Claude Juste Alexandre Legrand

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Legrand, (Klaudius Justus Alexander)

Soldat im Infanterie-Regiment Dauphin im J. 1777; Chef eines Bataillons von Metz; Brigade-General im J. 1793; dient während dieses ganzen Krieges.

Tapferer Militär, kennt die Karte und versteht gut , seine Brigade zu manövriren.


Legrand.

Legrand, französischer General, stieg vom Dragoner bis zum Brigadegeneral und ward 1793 in dieser Eigenschaft der Sambre- und Maasarmee unter Championnet angestellt. Er zeichnete sich bey mehreren Gelegenheiten aus und fuhr fort am Rhein mit demselben Erfolg zu dienen. Als ernannter Divisionsgeneral kommandirte er 1804 in dem Ourthedepartement. Im July desselben Jahrs ward er zur Würde eines Großoffiziers der Ehrenlegion erhoben und 1805 erhielt er das Kommando eines Theils des Kavallerie bey der großen Armee. Er hatte Theil an dem Erfolge dieses Feldzugs und half vornemlich das Gefecht bey Wertingen zu Gunsten der Franzosen entscheiden; bey der Schlacht von Austerlitz that er sich gleichfalls hervor und empfing zu Ende dieses Jahrs das rothe Band. Im Herbst 1806, wo die Franzosen das Markgrafthum Bayreuth besetzten, ward er zum Gouverneur desselben ernannt. Später ward er in den Grafenstand erhoben.


Divisions-General Graf Legrand bey der Armee gegen Rußland.

Claude Juste Legrand ist zu Plessier sur Saint-Just im Oise-Departement am 23. Februar 1762 geboren. Er trat als gemeiner Soldat am 16. März 1777 in das Infanterie-Regiment Dauphin ein, und wurde chargenweise endlich am 1. Junius 1786 zum Feldwebel befördert. Diese Charge war vor der Revolution in Frankreich für alle Menschen bürgerlicher Abkunft das nec plus ultra der militärischen Beförderungen. Die Revolution brach diese Schranken, Legrand ward schon 1791 zum Chef eines Bataillons befördert.

Im Jahre 1792 wurde ihm ein Theil der Truppen der Mosel-Armee zur Inspection untergeordnet, 1793 ward er zum Brigade-General befördert, und mit einer Truppen-Colonne in die Vendée gesendet. In der Folge erhielt Legrand den Ruf zur Sambre- und Maas-Armee, und zeichnete sich in den Schlachten bey Arlon, Fleurus u. s. sehr vortheilhaft aus.

Im folgenden Feldzuge bewirkte er mit seiner Colonne den Rhein-Uebergang bey Ham, oberhalb Düsseldorf. Jourdan sagte darüber in seinem Rapport: "Das Benehmen und die Tapferkeit Legrands ist erhaben über alles Lob." Die Gefechte und Treffen bey Poperg, Leinsfeld u. s. w. lieferten dem General Legrande neue Lorbern. Gleich dem ersten, gelang ihm auch 1796 der Rhein-Uebergang bey Neuwied. In der Schlacht bey Würzburg, so wie bey Liptingen, that er Wunder der Tapferkeit. Im folgenden Feldzuge zeichnete er sich bey Neuhorf am Rhein aus. Die Unterhandlungen zu Rastadt gebothen Waffenruhe.

Im Jahre 1799 wurde Legrand zum Divisions-General ernannt. Er erhielt das Commando der Truppen am rechten Rhein-Ufer, und verlegte sein Haupt-Quartier nach Kork vor Kehl. Er erkrankte, und nach seiner Herstellung von Massena zu sich in die Schweiz berufen, kehrte er jedoch bald wieder auf seinen Posten zurück, und hatte auf diesem mehrere heftige Angriffe der Oesterreicher mit abwechselndem Glücke zu bestehen. Bey dem Vorrücken der Rhein-Armee über den Lech commandirte Legrand die Division, welche bey Launingen über die Donau setzte. Im April 1800 zeichnete er sich bey Erbach, und im May bey Delmensingen aus. In der Schlacht bey Hohenlinden hatte Frankreich den siegreichen Erfolg derselben großen Theils ihm zu verdanken.

Nach dem Lüneviller Frieden erhielt Legrand an Delmas Stelle das Truppen-Commando in Piemont. Im Jahre 1803 wurde er zum einstweiligen General-Inspecteur der Infanterie ernannt. Im Jahre 1804 commandirte er die dritte Militär-Division im Lager von Saint-Omer. Im Junius 1804 wurde er zum Groß-Officier der Ehren-Legion befördert.

Im Feldzuge 1805 commandirte er einen Theil der Cavallerie der großen Armee, und zeichnete sich bey Wertingen und Austerlitz aus. Er erhielt von seinem Monarchen das rothe Band, und wurde im Herbste 1806 zum Gouverneur des Markgrafthums Baireuth ernannt, 1808 in den Grafenstand erhoben, und 1809 wieder activ bey der Armee angestellt. Auch in dem Feldzuge 1812 gegen die Russen commandirte er eine Division, und zeichnete sich besonders in dem dreytägigen Gefechte an der Düna am 18., 19. und 20. October 1812 rühmlichst aus; erwartet aber gegenwärtig, gleich mehreren Französischen Generalen, die diesen Feldzug mitmachten, zu Paris seine weitere Bestimmung.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Legrand. Am 20. April 1799 zum Divisionsgeneral ernannt; hatte schon früher unter der Republik mit Auszeichnung gedient. Reichsgraf; Grosskreuz der Ehrenlegion unter dem Kaiser. Er war es, der im Feldzuge von 1812 an der Spitze der ersten Division des Korps des Marschalls Herzogs von Reggio, den Uebergang über die Beresina forcirte. Der König ernannte ihn zum Pair von Frankreich, und am 27. Jun. 1814 zum Ludwigsritter. Er starb am 8. Jan. 1815.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • A.F. Rittgräff. Die Helden des Tages, oder biographische Notizen über die hervorstechendsten Personen der gegenwärtigen Zeitverhältnisse. Berlin 1813.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.