François-Louis Bourdon

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Bourdon (F. L. von Oise), ward im Sept. 1792 Deputirter bey dem Konvent, wo er Ludwigs Tod votirte. Den 23. Nov. ließ er den Verhaft aller Generalpächter beschliessen. Er forderte, daß alle Priester und Adelichen aus dem allgemeinen Wohlfahrtsausschusse ausgeschlossen, und daß der Vollziehungsrath aufgehoben würde. Auf eine Anklage Heberts, der ihn unter dem Nahmen, der rothe Bourdon, wegen der Farbe seiner Haare bezeichnete, erschien er nicht mehr unter den Jakobinern. Den 9ten Thermidor kommandirte er an Barras Seite die Nationalgarde von Paris, wirkte viel zum Verhaft Robespierres und Henriots mit, und trug überhaupt sehr viel zu dem glücklichen Vorgange der Ereignisse dieses Tages bey. Kurz darauf trat er in den Wohlfahrtsausschuß und setzte die Erneuerung des Richter- und Geschwornenpersonales bey dem Revolutionsgericht durch, das bisher noch dasselbe von Robespierres Zeiten her war. Den 20sten Februar 1795 wurde er zum Präsident gewählt.

1797 gieng er öffentlich zur Clichiparthey, Gegenparthey des Direktoriums, über; kaum hatte er sich aber an sie angeschlossen, so wurde sie den 18ten Fructidor gestürzt. Man hat versichern wollen, daß Bourdon aus Rücksicht gegen seine vorigen Meinungen von dem Direktorium wäre begnadigt worden, wenn er sich nicht freywillig dem Schicksale seiner Kollegen zugestellt hätte. Wie dem nun seyn mag, er wurde nach Cayenne deportirt, zeigte dabey einen Muth, der an das Ueberspannte gränzte, uns starb daselbst nach wenigen Monathen.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.