François Claude de Bouillé

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Bouillé (François Claude Marquis de), ein berühmter französischer General, der sich früher in dem Nordamerikanischen Kriege glänzend ausgezeichnet und einen großen Antheil an der Flucht des Königs nach Varennes (am 21sten Juni 1791) hatte.

Die Anstalten, welche er zur Deckung derselben getroffen hatte, wurden so bedächtig ausgeführt, daß das Unternehmen allerdings gelungen seyn würde, wenn nicht die Zaghaftigkeit des Königs, und sein ausdrückliches Verbot, keine Gewalt zu brauchen, alles vereitelt hätte. Entweder mußte die ganze Reise unterbleiben, oder, da sie einmal unternommen war, Gewalt der Waffen angewendet werden, um sie glücklich zu beendigen.

Bouillé, der sich ein Jahr vorher bei den Unruhen in Nancy als warmen Patrioten gezeigt, und sie so glücklich gedämpft hatte, daß die Nationalversammlung ihm die lautesten Beweise ihrer Achtung darüber zuerkannte, mußte jetzt in aller Eil über die Gränze fliehen, um nicht den Kopf als Verräther zu verlieren.

Er ging mit seinem Sohne nach den Niederlanden, begab sich, nachdem er von Luxemburg aus einen sehr drohenden Brief an die Nationalversammlung geschrieben hatte, nach Wien, und trat bald darauf in die Dienste des Königs von Schweden, Gustavs III., der ihn sehr hoch schätzte, und in dessen Namen er auch den französischen Prinzen damals Unterstützung versprach. Nach dem Tode dieses Monarchen ging Bouillé nach England, wo er die Schätzbaren Memoiren über die Französischen Revolution herausgab, welche auch, aus dem Englischen übersetzt, in Hamburg 1798 erschienen.

Sein Tod erfolgte zu London 1803.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.