Ercole III. d'Este

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Modena und Breisgau (Herkules Reinold von Este, Herzog von) geboren den 12. November 1727.

In seinem 14. Jahre vermählte man ihn mit Marien Theresien von Cibo-Malespina, Tochter des Herzogs von Massa Carrara, der reichsten Erbinn in Italien, durch die er zwey Jahre darauf die fürstlichen Besitzungen des Hauses Cibo erhielt, welche durch den Tod des Kardinals dieses Namens, als letzten Abkömmlings dieser berühmten Familie, erledigt wurden.

Während der Lebenszeit seines Vaters blieb der Herzog Herkules gleichgültiger Zuschauer von dessen Staatsverwaltung, lebte in der Zurückgezogenheit und widmete sich ausschließlich den Wissenschaften.

Nach dem Antritte seiner Regierung 1780 beobachtete er Sparsamkeit in seiner Ausgaben und legte sich ansehnliche Summen zurück.

Die Zeitumstände säumten nicht sein weises Benehmen zu rechtfertigen; der Revolutionskrieg und die Eroberung von Italien, als Folge desselben, nöthigten ihn, sich nach Oesterreich zu flüchten, wohin er einen Schatz von ungefähr 4 Millionen mit sich führte. Dieser Rückenhalt setzte ihn in Stand, das Ende des Krieges ruhig abzuwarten, wo er durch den Frieden von Campo Formio und Lüneville, zur Entschädigung für sein Herzogthum, Breisgau erhielt; allein der Aufenthalt von Freyburg konnte keine Reitze für einen Souverain von Modena haben. Er konnte in seinem 72. Jahre ohne Gefahr nicht wagen, den schönen Himmel Italiens mit den Gebirgen Schwabens zu vertauschen, und trat daher die Regierung seiner neuen Staaten an seinen Schwiegersohn, den Erzherzog Ferdinand ab, zog sich nach Treviso zurück, und starb daselbst gegen Ende des Oktobers 1803.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.