Ferdinand von Bubna und Littitz

Aus NapoleonWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bubna (Graf von), aus einer alten Familie in Böhmen abstammend, widmete sich früh den österreichischen Diensten, und erhob sich darin allmählig zum Kammerherrn und Feldmarschall-Lieutenant.

Ins historische Leben trat er eigentlich erst zu Ende 1812, wo er von seinem Monarchen mit außerordentlichen Aufträgen an Napoleon nach Paris und im Mai 1813 an denselben nach Dresden gesandt wurde.

Er führte alsdann in dem Befreiungskriege 1813 ein k. k. österreich. Armeekorps mit vieler Auszeichnung und erhielt 1813 den Oberbefehl der k. k. österreichischen Armee, welche über Genf in das südöstliche Frankreich eindringen sollte, wobei er eben so viel Vorsicht im Vorrücken, als Schonung und Menschlichkeit gegen die stürmischen Bewohner zeigte. Bei Lyon stand er dem Marschall Augereau gegenüber, ohne diesen besiegen oder die Stadt mit Gewalt nehmen zu können, bis die Corps von Bianchi und Hessen-Homburg ihm zur Unterstützung ankamen und der Prinz von Hessen den Oberbefehl übernommen hatte. Bubna blieb bis zum Rückmarsch der alliirten Heere in Lyon und begab sich alsdann nach Wien.

Nach der Landung Napoleons 1815 führte er wieder sein Armeecorps unter dem Oberbefehl von Frimont gegen Lyon, und stand ohne etwas auszurichten, in Savoyen dem Marschall Suchet gegenüber, bis Paris erobert und dieser über Lyon zurückmarschirt war. Nun besetzte er ohne Widerstand Lyon, errichtete daselbst ein Generalgouvernement und Kriegsgerichte gegen die Aufrührer, gegen welche er nunmehr weit strenger verfuhr.

Im Septbr. trat er seinen Rückmarsch nach Oesterreich an, und erhielt für seine ausgezeichneten Dienste schöne Güter in Böhmen von seinem Kaiser zum Geschenk.

Er gilt für einen der ausgezeichnetsten Generale, besonders in Führung leichter Truppen.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.