François Aubry

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Aubry, (Franz) Mitglied des Konvents, wo er auf Ludwigs Tod votirte mit Aufschub, bis die Konstitution von dem Volke angenommen seyn würde. Sein Hauptaugenmerk richtete er auf das Militairfach.

Im Verlaufe der Ereignisse des 5ten Oktober 1795 ward er mehreremahl angeklagt, die Armeen desorganisirt zu haben, wegen des mißlungenen Rheinübergangs geradezu in Verantwortung gezogen und der Arrest gegen ihn erkannt. Er trat in den Rath der 500, wo mehrere seiner Beschlüße durchgiengen, die hauptsächlich die militärische Gerichtsordnung betrafen. Sein Plan zu einem militärischen Strafgesetzbuch wurde vom Rathe angenommen und besteht zum größten Theile noch. In den Sturz seiner Parthey am 18. Fruktid. des Jahrs V. mit hineingezogen, wurde er zum Deportation verurtheilt und zu Rochefort eingeschifft. In Guiana gelang es ihm, sich mit Pichegrü und mehreren seiner Unglücksgenossen auf einer Pirogue (Kahn der Wilden) in Freyheit zu setzen. Er kam nach Demerary, wo er seinem Kummer und einer Krankheit unterlag und in seinem 49sten Jahre starb.

Aubry war zu Paris geboren, vor der Revolution Kapitain bey der Artillerie. Nach dem 9ten Thermidor zum Wohlfahrtsausschuße ernannt, übernahm er daselbst den Platz Carnots und die Leitung der militärischen Operationen. Er war eines der ausgezeichnetesten und thätigsten Mitglieder von der Gegenparthey des Direktoriums im Rathe der 500.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.