Fürstentum Lüneburg

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Fürstentum Lüneburg.

Lüneburg, Fürstenthum im Königreiche Hannover, welches gegen Osten an die Mark Brandenburg, gegen Norden an die Herzogthümer Lauenburg und Holstein, gegen Westen an die Herzogthümer Bremen und Verden, und gegen Süden an das braunschweigische Gebiet gränzt, und nach dem Absterben der lüneburgischen Linie mit dem letzten Herzoge von Celle, Georg Wilhelm, seit 1705 dem Hause Hannover gehört.

Das Land enthält mehr als 200 Quadratmeilen, und gegen 250,000 Einwohner, und hat Ueberfluß an Flachs, Hopfen, Getraide.

Den größten Theil desselben nimmt aber die sogenannte lüneburger Haide ein, welche, außer Buchwaitzen, nur wenig hervorbringt, aber dafür viele Schaafe, und vorzüglich Bienen nährt, deren Honig und Wachs jährlich 200,000 Thaler einträgt.

Ansehnliche Waldungen sind überall verbreitet; die Pferdezucht ist von äußerster Wichtigkeit; die Salzquellen sind sehr einträglich, und unter den Manufacturen zeichnen sich insbesondere die Webereien aus. Die Elbe erleichtert den Transitohandel.

Das Fürstenthum wird eingetheilt: in die Großvoigtei Celle, in das Fürstenthum Lüneburg und in die Grafschaft Danneberg.

Seit 1810 gehörte das Fürstenthum zum Königreiche Westphalen, und zwar den größten Theile nach zum Departement der Niederelbe. Am Ende desselben Jahrs fiel jedoch ein nördliches Stück davon an das französische Departement der Elbmündungen. Seit den Ereignissen im Oct. 1813 ist jedoch das ganze Land wieder von England in Besitz genommen worden.


Lüneburg, alte, etwas feste Hauptstadt des Fürstenthums, liegt an der schiffbaren Ilmenau, und hat in 1780 Häusern 10,000 Einwohner und eine Ritterakademie.

Sehenswerth ist die Sülze, oder das vortreffliche Salzwerk, welche einen eigenen Theil der Stadt ausmacht. Die Sole ist so reichhaltig, daß sie ohne Gradirung sogleich versotten werden kann. Der fünfte Theil davon gehört dem Landesfürsten.

An der Westseite der Stadt liegt der befestigte Kalkberg, aus welchem in großer Menge der Kalkstein gebrochen und häufig auswärts verführt wird.

Außer dem Handel mit eigenen Producten, ist daselbst auch ein beträchtlicher Speditionshandel nach Hamburg, Leipzig, Lübeck u. s. w.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.