Federico Carlos Gravina y Nápoli

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Gravina, Brigadier-General und spanischer Contreadmiral, kommandirte 1793 eine Abtheilung der Flotte des Admirals Langara gegen Toulon und setzte mit den spanischen Truppen in dieser Stadt an Land. Er focht zu mehrerenmalen an ihrer Spitze und wurde bey der Einnahme des Forts Pharon den 1. Oktober verwundet.

Im August 1795 übernahm er, in Abwesenheit des Admiral Massaredo, einstweilen das Kommando der Flotte im mittelländischen Meere. Im Monat Dezember fiel er in Ungnade und kam einige Zeit in Arrest.

Nachdem er seitdem wieder angestellt worden war, kommandirte er 1802 die Eskadre, welche die französische Expedition gegen Domingo als Deckung begleitete.

Im May 1804 kam er nach Paris in der Eigenschaft eines außerordentlichen Bothschafters seiner Regierung, wurde mit vieler Auszeichnung aufgenommen und erhielt einige Monathe nachher die Ehrenzeichen und Rechte eines französischen Admirals.

Im July 1805 kommandirte er die spanische Eskadre, welche in Gesellschaft des französischen Admiral Villeneuve nach Martinique ging und bey der Rückfahrt von dem englischen Admiral Calder angegriffen wurde. Die spanische Flotte verlor 2 Linienschiffe und lief in Ferrol ein, was die Engländer nicht hindern konnten.

Gravina hatte sich nach diesem Ereignisse zurückgezogen, trat aber im September wieder in Dienst und wurde zum Kommandant der vereinigten spanischen Truppen zu Kadix ernannt. In dieser Stelle hatte er das schreckliche blutige Treffen bey Trafalgar vom 22. Oktober 1805 auszuhalten, wo der Admiral Nelson blieb, und die vereinigte spanisch-französische Flotte großen Verlust erlitt. Gravina schlug sich drey Stunden lang zwischen drey englischen Schiffen mit einer bewundrungswürdigen Tapferkeit und lief, schwer verwundet, in den Hafen von Kadix ein, wo er unter der Pflege seines Bruders, päbstlichen Nuntius zu Madrid, drey Monate hindurch eines zerschmetterten Armes auszustehen hatte.

Den 14. November wurde er zum Kapitain-General der spanischen Seemacht ernannt, starb aber, unstreitig noch an den Folgen seiner Wunden den 9. März 1806 in seinem 50sten Jahre.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.