Ferdinand von Hompesch

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Graf von Hompesch.

Hompesch, (Graf von) der erste Großmeister von Malta aus deutschem Geschlecht. Er war es, der 1798 die Insel, die noch nie eingenommen worden war, an die Franzosen übergab. 1799 nahm er seine Entlassung und zog sich nach Frankreich zurück, wo der erste Konsul ihm eine Pension gab. In der ersten Monaten von 1805 starb er zu Montpellier in seinem 62. Jahre.


Ferdinand, Freiherr von Hompesch.

Hompesch (Ferdinand Freiherr von), letzter Großmeister des Johanniterordens, war 1744 zu Düsseldorf geboren, kam in seinem zwölften Jahre nach Malta, wo er Page des Großmeisters ward, sich nach und nach bis zum Großkreuz emporschwang, und 25 Jahre lang Minister des Wiener Hofs bei seinem Orden war, und wurde 1797 durch den den überwiegenden Einfluß der baierischen Zunge zum Großmeister gewählt. Er war der erste Deutsche, der diese Würde bekleidete.

Als Bonaparte im Juni 1798 auf seiner Fahrt nach Aegypten auf Malta landete, wurden ihm von dem Commandanten Bosredon alle Festungswerke mittelst einer verrätherischen Capitulation, um die Hompesch nicht einmal befragt worden war, übergeben. Der Großmeister sah sich mit der rücksichtlosesten Härte von dem übermüthigen Sieger behandelt, mußte Zeuge seyn, wie man allenthalben und selbst in seinem Palast die Wappen und Zeichen des Ordens vernichtete, und ward am dritten Tage nach der Uebergabe nach Triest eingeschifft.

Man zahlte ihm 100,000 Thaler für sein Silbergeräth, und versprach ihm eine gleiche Summe als Jahrgehalt, die er aber nie bekommen. Nach seiner Ankunft in Triest protestirte Hompesch gegen die von ihm nicht geschlossene, noch je gebilligte Capitulation, und legte einige Monate nachher seine Würde zu Gunsten Kaisers Paul I. nieder. Er lebte seitdem in der Dunkelheit und großer Bedrängniß. Die Noth zwang ihm versprochenen Pension zu fodern. Man war ihm zwei Millionen schuldig. Er hatte mit Mühe von dieser Summe 15,000 Franken erhalten, als er 1813 starb.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.