Claude Jacques Lecourbe

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Lecourbe, (Klaudius Jacob)

Soldat im Regiment Aquitain vom Jahre 1777 bis 86; Chef des 7ten Bataillons des Jura im J. 1791; Brigade-General den 12ten Jun. 1794.

Seine Talente, seine Tapferkeit u. seine Klugheit machen ihn zu weiterer Beförderung fähig.


General-Lieutenant Graf Lecourbe.

Graf Lecourbe, General-Lieutenant, geb. zu Lons-le-Saulnier, im Depart. des Jura, 1760, st. im Oct. 1815.

Von seinem Vater, einem alten Infanterieofficier, zum Kriegsgewerbe bestimmt, diente er 8 Jahre im Regimente Aquitanien und kehrte dann in den Schoß seiner Familie zurück, wurde aber bei Bildung der Nationalgarden zum Befehlshaber das Jura-Bataillons ernannt, das er zur Rheinarmee führte, wo er bald, so wie später in der Nord- und in der Sambre- und Maas-Armee die Aufmerksamkeit seiner Obern auf sich zog. Als Brigade-General hielt er in der Schlacht von Fleurus nur mit 3 Bataillonen den lebhaften Angriff von 18,000 Oestreichern auf. Im Jahre 1791 mit dem Oberbefehl des rechten Flügels der helvetischen Armee beauftragt, setzte er Freunde und Feinde durch seine geschickten Manövres in Verwunderung. Moreau ernannte ihn darauf (1800) zu einem seiner Obergenerale und übergab ihm die Anführung des rechten Flügels der Rheinarmee, womit er sich in der Schlacht bei Hochstädt auszeichnete, welche die Einnahme von ganz Graubünden zur Folge hatte. Beim Frieden außer Thätigkeit gesetzt, nahm er den lebhaftesten Antheil an dem Proceß des General Moreau, dessen Gemahlin er nicht allein zu den Verhören begleitete, sondern auch dabei unverhohlen sein Mißfallen zu erkennen gab. Dem zufolge wurde Lecourbe aus der Liste der Krieger ausgestrichen und verbannt. Bei der ersten Restauration (1814) ernannte ihn der König zum General-Inspector der Infanterie. Während der Rückkehr Napoleons übernahm er den Oberbefehl einer kleinen in Belfort zusammengebrachten Armee und befand sich noch an diesem Posten im Monat Oct., als ihn der Tod in Folge einer Krankheit wegraffte.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Lecourbe. Schwur der Republik, als deren General, den ersten Eid der Treue. Am 5. Februar 1799 zum Divisionsgeneral ernannt, legte er seinen zweyten Schwur in die Hände des Ersten Konsuls ab. Als der Kaiser ihn zum Reichsgrafen und Grossoffizier der Ehrenlegion ernannte, empfing er dessen dritten Eid der Treue; der König aber den vierten, als er ihn zum Ludwigsritter und Grosskreuz der Legion ernannt hatte. (23. August 1814.) Ein Artikel im Journal de l'Empire vom 25, März 1815 sagt uns, dass der General Lecourbe dem Kaiser den fünften Eid der Treue geschworen. Könnte man an seiner Anhänglichkeit für diesen, noch zweifeln, so liefert seine Ernennung zum Kaiserlichen Pair von Frankreich, am 4. Juny 1815 davon den untrüglichsten Beweis.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.