Ernst von Rüchel

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Rüchel (Ernst Friedrich Wilhelm Philipp von), königlich preußischer Generallieutenant, geboren 1754 zu Zizenow in Hinterpommern, betrat in seinem 18ten Jahre die militärische Laufbahn.

Durch Lebhaftigkeit und Pünktlichkeit im Dienste erregte er Aufmerksamkeit, wußte sich 1781 bei Friedrich dem Großen, der ihn zum Quartiermeisterlieutenant und Hauptmann ernannte, und späterhin auch bei Friedrich Wilhelm II. so beliebt zu machen, daß ihm dieser 1789 die Organisation der Militärschulen übertrug.

Während der preußischen Theilnahme an dem französischen Revolutionskriege zeichnete er sich besonders durch persönliche Tapferkeit sehr vortheilhaft aus, so daß er schon im Jahre 1793 zum Generalmajor und Ritter des rothen Adlerordens, und nach dem baseler Frieden zum Generallieutenant ernannt, und mit bedeutenden Gütern in Südpreußen beschenkt wurde.

Auch das Vertrauen Friedrich Wilhelms III. behielt Rüchel in vorzüglichem Grade, doch ward er beschuldigt, 1806 am Tage der Schlacht von Jena sich mit dem von ihm befehligte Corps verspätet zu haben. Doch bewies er auch in dieser Schlacht sobald er ankam, große Bravour, und sank nur zu bald von einer Flinten- oder Kartätschenkugel getroffen vom Pferde.

Er wurde von den Franzosen gefangen, redigirte im Winter 1806 - 1807, nachdem er losgekommen war, die königsberger Zeitung, und beschäftigte sich mit der Organisation neuer Regimenter. Im Moniteur ward sein angeblich beleidigendes Betragen gegen französische Kriegsgefangene, besonders gegen den General Victor hart gerügt.

Nach dem Frieden von Tilsit erhielt Rüchel den verlangten Abschied und eine bedeutende Pension. Jetzt lebt er in Pommern auf seinen Gütern, und hat, gewiß zu seinem großen Schmerz, kein Anstellung wieder erhalten, als Preußen seine Wiederherstellung erkämpfte.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.