François Watrin

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Watrin.

Watrin, französischer General, geboren zu Beauvais 1772, trat zu Anfange des Revolutionskrieges als gemeiner Soldat in die belgische Legion, die seitdem das 17. Jägerregiment zu Pferde geworden ist, schwang sich in der Schnelle zu den ersten Stellen in der Armee empor, diente 1794 als Generaladjudant bey der Küstenarmee des Ozeans, zeichnete sich 1796 als Brigadegeneral gegen die Chouans aus, und erhielt den 25. July öffentliche Belobungen vom Direktorium.

1797 kam er zu der Sambre- und Maas-Armee, und begleitete den General Hedouville nach St. Domingo.

Bey seiner Rückkehr im Jahre 1799 wurde er nach Italien geschickt und zum Divisionsgeneral ernannt; er theilte daselbst das wechselnde Unglück dieses Feldzugs und zeigte eben so viele Weisheit als persönliche Tapferkeit, namentlich bey der Landung der Engländer zu Castellamare und da er sich in der Festung Genua mit dem General Massena eingeschlossen befand.

1800 kommandirte er bey dem Uebergange über den Bernhardsberg eine Division der Avantgarde, drang als einer der ersten in die Zitadelle von Yvréa, die mit Sturm genommen wurde, ein, zeichnete sich in dem Gefecht von Chiusella und in den Schlachten von Montebello und Marengo aus, und erhielt bey dieser Gelegenheit von dem ersten Konsul einen Ehrensäbel.

Nachdem er mit dem General Leclerc nach St. Domingo geschickt worden war, fuhr er auch hier fort, seinen Eifer und seine Talente an den Tag zu legen; nach dem Tode dieses Generals löste er Rochambeau im Kommando von Port au Prince ab und starb im Fort Louis den 22. November 1803.


N. Watrin.

(N.) Watrin, Divisions-General, geb. zu Beauvais, im Dep. der Oise, um 1772. st. 1803 auf der Insel St. Domingo.

Auf den Aufruf seines Vaterlandes ergriff Watrin die Waffen als gemeiner Soldat und war im zweiten Jahre der Republik schon Generaladjutant bei der Armee an den Küsten des Oceans, und nicht lange darauf Brigade-General. Hoche schenkte ihm sein ganzes Vertrauen. Obschon zur Expedition nach Irland bestimmt, wurde er doch kurz darauf zur Sambre- und Maasarmee versetzt und zeichnete sich an der Spitze einer Division bei Neuwied und Neuhof aus, wo er den Oestreichern 300 Kanonen und 800 Gefangene abnahm, worunter sich der Oberst Barko mit allen seinen Offizieren befand. Auch nahm Watrin an der Expedition nach St. Domingo unter General Hedouville Theil. Nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er im Jahre 7 nach Italien versetzt und daselbst zum Divisions-General ernannt. Am 8. Fructidor schlug er mit 1500 Franzosen ein feindliches Corps mit 6000 Mann. In der Schlacht bei Novi hielt er 12 Stunden lang den Angriff der Russen auf, welche die Straße von Novi nach Gavi abzuschneiden drohten. Am 2. Brumaire griffen 4000 Franzosen, unter seinem und des Generals Dombrowsky Befehle, ohne Kanonen und Reiterei 6000 Oestreicher in einem verschanzten Lager an und nöthigten sie zur Flucht. Am 25. Frimaire schlug Watrin den General Kray zu Vallegio, griff dann Ivrea an, welches 6000 Mann vertheidigte und drang ein, während Lannes von der andern Seite die Stadt bestürmte, so daß sich die Oestreicher ergeben mußten. Auf gleiche Weise zeichnete er sich auch in den Gefechten von Chinsella und in den Schlachten von Montebello und Marengo aus, so daß er einen Ehrensäbel erhielt. Nach dem Luneviller Frieden schlug er zu Castellamare einen Angriff der Engländer unter dem Admiral Waren zurück, nahm dann Antheil an der Expedition nach St. Domingo und fiel dort als ein Opfer der Seuche.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.