Fürstentum Jauer

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Iauer, Fürstenthum in Niederschlesien, welches gegen Osten an das Fürstenthum Schweidnitz, gegen Mitternacht an Liegnitz Glogau und Sagan, gegen Süden und Westen aber an Böhmen und die Lausitz gränzt. Es gehört seit 1742 dem König von Preussen, hat einen Flächeninhalt von 61 Quadratmeilen, 198,394 Einwohnern nach der Zählung im J. 1795, viele Berge, aber auch sehr fruchtbare Ebenen, sehr beträchtliche Artikel zur Ausfuhr: Leinwand, Eisen, Glas, Erz, Steinkohlen xc., und wird in 3 landräthliche Kreise zertheilt, den Jauer Hirschberg- und Löwenberg-Bunzlauischen.

Die Hauptstadt gleichfalls Iauer, liegt in einer angenehmen Gegend, an dem sogenannten jauerischen Wasser, oder der wütenden Neisse, welche sich durch regen und Thauwetter bisweilen gewaltig ergießt. Seit dem Brande 1776 ist die Stadt durch massive Häuser sehr verschönert worden. Sie zählte im J. 1795. 568 Häuser und 3,599 Civileinwohner. Die Hauptkirche, nebst 4 andern Kirchen und Klöstern gehören den Katholiken; die lutherische ist in der Vorstadt. Ein Zucht-Arbeits- und Irrenhaus hat seinen Sitz in dem alten fürstlichen Schloß. Einige Manufakturen von Cattun und andern Baumwollenzeugen, noch mehr aber der Handel mit Flachs und Garn, geben der Stadt gute Nahrung.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1806.