François Antoine Teste

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François, Baron Teste, Divisions-General, geboren den 9. November 1775.

Teste befehligte 1792 ein Bataillon Freiwilliger bei der Ost-Pyrenäenarmee und zeichnete sich bis 1794 bei mehreren Gelegenheiten aus. Nachdem er hierauf vier Jahre im Privatzustande zugebracht hatte, trat er als Bataillonschef (1798) in die 87. Halbbrigade und zeigte im Gefechte bei Vignole großen Muth. Im Jahre 1800, beim Uebergang über die Alpen, war er Flügeladjutant des Generals Chabran und wurde, nach Eroberung des Forts Bar, Oberster im 5. Infanterieregimente. Im Feldzuge gegen Oestreich erhob ihn seine Unerschrockenheit, die er beim Uebergange über die Etsch bewies, zum Brigadegeneral. Auch befehligte er die Arrieregarde der Division Molitor, als sie Dalmatien besetzte; marschirte dann unter dem General Lauriston nach Ragusa und bestand mehrere glückliche Gefechte mit den Montenegrinern. Während der Schlacht bei Wagram stand er an der Spitze einer Brigade in Italien, erhielt eine tödtliche Wunde in der Schlacht bei Sacile und war noch kaum im Stande ein Pferd zu besteigen, als die Franzosen sich zur Schlacht bei Raab anschickten. Dennoch stellte er sich an die Spitze eines Bataillons des 112. Infanterieregiments, und eroberte die Anhöhe, die den Sieg entschied. Darauf wohnte Teste dem Zuge nach Tyrol bei und bekam dann nach und nach das Commando von Brescia, Verona und Treviso. Im Jahre 1811 wurde er Gouverneur von Küstrin, errichtete dort das 5. polnische Infanterieregiment, stellte die Festungswerke wieder her und wohnte dann im 1. Armeecorps und in der Division Compans dem Zuge nach Rußland bei. An der Moskwa erstieg er mit 50 Mann seiner Brigade zuerst eine Schanze und hielt sich darin bis zu dem Augenblicke, wo der Blutverlust aus einer Schußwunde, die ihm den rechten Arm zerschmettert hatte, ihn außer Stand setzte, länger Dienste zu thun. Nach Moskau geschafft, erhielt er noch vor seiner gänzlichen Wiederherstellung das Gouvernement von Wiasma und blieb daselbst, bis Marschall Ney auf dem Rückzuge dort angelangte. Im Febr. 1813 zum Divisionsgeneral ernannt, marschirte Teste nach Cassel, verjagte den russischen General Czernitscheff, wandte sich dann nach Magdeburg, wurde Gouverneur davon und organisirte eine Division, die der Armee nach Dresden nachrückte. Mit derselben wohnte er dort jener so glorreichen Schlacht bei, marschirte mit dem Grafen von Lobau nach Böhmen, und ging dann nach Dresden zurück, wo seine Division bis zur Capitulation des Marschall Gouvion-Saint-Cyr blieb, die von den Oestreichern nicht gehalten wurde. Sechs Monate blieb er in Ober-Ungarn in Gefangenschaft, kehrte dann nach Frankreich zurück, bekam das Commando einer Unterdivision zu Arras und wurde während der hundert Tage im 6. Armeecorps angestellt. In der Nacht nach der Schlacht bei Fleurus verstärkte er, auf Napoleons Befehl, das Armeecorps des General Grouchy, hatte mehrere Gefechte mit den Preußen und führte dann, als der Rückzug angetreten wurde, die Arrieregarde an. In Namur vertheidigte er sich 26 Stunden lang, obgleich der Ort ganz offen war, so daß die Preußen mehr als 6000 Mann dabei verloren; dann begab er sich nach Paris und von dort zu der Armee hinter die Loire.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.