Ferdinand I. (Sizilien)

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Ferdinand I. König beyder Sicilien.

Ferdinand IV., König von Neapel und Sizilien.

Ferdinand IV., König von Neapel und Sizilien, Sohn Carls III. von Spanien, gebohren 12. Jäner 1751, folgte noch minderjährig seinem Vater auf dem neapolitanischen Throne. Er vermählte sich 1768 mit Marie Caroline, Tochter der Kaiserinn Maria Theresia, aus welcher Ehe noch sechs Kinder leben.

Im Jahre 1793 ward eine Verbindung mit England geschlossen, Acton und die Königinn waren dafür, und die Neapolitaner fochten gegen Frankreich, aber 1796 ward Friede geschlossen.

Nach Nelsons Sieg bey Abukir erklärte sich Neapel wieder gegen Frankreich; worauf im Dezember 1798 die Franzosen in Neapel einrückten, und die Parthenopeische Republik proklamirten, welche aber von kurzer Dauer war.

Nach der Schlacht von Marengo wurde Friede geschlossen und der Minister Acton entlassen.

Als im November 1805. eine russisch-englische Flotte vor Neapel erschien und 20tausend Mann landeten, zog im folgenden Jahr ein französisches Heer dahin, und nachdem die königliche Familie nach Sizilien übergesegelt war, besetzten die Franzosen das Land. Napoleon ernannte seinen Bruder Joseph zum Könige von Neapel und Sizilien, und nach dessen Uebersetzung nach Spanien, seinen Schwager Joachim Murat. Sizilien ist indeß bis heute noch in der Gewalt Ferdinands IV.


Ferdinand IV., König von Neapel und Sicilien.

Ferdinand IV., König von Neapel und Sicilien, ist ein Sohn Carls III. von Spanien, und ward den 12. Januar 1751 geboren.

Er war noch minderjährig, als er nach dem Tode seines Vaters den neapolitanischen Thron bestieg. Im J. 1768 vermählte er sich mit Maria Caroline, Tochter der Kaiserin Maria Theresia, aus welcher Ehe noch 6 Kinder leben.

Er ist ein wohlwollender, aber schwacher Fürst, der bei vielem natürlichen Verstande das Gute und Schöne im Leben und in den Künsten liebt und fördert, aber nicht Energie des Charakters genug besaß, unter so verwickelten und schwierigen Verhältnissen, worein ihn die Begebenheiten unserer Tage setzten, den leidenschaftlichen Rathschlägen der Königin und seiner Minister, besonders Actons, zu widerstehen und sich mit Klugheit und Festigkeit zu behaupten.

Er nahm 1793 - 1796 an dem allgemeinen Kriege wider Frankreich Theil. Nach zwei Friedensjahren machte ihn Nelsons Sieg bei Abukir abermals zu einem Feinde Frankreichs, welches nach den Niederlagen der Neapolitaner unter Mack sich des ganzen Königreichs bemächtigte und die parthenopeische Republik proclamirte. Diese war jedoch von kurzer Dauer; der bis zur Schlacht von Marengo glückliche Feldzug der Oesterreicher und Russen in Italien erlaubte dem Könige, nach Neapel zurückzukehren, dessen Besitz ihm in dem folgenden Frieden zugesichert ward.

Als aber im Novemb. 1805 eine russisch-englische Flotte vor Neapel erschienen war, und 20,000 Mann Russen gelandet hatten, ließ Napoleon, der in diesem Schritte eine treulose Theilnahme Neapels an den Feindseligkeiten gegen Frankreich erblickte, das Land von seinen Heeren besetzen, und nöthigte die königliche Familie, nach Sicilien überzuschiffen.

Hier wußte sich Ferdinand mit Hülfe der Engländer zu behaupten, zog sich jedoch auf einige Zeit von allen Geschäften zurück, indem er 1812 provisorisch resignirte und seinem Sohne Franz die Regierung übergab.

Nach dem pariser Frieden aber trat er wieder an die Spitze der Staatsverwaltung. Der glückliche Feldzug der Oesterreicher, im April und Mai 1815 verschaffte dem Könige den Wiederbesitz seiner Staaten auf dem festen Lande von Italien. Am 17. Jun. zog er dann wieder in seine Hauptstadt Neapel ein. (S. Neapel Sicilien.)


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.