François Chabot

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Chabot, (F.), Kapuziner, benutzte, sich seines Gelübdes zu entledigen, die Gelegenheit, welche die Beschlüße der konstituirenden Versammlung darboten.

Sein warmer Patriotism gewann ihm die Stelle des Großvikarius vom Abt Grégoire, konstitutionellen Bischofs zu Blois.

Im September 1792 kam er als Deputirter zur Gesetzgebung. Im Einverständniß mit Merlin und Bazire klagte er gegen Lafayette, Rochambeau xc. Im July gieng er so weit, sich von sechs vertrauten Männern leichte Wunden beybringen zu lassen, um den König als Anstifter dieses Mords anklagen zu können.

Er war einer der Hauptaufwiegler am 10ten August, und erlaubte sich sogar Ludwig XVI. zu beleidigen, als dieser unglückliche Prinz in die Versammlung flüchtete. Kurz darauf verlangte er, daß General Lafayette des Vaterlandsverraths schuldig erklärt und ein Preis auf seinen Kopf gesetzt werde.

Den 2ten September abgesandt, um sich den Mordscenen in der Abtey zu widersetzen, kam er mit der Versicherung zurück: "es wäre unmöglich zu verhindern, daß sich das Volk nicht sein Recht nehme."

Den 25sten Dezember votirte er Ludwigs Tod, vertheidigte sodann Merlin und Rewbell, die nach der Einnahme von Maynz in Anklage gerathen waren, wollte das Brod in ganz Frankreich auf einen Sous das Pfund herabsetzen lassen, und schlug vor, alle Aristokraten aus der Republik zu verweisen.

Im October machte er den Jakobinern bekannt, daß trotz dem, daß er Priester und Kapuziner sey, er sich verheirathe, und vermählte sich mit einer gebohrnen Oesterreicherin, Leopoldine Frey.

Den 18ten November wurde sein Arrest beschlossen, und er als Mitschuldiger Julien's und Delaunay's, und als Dantonist, in das Palais Luxemburg in Verwahrung gebracht. Ungeachtete daß er sich mit dringenden Bitten an Robespierre, dessen Diener er gemacht hatte, wendete, erhielt er doch keine Begnadigung, und wurde in den Strom des Verderbens mit hineingezogen. Als er sein Loos voraussah, vergiftete er sich mit Quecksilbersublimat. Die ungeheuren Schmerzen zwangen ihn aber, sich durch Schreyen zu verrathen; er wurde daher in das Krankenhaus gebracht und bis zum 5ten Aprill 1794 erhalten, wo er auf der Guillotine mit Muth im 35sten Jahre seines Alters sein Leben endete.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.