Eisenach

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Eisenach, Hauptstadt des Fürstenthums Eisenach, in Thüringen, an der Nesse, wo der Fluß Hörsel in dieselbe fällt. Sie hat 1409 Häuser, und gegen 8000 Einwohner, ein Gymnasium, Zeichenschule und Manufakturen von Wollenzeugen. Auf dem Schlosse in der Stadt residirte der Herzog; das vor der Stadt auf einem hohen Berge liegende, heißt die Wartburg, und auf diesem hielt sich D. Luther, 1521 eine Zeit lang, zu seiner Sicherheit, auf. In dieser Stadt ist die Generalsuperintendentur des Fürstenthums, wie auch ein theologisches Seminarium, welches in einem Inspector und 6 Candidaten der Theologie besteht.

Den 26. Jul. 1741 starb der letzte Herzog von Sachseneisenach, Wilhelm Heinrich, ohne Erben, worauf das Land an Sachsenweimar fiel.

Das Land hat 11 Quadratmeilen und über 30,000 Einwohner. Es ist sehr bergicht hat daher nicht hinlänglichen Getreidebau, aber desto bessere Viehzucht vorzüglich von Schafen, Obst- und Flachsbau, aber viel Holz, welches auch zu Pottasche, Pech und Kienruß benützt wird. Es werden auch viele Wollenzeuge, Leinwand und Eisenwaaren im Lande verfertigt. Das Fürstenthum hat eine eigene Landesregierung, und Landstände, welche aus dem Grafen von Kirchberg wegen Farnrode, der Ritterschaft und den Abgeordneten von 2 Städten Eisenach und Kreuzburg bestehen, und ist in 5 Aemter getheilt. Das Ganze enthält 5 Städte, 97 Dörfer und viele Höfe.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.