Coburg

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Coburg, Hauptstadt des Fürstenthums dieses Namens an der Itsch, nebst einem Fürstlichen Schloß, die Ehrenburg genannt. Es sind hier die Fürstlichen hohen Landescollegia des Hauses Sachsen Coburgsaalfeld. Die Stadt an sich ist mittelmäßig, aber durch die in die Länge gebauten Vorstädte, (die vor dem 30jährigen Kriege, in dem Coburg viel litte, sich noch weiter erstreckten,) erhält sie mehrere Größe. Man zählt in der Stadt und den Vorstädten 43 Gassen, 5 Kirchen, 730 Wohnhäuser und ohngefähr 7,000 Seelen. Der Stadtrath ist einer der vornehmsten Landstände. Der Markt ist ein schöner Platz, auf dem sich die Regierung und das Rathhaus ausnehmen. In dieser Stadt ist ein akademisches Gymnasium, welches Herzog Joh. Casimir stiftete, und 1605 feyerlich einweihete. Zufolge eines Kaiserlichen Privilegiums von 1677 ist dieses Gymnasium mit allen Rechten und Freyheiten einer Universität versehen. Es besizt 2 öffentliche Bibliothecken und ein Naturalienkabinet. 1804 wurde es in ein gewöhnliches Gymnasium verwandelt. Ausser demselben und dem damit vereinigten Pädagogium ist in Coburg auch eine Rathsschule von 7 Classen. Ausser andern Nahrungszweigen findet sich daselbst eine Wollen-Manufaktur und Handel mit der guten einheimischen Wolle in das Vogtland. In der Nähe ist auch ein Schusser-Fabrik und ein Blaufarbenwerk.

Ausserhalb der Stadt, auf einem hohen Berge, liegt die sogenannte Festung Coburg mit starker Mauer und 5 Bastionen.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.