupten. Dieser lange Frieden ward jedoch 1803 von England unterbrochen, dessen Ansprüche der dänischen Hof nicht länger ertragen konnte. Die dänische Flotte unternahm ein blutiges Treffen, in dem sie viel Unerschrockenheit zeigte und mit dem die Feindseligkeiten auch geendet waren. 1804 begab sich der Kronprinz an der Spitze einiger Truppen in die Nähe von Hamburg. Christian starb endlich am 13ten März 1808 zu Rendsburg.


Christian VII., König von Dänemark.

Christian VII., König von Dänemark, war den 29sten Januar 1749 geboren und folgte seinem Vater, Friedrich V., am 13ten Januar 1766. In demselben Jahre vermählte er sich mit Georgs III. von England Schwester, Caroline Mathilde.

Nach seiner Krönung 1767 bereis'te er Deutschland, Holland, England und Frankreich und kam mit Anfang des Jahrs 1769 in seine Staaten zurück. Auf dieser Reise besuchte er die ausgezeichnetsten Gelehrten, die Akademien und literarischen Gesellschaften, ward zu Cambridge Doctor der Rechte und hinterließ allenthalben den Ruf eines leutseligen und unterrichteten Fürsten.

Anfangs stand der Graf J. H. G. von Bernstorf, der Friedrichs V. ganzes Vertrauen besessen hatte, an der Spitze der Geschäfte; aber 1770 nahm Struensee, sein Arzt, der eine unbeschränkte Gewalt über ihn hatte, diesen Posten ein. Die Neuerungen, die dieser Minister vornahm, erregten den Haß des Adels und die Unzufriedenheit des Militärs.

Die verwitwete Königin (Julie Marie von Braunschweig-Wolfenbüttel), hatte sich umsonst bemüht, Christian mit seiner Gemahlin zu entzweien, um sich der Leitung der Geschäfte zu bemächtigen. Man hat selbst behauptet, daß sie ihren Sohn Friedrich habe auf den Thron heben wollen.

Indem sie Struensee's Unbesonnenheiten und einige Unüberlegtheiten der Königin benutzte, vereinigte sie sich mit einigen Mißvergnügten, und trat den 16ten Januar 1772 nach einem Ball nebst dem Prinzen Friedrich und zwei andern Personen in das Zimmer des Königs, dem man vorstellte, daß die Königin und Struensee damit umgingen, ihn eine Entsetzungsacte unterzeichnen zu lassen und daß er einer so dringenden Gefahr nur dadurch begegnen könne, daß er auf der Stelle einen Verhaftsbefehl gegen die Schuldigen ausstelle. Nur nach sehr dringenden Vorstellungen gab Christian nach. Seitdem war die Führung der Geschäfte in den Händen der Königin Julie und ihres Sohns Friedrich.

Der König, dem eine Geisteskrankheit oft den Gebrauch der Vernunft raubte, regierte nur noch dem Namen nach. Einige nützliche Maßregeln bezeichneten die Verwaltung Ove Guldbergs, Minister des verwittweten Königin; aber im Ganzen fehlte dem System Festigkeit.

Man schloß 1773 mit Rußland einen Vertrag, der die Streitigkeiten endigte, welche die Zweige des Hauses Holstein seit lange trennten, und vermöge dessen das Herzogthum Holstein mit Dänemark vereinigt ward.

Im J. 1784 trat der damalige Kronprinz und jetzige König an die Spitze der Regierung. Christian sah während des Restes seines Lebens Copenhagen 1795 von einer Feuersbrunst heimgesucht, und zwei Mal, in den Jahren 1801 und 1807, von den Engländern angegriffen. Er kam nach der Einnahme seiner Hauptstadt durch die Engländer nicht wieder dahin zurück. Man hatte ihn nach Rendsburg ins Holsteinische gebracht, und hier starb er am 3ten März 1808.

Vor seiner unglücklichen Krankheit hatte Christian gute Gesinnungen und eine gewisse Lebhaftigkeit des Geistes gezeigt.

Die Königin Caroline Mathilde hatte, nachdem man sie auf das Schloß Kronburg geführt, sich über ihre Verbindungen mit Struensee gerichtlich vernehmen lassen müssen. Sie begab sich später nach Zelle, wo sie vor Kummer im Jahr 1775 in einem Alter von 41h Jahr starb.

Christian hatte nur zwei Kinder, den jetzigen König Friedrich und die Prinzessin Augusta, vermählt mit dem Herzog von Holstein-Augustenburg.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Entwurf einer Geschichte der dänischen Monarchie unter der Regierung Christian des VII. Kopenhagen. Bei Gerhardt Bonnier. 1813.