Fürstentum Halberstadt

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Halberstadt, ehemaliges Bißthum im niedersächsischen Kreise, so gegen Osten an das Anhaltische und Magdeburgische, gegen Westen an das Braunschweigische und Hildesheimische Gebieth gränzt. Es wurde dieses Stift im Westphälischen Frieden zu einem weltlichen Fürstenthum gemacht, und nebst dem vierten Theil der Canonicatgefälle, statt eine Aequiva....s, wegen des an Schweden abgetretenen Vorpommerns, an Kurbrandenburg erb- und eigenthümlich überlassen, welches im Reichsfürstenrath und bey dem Niedersächsischen Kreis, deswegen eine Stimme führet.

Das Land ist fruchtbar an Getreide, Flachs, Obst, Wieswachs und Vieh; an Holz aber hat es Mangel. Beträchtlich sind die Manufakturen von Wollenzeugen, Leinwand, und der Handel mit Papier, welches 12 Mühlen liefern.

Die Größe des Landes beträgt 36½ Quadratm., Hohenstein mitgerechnet, auf welchen 1794. 132 845 Seelen lebten.

Das Fürstenth. enthält, ausser den 3 Hauptstädten, 10 kleine Städte, 103 Flecken und Dörfer, und wird in folgende 7 Landräthliche Kreise getheilt: den Halberstädtischen Westerhausen. Aschersleben. Ermsleben. Westerling. Oesterwick. und Halberstädtischen.

Die Landstände bestehen aus den Prälaten, der Ritterschaft und den Magistraten der 3 Hauptstädte Halberstadt, Aschersleben und Osterwick. Zu den Prälaten gehörten die Domherren, unter welchen noch 4 katholische sind. Durch den Reichsdeputationsschluß 1803 hat eben der König offene Hand erhalten, sie nach Belieben aufzuheben.

Die Landesverwaltung besorgt die Königl. Regierung nebst der Kriegs- und Domänenkammer und seit 1804 ist auch das Fürstenthum Hildesheim dieser Landesregierung beygefügt worden

Die meisten Einwohner sind lutherisch; der geringere Theil reformirt und katholisch

Dies s Fürstenthum soll zu einem Römermonat 220 Thlr. 8½ kr. bezahlen. Die reinen Einkünfte der Königs betrugen im Jahr 1786. 418,000 Thaler.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.