Felix von Wimpffen

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Wimpfen (Felix), geboren 1744 in einem kleinen Dorfe am Rhein, aus einer vornehmen aber armen Familie, war das jüngste von 18 Kindern, und verließ das väterliche Haus in einem Alter von 11 Jahre.

Der Herzog von Zweibrücken nahm ihn auf und gab ihm die Standarte eines Regiments, das er für Frankreich errichtete. Er wohnte dem 7jährigen Kriege bey, und zeichnete sich bey mehreren Gelegenheiten aus.

Seine ferneren Auszeichnungen, besonders im Amerikanischen Kriege, erhoben ihn schnell von einer Stufe zur andern, so daß er 1789 Feldmarschall war, als ihn der Adel von Cean zum Deputirten bey der General-Stände-Versammlung ernannte. Er hielt sich darin zu der Revolutionsparthey, verfaßte selbst die Protestation, welche die Minderheit des Adels den 19. Juny 1789 eingab, hatte im Aprill 1790 an der Bekanntmachung das rothen Buches Theil und arbeitete sodann in dem Militär-Ausschusse.

Nach den Sitzungen ward er als General bey der Armee angestellt, und befand sich als Kommandirender in Tionville, da dieser Platz im September 1792 von den Oesterreichern und den Emigrirten, unter den Befehlen der französischen Prinzen, eingeschlossen wurde. Er vertheidigte sich darin 55 Tage lang, doch ohne daß nur die Aussenwerke angegriffen worden. Die Gesetzgebung dekretirte den 20. September, daß er sich um das Vaterland verdient gemacht habe, und wies, so wie auch nachher der Konvent, alle Denunziationen zurück, die gegen ihn gemacht wurden.

Man trug ihm damals das Kriegsministerium an, das er aber ausschlug und an dessen Stelle er das Kommando der Küstenarmee von Cherburg übernahm.

Nachdem er sich in das Calvados begeben hatte, erklärte er sich mit Nachdruck im Juny 1793 für die damals von der Montagne geächteten Girondisten, übernahm das Kommando der Departements- oder Föderalisten-Truppen, welche von den geächteten Deputirten gesammelt worden waren, und gab den 24. Juny einen Brief an den Kriegsminister und den 8. July einen Aufruf an die Pariser ins Publikum, in welchem letztern er bekannt machte, daß er Willens sey, zur Vertheidigung der Republik und zur Sicherheit der Nationalrepräsentation, die durch die Dekrete vom 2. Juny angegriffen war, gegen Paris zu marschiren. Auch schrieb er an Cüstine, daß er sich an ihn anschliessen möchte, wurde aber von diesem bey dem Konvent denunzirt und sah sich bey der Annäherung der Konventstruppen, von seinem wenig zahlreichen und in der Eile zusammengerafften Haufen verlassen und zur Flucht genöthigt. Auf seinen Kopf wurde ein Preis gesetzt, und er flüchtete sich nach Bayeux, wo er während der Schreckensregierung verborgen blieb.

Nach dem 18. Brümaire gestand ihm Bonaparte eine Pension zu und gegenwärtig ist er Maire der kleinen Gemeine, die ihm ehemals als Guthsherr gehörte.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.