Cyrus-Marie-Alexandre de Timbronne de Valence

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M. Valence.

Nahm, ehe er emigrirte, an diesem Kriege Theil; er war General-Lieutenant. Seine Stirn ist von Wunden zersetzt, eine, die ihm von dem Querhieb eines österreichischen Husarensäbels beigebracht worden, riß die Haut so herunter, daß sie sich wie eine Binde über sein Auge legte. Dieses ereignete sich, wie er dem Feinde an der Spitze eines Detaschements Cavallerie entgegenging. Er ist ein braver Soldat, und wenn gleich Pichegrüs, Jourdans und Buonapartes Thaten, jene des Dumourier und Valence verdunkelt haben, so muß man den beiden leztern doch einräumen, daß sie die Truppen gebildet haben, die hernach den ersten den meisten, wo nicht allen Ruhm verschaften. So bereitete auch Philipp *) die Siege Alexanders vor.

*) Philipp König von Macedonien 350 Jahr vor Christum.


Cyrus von Timbrüne, Graf von Valence.

Valence (Cyrus von Timbrüne, Graf von) geboren zu Toulouse, Dragoner-Oberst in französischen Diensten heirathete kurze Zeit vor der Revolution die Tochter der Frau von Genlis, widmete sich seit 1789 der Revolutionspartey und ward 1791 General.

Im May 1792 wurde er in der Armee von Luckner angestellt, nahm Courtray, und diente hierauf unter Dümouriez. Er kommandirte in der Affaire von Walmi in der Champagne die Grenadiere und Karabiniers, und brachte durch seine muthvolle Beharrlichkeit den Herzog von Braunschweig, der der französische Armee in Rücken gefallen war, zum Entschluß, den Angriff aufhören zu lassen.

Im September trat er an Dillons Stelle bey der Ardennen-Armee, verfolgte die Preussen auf ihrem Rückzuge, griff sie an, unterzeichnete die Kapitulation, nach der sie Longwy übergeben und das französische Gebiet räumen mußten, und bemeisterte sich nach der Schlacht von Jemmape nach einander der Städte Charleroi und Namur nebst dem dasigen Schlosse.

Da ihm Dümouriez zu Anfange des Feldzuges von 1793 das Kommando der Armee gegen den Prinzen von Koburg überlassen hatte, wurden seine an der Roër zerstreuten Vorposten den 2. März bey Aldenhoven und hierauf bey Aachen geschlagen. Die Belagerung von Mastricht, die unter Mirandes Leitung angefangen worden war, wurde in der Eile aufgegeben, und Lüttich wurde geräumt. Erst in den Ebenen von Tirlemont vermochte die französische Armee, da Dümouriez das Kommando wieder angetreten hatte, sich zu sammeln, und den Oesterreichern mehrere Gefechte zu liefern, namentlich den 18. desselben Monats bey Neerwinde, wo Valence bey einem muthvollen Angriffe an der Spitze der Kavallerie vom linken Flügel, den er kommandirte, mehrere Hiebwunden erhielt.

Nach dem Abfalle Dümouriez war Valence, seiner genauen Verbindung mit diesem wegen, die ihn in einer so leidenschaftlichen Periode verdächtig machen mußte, auf die Nachricht, daß sein Verhaft angeordnet war, genöthigt, sein Vaterland zu verlassen, und der Konvent schloß ihn vom Schutze des Gesetzes aus.

Valence zog sich nach Holstein zurück, wo er bis zu Revolution des 18. Brümaire verbogen blieb, nach dieser kam er wieder nach Frankreich und wurde in April 1800 von der Emigrantenliste ausgestrichen.

Den 1. Februar 1805 trat er in den Erhaltungssenat und ward Kommandant der Ehrenlegion.

Valence.

Cirus de Timburne, Graf von Valence, ist in Toulouse geboren, und war Dragoneroberster im Dienste Ludwigs XVI. Kurz vor der Revolution heirathete er eine Tochter der Frau von Genlis. Er zeigte sich gleich Anfangs im Jahre 1789, als ein großer Anhänger der Neuerungen und ward 1791 General. Im Mai 1792 stand er bei Luckners Armee, nahm Courbay, diente dann unter Dumourier, und zeichnete sich in der Champagne vorzüglich bei Valmy besonders aus. Im September erhielt er statt Dillon das Commando der Ardennen-Armee. Nach der Schlacht von Jemappes nahm er Charleroi und Namur ein. Zu Anfang des Jahres 1793, während Dumourier auf die Eroberung Hollands ausging, führte Valence den Befehl über die Armee, gegen welche der kaiserlich östreichische Feldmarschall Prinz von Coburg in Anmarsch war. Diese ward bei Aldenhoven am 2. März geschlagen, und immer weiter zurückgeworfen; die Belagerung von Mastricht, die unter Miranda ihren Anfang genommen hatte, mußte aufgehoben, Lüttich geräumt werden, und erst in den Ebenen von Tirlemont konnte sich die französische Armee, über welche Dumourier das Commando wieder übernommen hatte, sammeln. Hier lieferte dieser am 18. desselben Monats die Schlacht von Nerwinden und ward geschlagen. Valence erhielt in derselben mehrere Säbelhiebe an der Spitze der Kavallerie des rechten Flügels, den er kommandirte. Dumourier und Valence wollten einander die Schuld des Verlustes dieser Schlacht beimessen. Nach dem Abfall des erstern ward der letztere ebenfalls verdächtig und flüchtete nach Niedersachsen, wo er lange in sehr mißlichen Umständen lebte. Oft sah man ihn in Hamburg in den Vorzimmern des französischen Charge' d'Affaire unter einem Haufen Sollicitanten aller Art auf einen Moment Audienz Stunden lang harren. Nach dem 18. Brümaire ward er von der Emigrantenliste ausgestrichen und kehrte nach Frankreich zurück. Im J. 1805 kam er in den Senat und machte das Jahr darauf eine große Erbschaft durch den Nachlaß der Frau von Montesson. Er war als Commissär des Kaisers in den Departementern der Militärdivision, deren Hauptort Besançon ist, bestimmt, diese waren aber größtentheils schon in der Gewalt der Alliirten, bevor er noch daselbst angelangt war.


Quellen und Literatur.

  • Anecdoten und Lebensbeschreibungen berühmter Männer aus verschiedenen Zeitaltern. Aus dem Englischen. Hannover, in der Administration der Ritscherschen Buchhandlung. 1798.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Minerva. Ein Journal historischen und politischen Inhalts. Für das Jahr 1814. Leipzig, in der Expedition der Minerva.